Unsere Spitzenmänner

Unsere Spitzenmänner Unser Westen 24.05.2019 43:44 Min. Verfügbar bis 24.05.2020 WDR Von Melanie Didier

Unser Westen

Unsere Spitzenmänner

Jacques Offenbach, Udo Lindenberg oder Konrad Adenauer - NRW hat einige Spitzenmänner hervorgebracht, die auf unterschiedlichste Art und Weise unser Land geprägt haben.

So wie Wilhelm Conrad Röntgen, den Entdecker der Röntgenstrahlen, Konrad Adenauer, den Erfinder des von innen beleuchteten Stopfeis, besser bekannt als erster Bundeskanzler, oder Herbert Grönemeyer der die Musikwelt geprägt hat und bis heute prägt.

Denker, Macher, Tüftler...

...Musiker, Maler, Politiker, Unternehmer und Erfinder. Viele Spitzenmänner hatten und haben Einfluss auf uns und unseren Westen. Sie werden überrascht sein, wer das größte Bundesland seine Heimat nennen kann...

Das Hermannsdenkmal in Detmold


Teutoburger Wald
Hermann der Cherusker
Dieser Mann ist im wahrsten Sinne herausragend: Hermann der Cherusker.
Über 50 Meter hoch ist das imposante Denkmal, dass ihm zu Ehren bei Detmold errichtet wurde. Es soll an die Varusschlacht im Jahr 9 n. Ch. Christus im Teutoburger Wald erinnern. Und natürlich an den Feldherren der Germanen, der damals die Schlacht gegen die schier übermächtigen römischen Gegner unter Führung von Varus gewonnen hat.

Der Cheruskerfürst gerät lange in Vergessenheit geraten - doch 1875 soll die Kolossalstatue die nationale Identität im Kaiserreich stärken. Heute ist das Denkmal vor allem ein beliebtes Ausflugsziel - mit einem phantastischen Weitblick von der Aussichtsplattform.


Teutoburger Wald
Hermann der Cherusker
Dieser Mann ist im wahrsten Sinne herausragend: Hermann der Cherusker.
Über 50 Meter hoch ist das imposante Denkmal, dass ihm zu Ehren bei Detmold errichtet wurde. Es soll an die Varusschlacht im Jahr 9 n. Ch. Christus im Teutoburger Wald erinnern. Und natürlich an den Feldherren der Germanen, der damals die Schlacht gegen die schier übermächtigen römischen Gegner unter Führung von Varus gewonnen hat.

Der Cheruskerfürst gerät lange in Vergessenheit geraten - doch 1875 soll die Kolossalstatue die nationale Identität im Kaiserreich stärken. Heute ist das Denkmal vor allem ein beliebtes Ausflugsziel - mit einem phantastischen Weitblick von der Aussichtsplattform.

Heinz Nixdorf
Vom mittelosen Physikstudent zum Visionär und Computerpionier: Heinz Nixdorf legt nicht nur selbst eine unglaubliche Karriere hin, er macht in den 60er Jahren aus seiner Heimatstadt Paderborn das Silicon Valley der Zeit. Quasi aus dem Nichts erschafft er einen Weltkonzern - und revolutioniert unseren Arbeitsalltag.

Nixdorf hat früh eine große Vision: Auf jedem Büroschreibtisch soll ein Computer stehen. Was für uns heute eine Selbstverständlichkeit ist, ist Ende der 1940er-Jahre noch sehr weit entfernt. Doch Nixdorf hält an seiner Idee fest, bricht sein Studium ab und gründet eine Computerfirma. 15 Jahre später vertreibt er den ersten Kleincomputer. Der Computer wird 1965 zu dem Kassenschlager der Firma, revolutioniert die Buchhaltung und macht Heinz Nixdorf in der ganzen Welt berühmt.

Die Entwicklung zum Personal Computer verschläft Nixdorf allerdings, und die Firma wird von der Konkurrenz aus dem Ausland überholt. Es folgen diverse Fusionen und Neuausrichtungen - Standort des Unternehmens ist aber weiterhin in Paderborn.

