Braunkohle gegen Heimat - Die letzten Dörfer müssen weichen

Braunkohle gegen Heimat - Die letzten Dörfer müssen weichen

Mitten im Rheinland, zwischen Köln, Aachen und Mönchengladbach, frisst sich ein gigantischer Krater durch die Landschaft - das größte Loch Europas. Um Braunkohle zu gewinnen, verschlingt der riesige Tagebau Garzweiler Wälder, Felder und Dörfer. Bis heute verlieren Menschen für diese Energiepolitik ihre Heimat.

Bagger reißt ein Wohnhaus ein.

Schon über 30.000 Menschen haben diese Situation erlebt: Ihr Wohnhaus wird für den Tagebau abgerissen.

Seit den fünfziger Jahren mussten rund 35 000 Menschen für den Braunkohle-Tagebau im Rheinland ihre Heimat verlassen, weil ihre Dörfer buchstäblich abgebaggert wurden. Das Ende der Braunkohle ist längst besiegelt, doch auch aktuell müssen noch einmal 1600 Menschen aus dem Kreis Heinsberg die Koffer packen und ganz neu anfangen. Anders als in den 50er, 60er und 70er Jahren haben die Menschen heute umfangreiche Mitspracherechte beim Aufbau ihrer neuen Heimat, und sie gehen die Gestaltung ihrer neuen Wohnorte anders an, weil die Erfahrungen mit den frühen Umsiedlungen nicht immer positiv waren. Trotzdem stehen sie dem entscheidenden Punkt machtlos gegenüber: der Tatsache, dass sie ihre Dörfer komplett aufgeben müssen.

Bagger vor dem halb eingerissenen Dom.

Besonders emotional ist der Moment, wenn als letztes Gebäude die Kirche fällt, hier der Immerather Dom am 8. Januar 2018.

Wir haben Menschen in den letzten Umsiedlungsdörfern begleitet, beobachtet, wie sich bereits geräumte Dörfer in Geisterorte verwandeln, und wie auf der grünen Wiese neue Siedlungen entstehen. Die Dokumentation erzählt, welch langen Weg die Menschen im Braunkohlerevier in den vergangenen Jahrzehnten mit den Umsiedlungen gegangen sind, und wie sie um das kämpfen, was ihnen lieb und teuer ist: ihre Heimat.

Ein Film von Ulrike Brincker
Redaktion: Beate Schlanstein

Stand: 26.03.2018, 11:55

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