Die Schlacht im Hürtgenwald

Die Schlacht im Hürtgenwald WDR.DOK 05.02.2020 43:40 Min. UT Verfügbar bis 05.02.2021 WDR Von Carsten Günther

Die Schlacht im Hürtgenwald

Im Frühjahr 2020 jährt sich zum 75. Mal das Ende des Zweiten Weltkriegs. Die "Schlacht im Hürtgenwald" war eine der letzten Schlachten auf dem Weg zum Kriegsende. Im Herbst und Winter 1944/45 kamen in der Nordeifel geschätzt 25.000 bis 30.000 US-amerikanische und deutsche Soldaten ums Leben, unzählige wurden verwundet.

sw-Foto zwei US-Soldaten verbinden einen dritten

Einer von Tausenden: Der verwundete US-Soldat Benny Barrow wird von Sanitätern versorgt.

Der Hürtgenwald, zwischen Aachen, Düren und Monschau gelegen, wurde für die dort kämpfenden Soldaten zum "Wald des Grauens". Auch heute trifft man noch auf Spuren der Schlacht, auf Bunkerruinen, Munitionsreste, Stellungsgräben und Spuren von Panzerketten. Eine verwundete Landschaft, die von einem in Deutschland bisher kaum bekannten Kapitel des Zweiten Weltkriegs erzählt.

Ein verhängnisvoller Fehler

Für die US-Truppen war der "Hurtgen Forest" das letzte Hindernis auf dem Weg zum Rhein und zum Ruhrgebiet. Doch die Entscheidung, im September 1944 ausgerechnet durch diesen dichten Wald vorzurücken, erwies sich als verhängnisvoller Fehler. Die Amerikaner schätzten das unwegsame Gebiet der Nordeifel völlig falsch ein. Sie verloren die Orientierung und die deutsche Wehrmacht verwandelte den Wald mit Schützengräben und Tausenden von Minen in eine regelrechte Festung.

Amerikanische Infantrie kämpft im Hürtgenwald in der Nähe von Vossenack (Aufnahme vom 09.11.1944)

Bäume, Schlamm und Nebel: Viele US-Soldaten verloren im Hürtgenwald die Orientierung.

Dauerregen und Nebel, dann Schnee und eisige Kälte machten die Schlacht zu einem apokalyptischen Gemetzel. Der Schriftsteller Ernest Hemingway, der 18 Tage im Hürtgenwald an vorderster Front war, schrieb später: "Eine Gegend, in der es äußerst schwierig war, am Leben zu bleiben, selbst wenn man nichts weiter tat, als dort zu sein."

Unvergessen

Portraitaufnahme von Tony Vaccaro

Tony Vaccaro: Der US-amerikanische Fotograf kämpfte als junger Mann im Hürtgenwald.

"Die Schlacht im Hürtgenwald" erzählt die Geschichte dieser Kämpfe. Die Dokumentation rekonstruiert die einzelnen Etappen der Schlacht und lässt die letzten noch lebenden Zeitzeugen zu Wort kommen, darunter den bekannten Fotografen Tony Vaccaro, den US-Veteran James K. Cullen und den ehemaligen Wehrmachtssoldaten Paul Verbeek. Eindrucksvolle Original-Filmausschnitte aus US-Archiven lassen die bedrückende Realität der Kämpfe lebendig werden.

Ehrenfriedhof Hürtgen

Mahnmal: Auf dem Ehrenfriedhof Hürtgen liegen auch viele "Unbekannte Soldaten".

Daneben erzählen Einheimische vom "Erbe" der Schlacht, von der zerstörten Eifellandschaft der Nachkriegszeit und von den Gefahren, die von den unzähligen Munitionsresten im Boden ausgingen. Eine Dokumentation über die Grausamkeit des Krieges und über eine Schlacht, die in der deutschen Geschichtsschreibung lange Zeit kaum erforscht wurde.

Ein Film von Carsten Günther
Redaktion: Beate Schlanstein, Ann-Christin Gertzen, Mathias Werth

Stand: 27.01.2020, 17:00

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