Operation Mondlandung – Die NASA und die Ex-Nazis

Operation Mondlandung: Die NASA und die Ex-Nazis WDR.DOK 08.01.2020 43:35 Min. UT Verfügbar bis 08.02.2020 WDR Von Jens Nicolai

Operation Mondlandung – Die NASA und die Ex-Nazis

Dass Neil Armstrong am 19. Juli 1969 als erster Mensch seinen Fuß auf den Mond setzen konnte, war auch ein Erfolg von Wernher von Braun und mehr als 100 Technikern und Ingenieuren aus Deutschland in Diensten der NASA. Was damals kaum jemand wusste: die Deutschen hatten schon für das Nazi-Regime erfolgreich Raketen gebaut. Darunter die berüchtigte "V2", bei deren Produktion tausende Zwangsarbeiter starben. Der Film "Operation Mondlandung – die NASA und die Ex-Nazis" dokumentiert die Verstrickungen deutscher NASA-Mitarbeiter mit dem Dritten Reich.

Der Raketenkonstrukteur Wernher von Braun zeigt ein Modell.

Karriere trotz dunkler Vergangenheit: Wernher von Braun wechselte nahtlos von der Wehrmacht zum US-Militär.

Von der Vergeltungswaffe zur Mondrakete

So war die Saturn-V-Rakete das Meisterstück von Arthur Rudolph. Der gebürtige Thüringer leitete als Programm-Manager das komplexe Gemeinschaftswerk aus Zehntausenden Technikern und war stolz auf seinen Beitrag zu dem Jahrhundert-Ereignis.

Doch über der Erfolgsgeschichte liegt ein dunkler Schatten: denn einige der aus Deutschland stammenden NASA-Mitarbeiter hatten eine Vergangenheit als Nationalsozialisten und waren Mitglieder der SS. Nach 1945 hatten die Amerikaner die Wissenschaftler in einer Geheimoperation in die USA geholt, um sich das deutsche Knowhow in der Raketentechnik zu sichern.

Arthur Rudolph sitzend, hält ein Raketenmodell in den Händen

Vater der "Saturn V": Mit seinen Erfahrungen, die er im III. Reich gesammelt hatte, war Arthur Rudolph für die NASA ein wichtiger Mitarbeiter beim US-Weltraumprogramm.

Arthur Rudolph hatte mit seinen Kollegen schon in Nazi-Deutschland eine Rakete gebaut, die zu den zerstörerischsten Waffen des Zweiten Weltkriegs gehört: Die sogenannte Vergeltungswaffe "V2". Schon bei der Produktion starben mindestens 12.000 Zwangsarbeiter aufgrund der unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den unterirdischen Tunneln der Waffenfabrik im thüringischen Harz.

Der Zweck heiligt die Mittel

Auf der skrupellosen Jagd nach Wissen wurden auch Experten nach Amerika gebracht, deren Rolle bei den verbrecherischen Menschenversuchen in Dachau umstritten ist. Darunter auch der sogenannte Vater der Raumfahrtmedizin, Dr. Hubertus Strughold.

Gruppenaufnahme von Wissenschaftlern vor einem Lagergelände

"Operation Paperclip": Wernher von Braun (7. v.re.) war einer von zahlreichen Nazi-Wissenschaftlern, die in den USA die Raketentechnik vorantrieben.

Die Militärs brauchten die Deutschen gegen einen neuen Feind: die Sowjetunion. Der Kalte Krieg hatte begonnen. Und mit dem Sputnik-Schock 1957 wurde auch der Weltraum zum strategischen Schlachtfeld. Erst Jahrzehnte nach der spektakulär erfolgreichen Mondmission wurden in den USA geheime Dokumente freigegeben, die die Verstrickung deutscher NASA-Mitarbeiter mit dem Dritten Reich dokumentieren.

Ein Film von Jens Nicolai
Redaktion: Mathias Werth

Stand: 10.12.2019, 16:12

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