Ein blinder Held - Die Liebe des Otto Weidt

Otto Weidt

Ein blinder Held - Die Liebe des Otto Weidt

Otto Weidt war ein Bürstenfabrikant in Berlin - und ein "stiller Held" in der Zeit des NS-Terrors. Ein Mensch, "der in einer unmenschlichen Zeit menschlich geblieben ist". So charakterisiert ihn die Publizistin Inge Deutschkron, die letzte Überlebende seiner Belegschaft.

Dieser Otto Weidt, der in der Weimarer Republik aus ärmlichen Verhältnisse vom Anstreicher zum einflussreichen Unternehmer aufgestiegen war, wurde in den Jahren des Nazi-Terrors zum Judenretter, zum "Oskar Schindler von Berlin".

Rettung vor der Deportation

Otto Weidt und blinde Menschen auf der Straße

Otto Weidt (Edgar Selge) befreit seine Belegschaft aus Gestapo-Haft.

In seiner Blindenwerkstatt beschäftigte er zahlreiche Juden und versorgte sie auf eigene Kosten mit allem, was sie nicht mehr kaufen konnten. Als die Verfolgung schärfer und lebensbedrohlich wurde, gelang es ihm lange unter großer Gefahr, "seine" Juden vor der Deportation zu retten.

Eine unmögliche Liebe

Porträt Inge Deutschkron

Inge Deutschkron, Tochter jüdischer Eltern, arbeitete in der Werkstatt von "Papa Weidt". Sie überlebte die NS-Zeit dank Weidts Hilfe.

Einer dieser geretteten Menschen ist die Journalistin Inge Deutschkron, die in diesem Dokudrama als entscheidende Zeitzeugin von Otto Weidt erzählt. Eine andere Frau, die Otto Weidt ihr Leben verdankte, war Alice Licht. Otto Weidt und die junge Frau, die er als Sekretärin beschäftigte, verband eine herzzerreißende und auch unmögliche Liebe. Als Alice aufgrund eines Verrats schließlich doch von den Nazis aufgespürt und deportiert wurde, reiste der damals fast vollständig erblindete Otto Weidt ihr im Juni 1944 nach Auschwitz hinterher, um sie aus dem Vernichtungslager zu befreien. Auf nahezu unglaubliche Art und Weise gelang es Weidt tatsächlich, Alice zu retten und dem Tode zu entreißen. Ein Happy End nach dem Ende des Krieges war dieser Geschichte allerdings nicht beschieden.

Otto Weidt und Henriette Confurius

Edgar Selge (als Otto Weidt) und Henriette Confurius (als Alice Licht).

Packend und emotional erzählt das Dokudrama die Geschichte von Otto Weidt und "seinen" Juden, mit Edgar Selge in der Titelrolle und Henriette Confurius als Alice Licht.

Ein Dokudrama von Kai Christiansen (Regie) und Heike Brückner von Grumbkow, Jochen von Grumbkow (Buch)
Redaktion: Beate Schlanstein

Stand: 04.01.2019, 12:47

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