Münsterland
Titus Dittmann
Ausgerechnet das beschauliche Münster ist das Mekka aller Skateboard-Verrückten im Land. Denn hier lebt und wirbelt "The Lord of the Boards": Titus Dittmann.
Eher zufällig gerät Dittmann in den 70er Jahren mit dem Skateboarding in Kontakt - und ist sofort "infiziert". Er gibt seinen sicheren Lehrerberuf auf und gründet mit seiner Frau eine Firma für Skateboards und Streetstyle. Und trifft damit den Nerv der Zeit. Nicht nur er fährt auf das Skaten und den dazugehörenden Lifestyle ab, sondern noch richtig viele andere. Und so wächst das Unternehmen weiter und weiter…

Titus Dittmann eröffnet außerdem den ersten deutschen Outdoor-Skatepark und veranstaltet den legendären Münster Monster Mastership. Denn für Dittmann ist Skaten nicht nur Sport oder Geschäft – sondern das Leben. Frei nach dem Motto: hinfallen, aufstehen, weitermachen! Diese Botschaft lebt er auch mit über 70 Jahren noch mit voller Leidenschaft. Und er engagiert sich. Mit seinem Verein Skate Aid e.V. bringt er Kindern in Krisen-, Kriegs- und Entwicklungsgebieten das Skaten bei. 

Udo Lindenberg
Lindenberg – das ist einer der wenigen echten Rockstars, die das Land zu bieten hat. Oft hat er sich schon selbst überlebt und doch immer wieder neu erfunden.

Eine knappe Stunde von Münster entfernt liegt das kleine Städtchen Gronau - die Heimatstadt von Udo Lindenberg. Ihr hat der Panikrocker auch ein Lied gewidmet: "Die kleine Stadt". Ein größerer Hit ist freilich "Alles klar auf der Andrea Doria". Mit der gleichnamigen Platte feiert Udo Lindenberg 1973 seinen ersten großen Erfolg und leutet seine erfolgreichste Phase ein.
Der schillernde Künstler nutzt seine Bekanntheit auch zur Völkerverständigung. Auf seine ganz eigene Art hat er sich um die Verständigung zwischen Ost und West verdient gemacht. Deshalb hat er zu Recht das Bundesverdienstkreuz erhalten und darf zu jedem Jubiläum des Mauerfalls am Brandenburger Tor spielen.

Gronau ist natürlich stolz auf den Sohn der Stadt – und hat ihm sogar ein lebensgroßes Denkmal errichtet und zum Ehrenbürger ernannt.

Bergisches Land
Wilhelm Conrad Röntgen
Aus Remscheid-Lennep stammt der Mann, der mit seiner Erfindung die Medizin und unser aller Leben revolutionierte: Vor über 100 Jahren hat Wilhelm Conrad Röntgen die nach ihm benannten „Röntgen-Strahlen“ entdeckt. In seinem Forschungslabor entdeckt er eines Tages durch Zufall die "X-Strahlen" – damit kann er als erster das Skelett sichtbar machen! 1901 wird ihm dafür der erste Nobelpreis für Physik verliehen.

Der bescheidene Forscher verzichtet auf ein Patent, denn seine Entdeckung soll der Allgemeinheit dienen. Und in der Tat sind die Röntgenstrahlen bis heute eine wichtige Grundlage von Forschung und Technik.

Röntgens Arbeiten und Apparate können besichtigt werden – im einzigen Röntgen-Museum der Welt in seiner Geburtsstadt Remscheid-Lennep.

Niederrhein
Josef Beuys
Er gilt heute als einer der weltweit bekanntesten und bedeutendsten Künstler aus Deutschland. Der gebürtige Krefelder ist Zeichner, Bildhauer, Kunsttheoretiker, Professor - aber vor allem: Aktionskünstler und Revolutionär. Beuys radikale Haltung: Kunst darf alles. Und jeder kann Kunst.

