Akte D – das Versagen der Wohungspolitik

Hochhäuser in Frankfurt, davor Werbung für Luxuswohnungen

Akte D – das Versagen der Wohungspolitik

Deutschland ist ein Volk von Mietern. In kaum einem anderen Land lebt ein so großer Anteil der Bevölkerung zur Miete – mehr als 50 Prozent. Noch vor kurzer Zeit schien die Wohnungsfrage in Deutschland gelöst. Doch das hat sich grundlegend geändert.

Heute herrscht besonders in Großstädten wieder Wohnungsnot. Bezahlbarer Wohnraum ist knapp und umkämpft, das Kräfteverhältnis von Mietern und Vermietern gerät mehr und mehr in Schieflage. Das Problem wird noch dadurch verschärft, dass große Investoren aus dem In- und Ausland mit hohen Renditeerwartungen massiv Wohnungsbestände aufkaufen. Wohnungen werden zu einer Anlageform wie Aktien. Die derzeit explodierenden Mietpreise entwickeln sich zu einer Bedrohung für den sozialen Frieden im Land.

Wohngebäude am Stadtrand, davor eine voll behängte Wäscheleine.

Teure Mieten: Viele Menschen werden aus den Städten an den Stadtrand gedrängt.

AKTE D geht der Frage nach, warum das Wohnen in Deutschland eigentlich immer teurer wird. Wann hat sich die Wohnungspolitik grundlegend verändert? Aus welchen Gründen und zu welchem Zweck? Und gibt es sogar Profiteure der zunehmenden Wohnungsnot?

Auf historischer Spurensuche

Dazu unternehmen die Autorinnen in ihrer Dokumentation eine historische Spurensuche, beginnend mit dem Wohnungselend im Kaiserreich, über die Gründung der ersten Wohnungsbaugenossenschaften und den staatlich geförderten Massenwohnungsbau der Weimarer Republik, die staatlichen Maßnahmen gegen die Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg in Ost und West, die Entwicklung von Vorstädten und Innenstädten in den sechziger und siebziger Jahren bis hin zu den Deregulierungen und Privatisierungsexzessen der 90er Jahre und den Auswirkungen der liberalisierten Finanzmärkte seit der Jahrtausendwende. 

Arbeiterfamilie lebt auf engstem Raum zusammen

Wohnungselend im Kaiserreich: Viele Arbeiterfamilien mussten auf engstem Raum zusammenleben.

Die Dokumentation fragt vor allem nach den entscheidenden Weichenstellungen durch die Politik, den Motiven und Erfolgen von gemeinnützigem und sozialem Wohnungsbau und den Gründen für sein faktisches Verschwinden.

Ein Film von Judith Voelker und Julia Meyer
Redaktion: Beate Schlanstein (WDR), Thomas Kamp (WDR), Marc Brasse (NDR), Gerolf Karwath (SWR)                

Stand: 11.01.2018, 16:35

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