November '38 - Als (auch) im Westen die Synagogen brannten

November '38 - Als (auch) im Westen die Synagogen brannten

Am 9. November 2018 jährt sich zum achtzigsten Mal die Reichspogromnacht - die Nacht, in der im gesamten Deutschen Reich Synagogen brannten, in der Juden bedroht, misshandelt und getötet, ihre Wohnungen verwüstet und ihre Besitztümer zerstört wurden.

In fast allen Städten und Dörfern zog ein Mob von SA-Trupps und willigen Mitläufern durch die Straßen, verwüstete Häuser, zerhackte Klaviere und warf Schränke und Sofas auf die Straße.

Zerstörte Wohnungseinrichtung auf der Straße

Auch in Düsseldorf wurden Häuser verwüstet und die Wohnungseinrichtung auf die Straße geworfen.

Auch im Westen Deutschlands, von Köln mit der damals zweitgrößten jüdischen Gemeinde Deutschlands bis zum kleinsten Dorf in der Eifel oder im Münsterland. Was in der gleichgeschalteten Presse der Zeit als "spontane Entladung des Volkszornes" dargestellt wurde, war in Wahrheit eine seit langem geplante und genau gesteuerte Aktion der Führung der NSDAP.

Auch der Westen war betroffen

Carsten Günther stellt die Erinnerungen von Jüdinnen und Juden, die die dreißiger Jahre als Kinder hier im Land erlebt haben, in den Mittelpunkt seines Films. Zusammen mit den Erzählungen nicht-jüdischer Nachbarn und mit Dokumenten der Zeit rekonstruiert er die Ereignisse der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, aber auch ihre Vorgeschichte und die unmittelbaren Folgen. Wie war die Atmosphäre im Westen? Wie bedroht fühlten sich die hier lebenden Juden? Wie wurden die zeitgleichen Übergriffe organisiert? Wie verhielten sich Nachbarn und Zuschauer der Ereignisse? Gab es Protest gegen die gewalttätigen Ausschreitungen?

Brennende Synagoge

Viele Synagogen im Westen wurden in dieser Nacht in Brand gesteckt.

Der Blick des Films richtet sich ebenso auf Köln und Essen, auf Bielefeld und Wuppertal, wie auf Dörfer und kleinere Städte in der Eifel. So erinnert die Dokumentation daran, dass überall im Land in größeren und kleineren Gemeinden Juden lebten, und daran, was ihnen im November 38 hier widerfahren ist - wie aus Hetze und Verleumdung, Ausgrenzung und Verfolgung tödliche Gewalt wurde.

Ein Film von Carsten Günther
Redaktion: Beate Schlanstein

Stand: 05.11.2018, 09:40

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