Seine Happenings und Werke sind für seine Zeitgenossen gewöhnungsbedürftig: Tote Hasen, Fett in Ecken und auf Stühlen, gestapelte Filzlappen. Das geht nicht für jeden als „Kunst“ durch. Uns so passiert es, dass Beuys „Badewanne“ (von 1960) bei einer Ausstellung von einer eifrigen Putzfrau gereinigt wird. Auch seine berühmte „Fettecke“ wird 1986 vom reinlichen Hausmeister der Kunstakademie Düsseldorf aus Beuys Atelier entfernt...

Auch wenn Beuys Werke nicht sofort und für jeden zugänglich sind - er hat die Kunstwelt damit entscheiden verändert. Das Museum in Schloss Moyland am Niederrhein beherbergt rund 6000 Arbeiten des Ausnahmekünstlers und umfasst damit den weltweit größten Bestand der Werke von Joseph Beuys.

Kölner Bucht
Jaques Offenbach
1919 wird der Meister der modernen Operette geboren. Nein, nicht in Paris. Sondern in Köln! Hier in der Rhein-Metropole verbringt Jakob Offenbach, wie er eigentlich heißt, seine Jugend. Wird geprägt von der kölschen Mentalität und der rheinischen Leichtigkeit.

Mit 14 Jahre schickt ihn sein Vater nach Paris ans Konservatorium. Aus Jakob wird Jacques und Paris bleibt zeitlebens seine musikalische Wirkungsstätte. 1855 gründete Offenbach dort sein eigenes Theater. Und entwickelte die Gattung der Operette, mit ihren leichten und zugänglichen Melodien. Vielen gefällt das, aber für Kritiker ist es mehr Unterhaltung als echte Kunst. Und übersehen dabei, das viele Werke Offenbachs vor Satire und Kritik an den Verhältnissen der Zeit strotzen.

"Orpheus in der Unterwelt" ist heute eines seiner bekanntesten Werke, und die eingängigen Melodien seiner Tanznummern "Cancan" und "Barcarole" kennt jeder. 1880 stirbt Offenbach in Paris. Viele seiner Werke wurden seither vergessen, der Komponist auf wenige Stücke reduziert. Doch Köln feiert 2019 den 200. Geburtstag „ihres“ Komponisten gebührend und mit einem facettenreichen Programm.

Konrad Adenauer
Im Rentenalter macht er seinen größten Karrieresprung: 1949 wird Konrad Adenauer mit 73 Jahren der erste Kanzler der jungen Bundesrepublik Deutschland. 14 Jahre lang prägt der gebürtige Kölner die Nachkriegspolitik, begräbt u.a. das Kriegsbeil zwischen Frankreich und Deutschland und legt den Grundstein für ein vereintes Europa. Die deutschen Nachkriegsjahre gelten heute als Adenauer-Ära.

Auch als Oberbürgermeister von Köln hat Adenauer Spuren hinterlassen: Er legt unter anderem den Grundstein für die Universität in Köln, eröffnet die Köln Messe, holt die Produktion von Ford an den Rhein und macht die Stadt grüner. So ganz nebenbei betätigt sich Adenauer auch noch als Erfinder: Über 25 Dinge hat er ausgetüftelt, u.a. ein beleuchtetes Stopfei und eine Gießkanne mit aufklappbarer Tülle.

Als Konrad Adenauer 1967 im Alter von 91 Jahren stirbt, ist die Trauer im Land groß. 400 Millionen Menschen verfolgen rund um den Erdballen die Live-Übetragung des WDR zum Begräbnis des großen CDU-Politikers.

Eifel
Ludwig Mies van der Rohe
Klare und reduzierte Formen, kühle und kühne Entwürfe - Ludwig Mies van der Rohe gilt als einer der wichtigsten Architekten des 20. Jahrhunderts.
Geboren wird der später weltberühmte Architekt 1886 in keiner pulsierenden Weltmetropole - sondern in Aachen.

Später zieht er nach Berlin, wo er erste Entwürfe umsetzen kann und die Avantgarde der Szene kennenlernt. Gemeinsam mit Gropius und Le Corbusier gilt Mies van der Rohe als Mitbegründer der modernen Architektur. Später leitet er auch die Kunstschule, deren Name heute für eine ganze Stilrichtung steht: das Bauhaus.

