Deutschland im Kalten Krieg (3) – "Alles auf Anfang"

Trotz Verbots nehmen Bundeswehrsoldaten in Uniform am 22. Oktober 1983 an der Friedensdemonstration im Bonner Hofgarten teil

Deutschland im Kalten Krieg (3) – "Alles auf Anfang"

Das geteilte Deutschland war mehr als vier Jahrzehnte lang das Zentrum des Kalten Krieges. Hier verlief die wichtigste Grenze zwischen den beiden Supermächten USA und UdSSR. Mehrmals drohte der schwelende Konflikt zu eskalieren und das gesamte Land zu vernichten.

Anfang der 80er Jahre stehen auf beiden Seiten der Mauer mehr Atomraketen als jemals zuvor. Mit dem NATO-Doppelbeschluss wird sich ihre Zahl noch einmal erhöhen. Im Westen beginnt die große Zeit der Friedensbewegung. Im Osten fordern die Menschen Veränderungen und gehen dafür auf die Straße.

DDR-Bürger demonstrieren mit Transparenten für Reformen

Montags-Demonstrationen in der DDR: Für die Beteiligten war das 1989 ein großes Wagnis.

Der Staat schlägt mit seinen Mitteln zurück. Verhaftet Pfarrer, Lehrer, Schauspieler und Musiker. Denn das System steht mit dem Rücken zur Wand, und in der Sowjetunion regiert mit Michail Gorbatschow ein neuer russischer Präsident, der andere Ziele verfolgt.

Michail Gorbatschow bei einem Deutschlandbesuch 1989 zwischen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU, links) und Bundespräsident Richard von Weizsäcker

Perestroika: Der sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow (m.) hatte keine Scheu vor dem westdeutschen "Klassenfeind".

Der Film berichtet von amerikanischen Geheimtruppen in West-Berlin, von gegenseitigen Olympiaboykotten, dem Hoffnungsbringer Gorbatschow, dem rasanten Zusammenbruch der DDR und der deutschen Wiedervereinigung.

Ist der Kalte Krieg damit beendet? Erstmal sieht es so aus. Doch heute, 30 Jahre später, brodelt es wieder. Von einem neuen Kalten Krieg ist die Rede. Abrüstungsabkommen werden in Frage gestellt. Geschichte ist nie zu Ende. Man kann aus ihr lernen oder das Rad zurückdrehen. Alles auf Anfang?

Ein Schild mit der Aufschrift "Berliner Mauer 1961-1989" kennzeichnet den Mauerstreifen im Asphalt der Lindenstrafle in Berlin.

Die Berliner Mauer: Heute erinnert vielerorts nicht mehr viel an die innerdeutsche Grenze.

Davon erzählen Grünen-Politikerin Antje Vollmer, FDP-Politiker Gerhart Baum, Korrespondent Fritz Pleitgen, US-Botschafter Richard Burt und Hans Modrow, der letzte Regierungschef der DDR.

Die Reihe

Der Kalte Krieg war auf politischer und militärischer Ebene, aber auch im Alltag der Deutschen dauerhaft präsent: mit dem Wettlauf um den technischen Fortschritt, die Angst vor Bomben und Raketen, dem Kampf um moralische Überlegenheit gegenüber der anderen Seite, aber auch dem Zweifel an der eigenen Politik und die der Verbündeten.

Der 17. Juni 1953, der Bau der Mauer, die großen Demonstrationen in Bonn gegen die Pershing-Raketen, Übungen im Atomschutzbunker, Berufsverbote für DKP-Mitglieder, die Öffnung der Mauer, der Zerfall des Ostblocks – das alles sind Ereignisse, die die Menschen berührt und bewegt haben. Wie haben sie diesen Kalten Krieg erlebt? Wie hat er das Lebensgefühl auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs geprägt?

Die dreiteilige Dokumentation fragt Polit-Akteure und Entscheidungsträger in Ost und West, aber vor allem Zeitzeugen aus dem lange geteilten Deutschland.

Ein Film von Matthias Schmidt und Kai Christiansen
Redaktion: Barbara Schmitz, Beate Schlanstein

Stand: 17.12.2019, 14:53

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