Nachrichten aus Syrien – The war on my phone

Smartphone mit Bild einer Explosion

Nachrichten aus Syrien – The war on my phone

"Ich bin in Europa, in Sicherheit, aber dem Krieg konnte ich nicht entfliehen. Er ist da, jeden Tag. Auf meinem Handy."

"Nachrichten aus Syrien" portraitiert vier Menschen in ihrer Zerrissenheit zwischen der Sicherheit, die ihnen ihre Zufluchtsorte in Europa bieten und den Nachrichten und Videos von Freunden und Verwandten in Syrien, die sie täglich auf ihren Telefonen erreichen. Gleichzeitig ermöglicht der Film einen intimen Einblick in den Alltag in Syrien jenseits der Nachrichtensendungen.

Zwischen Sicherheit und Sorge

Amjad, Omar, Zena und Shahinaz sind angekommen – in Münster, Saarbrücken, Ahrweiler und Lausanne. Aber dennoch können sie nicht wirklich hier sein. Denn täglich erreichen sie Nachrichten und Videos von Familie und Freunden: Nachrichten von Bombardierungen in Idlib, Nachrichten von Fluchtversuchen aus dem Gefängnis oder vom Alltag in einem von der Terrormiliz IS kontrollierten Gebiet. Es sind nicht die anonymen Nachrichtenbilder, die wir kennen, sondern sehr persönliche Berichte von Menschen mit Namen und Gesichtern, mit Geschichten und den damit verbundenen Schicksalen.

Smartphone mit Videochat

Amjads Freund James ist seit 5 Jahren in einem syrischen Gefängnis inhaftiert. Mit Hilfe eines eingeschmuggelten Smartphones schickt er Berichte aus seiner Gefängniszelle – auch von seiner Folter.

Es sind keine professionellen Videos, die auf den Handys landen, sie sind verwackelt, sie sind unscharf, es gibt Störgeräusche – aber sie sind authentisch und sie bringen uns den Kriegsalltag nahe. Den inoffiziellen Krieg, den persönlichen Krieg.

Der Krieg ist überall

Die Videos und Nachrichten stören die friedliche Welt in Europa. Statt sich ganz auf die neue Realität einlassen zu können, sind die Protagonisten hin und hergerissen zwischen der Idylle, in der sie oft gelandet sind, und den Nachrichten aus der Heimat. In die Postkartenwelten vom Genfer See oder dem Münsterland platzen Videos von Bombenangriffen oder aus einem Assad-Gefängnis. Im Café poppen IS-Propagandavideos auf. Der Krieg ist plötzlich überall.

Rauchwolke nach einer Explosion

Bilder wie diese erreichen Zena, während sie die Orchideen auf ihrem Balkon in Ahrweiler gießt.

Nach dem Dokumentarfilm "#MyEscape" (Prix Europa 2016) verwendet "Nachrichten aus Syrien" einmal mehr nicht professionelles Video- und Tonmaterial, um uns Menschen aus einem Krisengebiet und ihre Lebensrealität nahezubringen. Die Bilder und Nachrichten berühren, eben weil sie ohne professionelle Distanz auskommen. Es sind Kriegsbilder im digitalen Zeitalter, es ist ein Film über eine Zeit, in der ferne Realitäten täglich, stündlich, minütlich präsent sind. In diesem Fall schmerzlich nah.

"Nachrichten aus Syrien – The war on my phone" ist eine Koproduktion mit Sounding Images, Berlin Producers, WDR und Deutscher Welle unterstützt von der Film- und Medienstiftung NRW. Der Film feiert am 1. November bei Dok Leipzig 2018 seine Weltpremiere. Die NRW-Premiere ist am 22.11.2018 im Filmforum des Museum Ludwig in Köln.

Ein Dokumentarfilm von Elke Sasse
Redaktion: Jutta Krug (WDR) / Hanne Kehrwald (DW)

Weitere Sendetermine (DW)

Deutsch:
The War on My Phone - Nachrichten aus Syrien

Teil 1: Sa 08.12.2018 - 16:15 UTC
Teil 2: Sa 15.12.2018 - 16:15 UTC

Englisch:
The War on my Phone - Liefeline to Syria

Teil 1: Sa 08.12.2018 - 19:15 UTC
Teil 2: Sa 15.12.2018 - 19:15 UTC

Spanisch:
La guerra en mi celular - Noticias de Siria

Teil 1: Sa 08.12.2018 - 21:15 UTC
Teil 2: Sa 15.12.2018 - 21:15 UTC

Arabisch:
الحرب على هاتفي  
So 09.12.2018 - 03:15 UTC
So 16.12.2018 - 03:15 UTC

DW in blau und weiß

Stand: 26.11.2018, 15:45

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