Weltberühmt ist auch sein Pavillon, den er 1929 zur Weltausstellung in Barcelona baut. Aber auch in NRW kann man Mies van der Rohes Avantgarde-Architektur bewundern: 1928 baut er für seine Freunden Hermann Lange und Josef Esters zwei Häuser. Zu seiner Zeit tun sich viele Zeitgenossen mit der gradlinigen, modernen Formensprache schwer. Heute gelten sie als architektonischer Schatz und sind als Museum allen zugänglich.

Siegerland
Peter Paul Rubens
Rubens ist einer der bekanntesten Barockmaler. Und auch wenn er als flämischer Maler gilt und in Antwerpen gestorben ist – geboren wird er in Siegen.
1577 erblickt er hier das Licht der Welt, später lebt er einige Jahre in Köln. Dann zieht es ihn nach Italien - das Sehnsuchtsland vieler Maler seiner Zeit. Sein Werk besticht durch einen bis dahin einzigartigen Umgang mit Licht, die satten Farben und die außergewöhnliche pralle Körperlichkeit seiner Figuren. Der Begriff Rubens-Figur ist nicht umsonst zum geflügelten Wort geworden.

Rubens hat nachhaltigen Einfluss auf die Künstler seiner Zeit und wird schon zu Lebzeiten als Maler bewundert. Und auch die Siegener würdigen den berühmtesten Sohn der Stadt ausgiebig. Im Siegerlandmuseum im oberen Schloss werden neben einem Selbstbildnis des Malers auch Werke aus verschiedenen Werkphasen gezeigt.

Sauerland
Franz Falke-Rohen
1895 beweist der Dachdecker Franz Falke-Rohe, dass er ein kreativer, innovativer und auch mutiger Mann ist. Denn aus einer kleinen Idee macht er in Schmallenberg im Sauerland ein Familienimperium.

In den kalten Wintermonaten arbeitet der Dachdecker gewöhnlich als Saison-Arbeiter in einer Stickerei. Dann entschließt er sich zu einem mutigen Schritt: Er gründet seine eigene kleine Stickerei und will im schönen Schmallenberg Strümpfe produzieren. Unterstützt wird er dabei von seinem ältesten Sohn. Und das Geschäft läuft!
1920 wird die erste Falke-Fabrik gebaut - der Firmensitz befindet sich noch heute an der gleichen Stelle in Schmallenberg, auch wenn bereits weltweit produziert wird.

Die mittlerweile vierte Generation treibt das Familienunternehmen mit erweitertem Sortiment wie Sportkleidung und Oberbekleidung voran. Aber mit Strumpfwaren begründet Falke seine Erfolgsgeschichte. Und bis heute sind sie auch das bekannteste Produkt aus dem Hause Falke.

Ruhrgebiet
Herbert Grönemeyer

Er ist der Poppoet aus dem Pott schlechthin. Geboren ist Herbert Grönemeyer zwar in Göttingen, doch als er ein Jahr alt ist, ziehen seine Eltern mit ihm nach Bochum. Und dass sein Herz für das Revier und seine neue Heimatstadt schlägt, macht er mit seinem ersten Hit-Album klar: 4630 Bochum heißt es. Sein Song "Bochum" ist die inoffizielle Hymne der Stadt und wird seit 1992 auch vor jedem Vereinsspiel des Vfl Bochum gesungen.

Sein bis heute erfolgreichstes Album ist allerdings „Mensch“ (2002). Auf ihm verarbeitet er auch den Tod seiner Frau und seines Bruders. Und das ist sein ganz große Stärke: Er schafft es, seine Gefühle so virtuos in Worte zu fassen, dass sie den Zuhörer erreichen - und tief berühren.

Ingolf Lück, Lisa Feller, Thomas Bug und Sabine Heinrich nehmen uns mit auf eine Reise durch die neun Regionen unseres schönen Bundeslandes. Unser Westen – Unsere Spitzenmänner: Wir erzählen die Geschichten der ganz Großen aus unserem NRW.

Stand: 15.04.2019, 15:53

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