Die Farbe der Sehnsucht

Die Farbe der Sehnsucht

Katar, Portugal, Mexiko, Japan und Deutschland sind die Orte, an denen der vielfach ausgezeichnete Regisseur und Kameramann Thomas Riedelsheimer die Farbe der Sehnsucht sucht. Mit großen Kinobildern, Musik, Gedichten und acht berührenden Geschichten über Liebe, Heimat, Hoffnung, Natur und Freiheit erzählt er von der Tragik und der Freude, Mensch zu sein.

Was ist die Sehnsucht, dieses viel beschworene, ungewisse und doch so präsente Gefühl? Wonach sehnen wir uns, was sind unsere Träume, unsere Vorstellungen von Glück und Erfüllung? Wie gehen wir mit inneren und äußeren Widerständen und Widrigkeiten um, die unsere Freiheit begrenzen? Mit der Welt, wie sie ist, und der Welt, wie wir sie vielleicht wollen?

Was treibt uns an?

Weltweite Sehnsucht

Mit seinem Dokumentarfilm geht Thomas Riedelsheimer an fünf verschiedenen Orten der Welt dem Gefühl von Sehnsucht nach.

Reiter in Doha

In Doha geht der Film Träumen und Wünschen einer muslimischen Frau nach.

Dabei lernt er auch Layla kennen. Jetzt, mit 40 Jahren will sie in Katar endlich leben. Sie will ihre Kleider wegwerfen, will fühlen, riechen, berühren, ihre Haare im Wind wehen und sich einen roten Schmetterling tätowieren lassen. Als muslimische Frau in einer schillernden, surrealen Stadt zwischen Wüste und Meer.

Dona Mingas, 50, lebt  in Kova da Moura, einem Einwandererviertel in Lissabon. Mit 19 hat sie die Kapverden verlassen. Ihre zwei Töchter, die jüngste gerade mal 9 Monate alt, blieben zurück. Dona Mingas ist zufrieden, aber insgeheim will sie eines Tages zurück. Anders Tazy, der junge Graffiti-Sprayer ist im Viertel, das er liebevoll Ghetto nennt, geboren. Sein Viertel, sein Leben. Er will nicht zurück, obwohl er als "Black" in Portugal kaum akzeptiert wird. Und das Ghetto ist ein schwieriger Ort.

Thomas Riedelsheimer und Tazy vor bemalter Wand

Der Filmemacher Thomas Riedelsheimer mit Tazy vor Tazys Graffiti in Lissabon.

Ganz anders Julius. Julius will unbedingt raus, raus in die Welt. Der frisch gebackene Abiturient aus München sehnt sich nach einem richtigen Abenteuer. Ihm fällt es schwer, sich mit der deutschen Gesellschaft zu identifizieren. In der Musik bringt er seine Gefühle und Gedanken zum Ausdruck. Wie auch andere Abiturienten stellt sich Julius viele Fragen: "Wohin geht die Reise? Was stelle ich mit meinem Leben an?"

"Ich gehöre dem Ozean", sagt Alfredo, ein kubanischer Taucher und Kameramann, der in Mexiko gestrandet ist. Er liebt das Meer, seine Bewohner und die Verbundenheit, die er in der stillen Weite unter Wasser empfindet. Und er liebt die Frauen. Nach einer jahrelangen unglücklichen Liebe hat er sich nun unsterblich in Lisa verliebt. – Ein tiefes Gefühl voller Sehnsucht.

Alfredo und Lisa

Alfredo mit seiner großen Liebe Lisa am Strand von Mexiko.

Ganz anders – die Sehnsucht nach dem Tode, die immer wieder zum Selbstmord führen kann. Der pensionierte japanische Polizist Shige-San hat sich zur Aufgabe gemacht, Menschen davon abzuhalten, sich einfach von den Klippen ins Meer zu stürzen, wenn ihre Sehnsucht nach dem Nichts sie überwältigt. Er will nicht Zuschauer sein, wenn sich für sie der Abgrund verführerisch öffnet und sie ihre Sehnsucht in den Tod treibt.

"Die Farbe der Sehnsucht" ist eine Produktion von Filmpunkt GmbH in Zusammenarbeit mit SKYLINE PRODUKTIONS in Koproduktion mit WDR und BR mit Unterstützung von BKM, Film- und Medienstiftung NRW und dem DFFF.

WELTPREMIERE
50. Hofer Filmtage 2016

Ein Dokumentarfilm von Thomas Riedelsheimer
Redaktion: Jutta Krug (WDR), Petra Felber (BR)

Stand: 18.02.2019, 17:13

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