Was geht mich das an? Die RAF

Ein Mann im weißen Unterhemd sitzt an einem Tisch.

Was geht mich das an? Die RAF

Kämpfe ich für eine bessere Welt? Mit oder ohne Gewalt? Wie weit gehe ich? In diesem Dilemma steckten junge Menschen im Westdeutschland der 60er und 70er Jahre. Einige von ihnen wurden Terroristen. Wie konnte es dazu kommen?

Horst Söhnlein, Thorwald Proll Andreas Baader und Gudrun Ensslin.

Wie Popstars vor Gericht: Horst Söhnlein, Thorwald Proll, Andreas Baader und Gudrun Ensslin.

Manchmal machen ganz alltägliche Entscheidungen Geschichte. Ein Student kämpft Ende der 60er Jahre für eine bessere Welt. Eigentlich will er die Gesellschaft aufrütteln. In der Studentenbewegung kämpft er gegen ein Totschweigen der NS-Vergangenheit und gegen die immer noch einflussreichen Alt-Nazis. Die Studenten streiten für politische Reformen und prangern die Grausamkeit des Vietnamkriegs an. Idealistische Anfänge – und doch werden einige später zu RAF-Terroristen und verantwortlich sein für 34 Morde.

Die Lebenswege der RAF-Mitglieder haben deutsche Geschichte geschrieben – aber angefangen hat alles mit Fragen, die uns heute ähnlich begegnen könnten. Die Dokumentation "Was geht mich das an?" begibt sich auf die Suche nach der Entscheidung zwischen System und Rebellion – alles aus der Perspektive eines fiktiven RAF-Terroristen, der überzeugt war, das Richtige zu tun.

Ulrike Meinhof

Radikale Linke: Die renommierte Journalistin Ulrike Meinhof wurde zur Terroristin.

Schauspieler Christian Löber verkörpert den fiktiven Charakter eines Terroristen der Roten Armee Fraktion, der basierend auf historischen Dokumenten wie Tagebüchern, Manifesten und Biografien entwickelt wurde. Der fiktive Terrorist erzählt von den Entscheidungen, die sein Leben verändert haben: War es richtig, für eine bessere Welt zu den Waffen zu greifen? Welche Beweggründe, welche Zufälle und Entscheidungen haben aus einem idealistischen Rebellen einen Terroristen gemacht?

Brücke vom Damals ins Jetzt

"Was geht mich das an?" schlägt die Brücke vom Damals ins Jetzt, von historischen Lebenswegen und Ereignissen zu den Zuschauern von heute, die sich fragen: Wie würde ich heute handeln? Hätte die Geschichte auch anders verlaufen können?

Menschen auf der Straße verteilen Steckbriefe.

Terrorangst anno 1977: Die RAF entführte und ermordete Politiker, Wirtschaftsführer und Polizisten – der Feind war der Staat.

Neuer Film-Look

Und das sieht anders aus, als man es von Geschichtsdokumentationen gewohnt ist. Die Schauspielszenen treten in Dialog mit beeindruckendem Archivmaterial, das die Ereignisse der Zeit aufleben lässt und das die Musik von Elektro-Produzent Occupanther emoti­onal in die Jetztzeit holt. Die Erzählung wird ergänzt durch Interviews mit den  Wissenschaftlern Wolfgang Kraushaar und Sabine Bergstermann sowie „Baader“-Regisseur Christopher Roth. Geschichte ist nicht von gestern. Sie wird jeden Tag neu gemacht.

Ein Film von Kathrina Edinger
Redaktion: Lena Brochhagen mit Christiane Hinz, Birgit Keller-Reddemann, Mareike Potjans

Stand: 28.04.2020, 16:50

Weitere Themen

Startseite

Unsere Videos

Alle Sendungen