Wie Hund und Katz? So klappt das Zusammenleben

Wie Hund und Katz? So klappt das Zusammenleben

Als Nadine sich zu ihren zwei Katzen noch einen Hund anschaffen wollte, sah sie darin überhaupt kein Problem. Sie hat eine achtjährige Katze mit Namen Fibi und einen anderthalbjährigen Kater Rocky. Als dann die Hündin Emma ins Haus kam, hat sich Katze Fibi vor lauter Angst ins Dachgeschoss des Einfamilienhauses zurückgezogen. Aber es gibt Lösungen für eine Eingewöhnung!

Hund in einen Katzenhaushalt einführen

Es ist etwas leichter, eine Katze in einen Haushalt mit Hund einzuführen, als einen Hund – wie in unserem Beispiel – in eine bereits bestehende Katzengemeinschaft. Der Hund muss sich daran gewöhnen, dass die Katze ab jetzt zum „Rudel“ dazugehört. Anders ist es bei Katzen. Sie empfinden einen neuen bellenden und schwanzwedelnden Mitbewohner oft als Eindringling und damit als Bedrohung.

Tipps von Tiertherapeutin Heike Grotegut

Optimal ist es, schon vor dem Einzug des Hundes mit der Eingewöhnung zu beginnen. Doch auch nachdem ein Hund schon in einen bestehenden Katzenhaushalt eingezogen ist, kann man noch einiges tun, um beide Rassen aneinander zu gewöhnen.

Erster Schritt

Die Katze und der Hund werden gegenseitig an den Geruch des anderen gewöhnt. Dazu sind nur ein Handy und ein altes Stück Stoff (z. B. T-Shirt oder Ähnliches) erforderlich. Der Hund wird mit dem Stoff gestreichelt. Dieser „Geruchsträger“ wird jetzt zur Katze gebracht. Sie kann vorsichtig daran riechen und sich so in Ruhe an den fremden Geruch gewöhnen.

Das gleiche gilt für die Geräusche: Mit dem Handy nimmt man am besten das Bellen des neuen Hundes auf und spielt es der Katze vor. Erst ganz leise und mit jedem erneuten Vorspielen immer etwas lauter. Läuft die Katze vor Angst weg, erst mal wieder leiser vorspielen.

Hund und Katze nähern sich im Beisein der Halterin an

Mit Geduld klappt die Vergesellschaftung von Hund und Katze

Zweiter Schritt

Der Hund kommt ins Haus. Er sollte aber am Anfang nicht direkt das komplette Territorium der Katze „besetzen“. Das bedeutet, den Hund nicht überall in der Wohnung frei herumlaufen zu lassen. Manche Katzen kommen sehr schnell mit dem neuen Mitbewohner zurecht, andere brauchen länger. Daher brauchen ängstliche Katzen einen Schutzraum. Hilfreich sind hierbei oft Treppen- oder Türrahmen-Trenngitter aus dem Baby-Fachmarkt.

Dritter Schritt

Jetzt wird die räumliche Trennung zwischen Hund und Katze aufgehoben. Beim ersten Kontakt ist es empfehlenswert, den Hund an die Leine zu nehmen. Er könnte vor Freude stürmisch auf die Katze loslaufen und ihr damit Angst einjagen. Außerdem gilt es immer gut zu beobachten: Ist die Katze entspannt und neugierig, oder läuft sie panisch weg, wenn der Hund an der Leine in ihre Nähe kommt? Ist Letzteres der Fall, braucht die Katze für die nächste Zeit noch einen Raum, in dem sie sich sicher vor dem Hund fühlt.

Die Katze bestimmt das Tempo

Generell gilt: der Katze die Initiative überlassen. Die Katze zeigt deutlich, wenn für sie die Eingewöhnungsphase beendet ist. Sie geht dann aktiv zum Hund hin bzw. lässt ihn entspannt in ihrer Nähe zu. Auch wenn dadurch besondere Geduld erforderlich ist – Katzen lassen sich im Allgemeinen nicht zwingen. Sie müssen sich erst einmal an die neue Situation gewöhnen. Und dieser Gewöhnungsprozess kann manchmal viele Wochen und Monate dauern.

Autorin: Katharina Hadem

Stand: 08.03.2019, 12:17

Kommentare zum Thema

1 Kommentar

  • 1 Sabine Ridderskamp 14.03.2019, 17:52 Uhr

    Als im Sommer der kleine Kater bei uns eingezogen ist, gab es keine andere Lösung. Mit 5 Wochen, viel zu klein, fast verhungert und motorisch nicht fit, mussten wir uns, das ist Mellios der 14 Jahre alte Grieche und ich, auf das Abenteuer Katze einlassen. In der Zwischenzeit haben wir viele gesundheitliche Hürden genommen. Karlchen ist mittlerweile 10 Monate und hat eine neurologische Erkrankung und einen Herzfehler behalten. Er ist über den Berg und kann mittlerweile den Hund lesen. Mellios liebt ihn nicht, aber duldet ihn als WG Partner. Ich komme immer wieder ins Spiel um zu vermitteln, wenns nötig wird. Hund und Katze geht. Nicht immer und nicht mit Jedem.