1929 – Das Jahr Babylon

Szene aus "Babylon Berlin"

1929 – Das Jahr Babylon

"1929 - Das Jahr Babylon" – ein Jahr der Entscheidungen. Die Stadt Berlin und das Land stehen auf der Kippe, niemand weiß, wohin die Reise geht. Der Erste Weltkrieg ist seit gut zehn Jahren vorbei, doch die Niederlage ist nach wie vor unverstanden und die Republik im permanenten Ausnahmezustand. Nur vier goldene Jahre hat die Geschichte ihr zugestanden und deren Glanz beruhte auf Pump. Im Reichstag sitzen 15 Parteien, von ganz links bis extrem rechts. Jede Regierung ist eine unmögliche Koalition.

Noch kommen die Menschen aus ganz Europa, um sich in der "Stadt der Sünde" zu vergnügen. Sie gehen in die Bars und Cabarets, sie verschwinden in dunklen Spelunken, in denen Verbrecherbanden regieren und Sex billig ist. Im Theater wird die Sprache der Moderne gesprochen, auf den Bildern explodieren die Farben. Doch die Arbeitslosigkeit ist hoch und die alten Mächte wollen zurück an die Macht.

Gereon Rath (Volker Bruch) mit Charlotte (Liv Lisa Fries)

Der Kölner Kommissar Gereon Rath (Volker Bruch) mit Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries).

Der Film basiert auf Tagebüchern und Erinnerungen, auf Augenzeugenberichten und Polizeiakten, auf Zeitungsausschnitten und Mitschriften - geschrieben von Diplomaten, Hausfrauen und Handwerkern, von Tänzerinnen und Journalistinnen, von Politikerinnen und Kokainhändlern. Verknüpft mit Archivbildern zeichnen diese Erinnerungen und Zeugnisse von 30 realen Menschen der Vergangenheit das Porträt einer Gesellschaft im Taumel.

Wolter (Peter Kurth) in einer Szene von "Babylon Berlin"

Peter Kurth als Oberkommissar Bruno Wolter in der Bestsellerverfilmung.

Vier Schauspielerinnen und Schauspieler erwecken die Zitate zum Leben: Fritzi Haberlandt, Leonie Benesch, Peter Kurth und Anton von Lucke. Mit ihnen geht der Film durch das Nachtleben und den Alltag zwischen Kohleofen und Grammophon, folgt dem Tod in die Barackensiedlungen und dem Leben in die Sommerfrische, tummelt sich in Hinterhöfen und stürzt sich in die Straßenkämpfe des "Blutigen Mai" und erlebt den Schock des "Schwarzen Freitag". Zu sehen ist eine Stadt, die es so längst nicht mehr gibt, und ein Land, das noch nichts davon weiß, wie tief es stürzen wird.

Ein Film von Volker Heise
Redaktion: Monika Pohl

Stand: 16.10.2019, 16:55

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