Deutschland im Kalten Krieg (2) – "Keiner wird gewinnen"

Studenten-Aufstand mit Rudi Dutschke

Deutschland im Kalten Krieg (2) – "Keiner wird gewinnen"

Das geteilte Deutschland war mehr als vier Jahrzehnte lang das Zentrum des Kalten Krieges. Hier verlief die wichtigste Grenze zwischen den beiden Supermächten USA und UdSSR. Mehrmals drohte der schwelende Konflikt zu eskalieren und das gesamte Land zu vernichten.

Bewohner Ostberlins springen mit großen Tüten aus dem Fenster eines Wohnhauses und laufen auf Kamera zu.

Abstimmung mit den Füßen: Vielen Berlinern gelang im August 1961 noch die Flucht in den Westen.

Anfang der 60er Jahre sieht es, was Wohlstand und Freiheit angeht, so aus, als sei der Kalte Krieg im Grunde entschieden. Im Westen gibt es Vollbeschäftigung und ein Wirtschaftswunder. Im Osten haben sie auch Vollbeschäftigung, nur können die Menschen von ihrem Geld wenig kaufen. Die Versorgungslage ist schlecht.

Auch die Weltlage bleibt angespannt: Der Krieg in Vietnam ist ein Stellvertreterkrieg der Supermächte, und in beiden deutschen Staaten bleibt die Angst vor einem Dritten Weltkrieg, den keiner gewinnen kann. Deshalb rüsten beide Staaten auf, entwickeln neue Raketensysteme und bespitzeln sich gegenseitig.

Fritz Pleitgen (li) als ARD-Korrespondent 1973 im kalifornischen San Clemente: US-Präsident Richard Nixon und der sowjetische Staatssekretär Leonid Breschnew (Mitte).

Zwischen den Fronten: ARD-Korrespondent Fritz Pleitgen (li.) sprach mit dem sowjetischen Staatssekretär Leonid Breschnew und US-Präsident Richard Nixon (re.).

Der Film erzählt von der Studentenbewegung und dem Radikalenerlass im Westen, von ostdeutschen Agenten in Bonn und der Kultserie "Ein Herz und eine Seele" sowie vom legendären Auftritt des Liedermachers Wolf Biermann 1976 in Köln - und dessen Folgen.

Erste Bundeskonferenz der Deutschen Kommunistischen Partei am 27. Oktober 1968 in der Offenbacher Stadthalle

Kommunisten im Westen: 1968 gründete sich in der Bundesrepublik die DKP.

Aus ihren Erinnerungen an diese Zeit berichten unter anderem die Grünen-Politikerin Antje Vollmer, FDP-Politiker Gerhart Baum, Moskau- und Ostberlin-Korrespondent Fritz Pleitgen und der Verleger Helge Malchow.

Die Reihe

Der Kalte Krieg war auf politischer und militärischer Ebene, aber auch im Alltag der Deutschen dauerhaft präsent: mit dem Wettlauf um den technischen Fortschritt, die Angst vor Bomben und Raketen, dem Kampf um moralische Überlegenheit gegenüber der anderen Seite, aber auch dem Zweifel an der eigenen Politik und die der Verbündeten.

Der 17. Juni 1953, der Bau der Mauer, die großen Demonstrationen in Bonn gegen die Pershing-Raketen, Übungen im Atomschutzbunker, Berufsverbote für DKP-Mitglieder, die Öffnung der Mauer, der Zerfall des Ostblocks – das alles sind Ereignisse, die die Menschen berührt und bewegt haben. Wie haben sie diesen Kalten Krieg erlebt? Wie hat er das Lebensgefühl auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs geprägt?

Die dreiteilige Dokumentation fragt Polit-Akteure und Entscheidungsträger in Ost und West, aber vor allem Zeitzeugen aus dem lange geteilten Deutschland.

Ein Film von Matthias Schmidt und Kai Christiansen
Redaktion: Barbara Schmitz, Beate Schlanstein

Stand: 17.12.2019, 14:53

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