Tierschutz Italien: Ein Leben für herrenlose Tiere

Tierschutz Italien: Ein Leben für herrenlose Tiere

Streunende Hunde, unkontrollierter Nachwuchs, überfüllte Tierheime. Im Süden Italiens kämpft Tierärztin Dorothea Friz gegen die Flut herrenloser Hunde und immer neues Tier-Elend.

Überall Hunde und Katzen, die auf den Straßen im Müll wühlen. Der Anblick schockierte die deutsche Tierärztin Dorothea Friz, als sie 1983 nach Süditalien zog. Noch schlimmer fand sie jedoch die Situation in den Tierheimen. Überfüllte, dreckige Zwinger, viele Hunde krank und schlecht versorgt und ohne Chance, jemals wieder rauszukommen, da in Süditalien kaum jemand Hunde adoptiert. Da stand ihr Lebensziel fest: der Kampf gegen das Elend herrenloser Tiere.

Kastration gegen immer neues Tierelend

Die Tierärztin Dorotheas Friz

Die Tierärztin Dorotheas Friz

Die Veterinärin begann, damals gegen den Widerstand vieler Italiener, herrenlose Tiere zu kastrieren und wieder an ihren Futterplätzen auszusetzen. Unermüdlich leistet sie bis heute Aufklärungsarbeit, um Tierhalter zu überzeugen: lasst Eure Tiere kastrieren, damit kein unerwünschter Nachwuchs entsteht, der dann auf der Straße oder im Tierheim landet! Mit Erfolg: heute kastriert Dorothea Friz in ihrer Klinik bei Castel Volturno mit ihrem fünfköpfigen Ärzteteam fast 5.000 Hunde und Katzen pro Jahr. Und in der Gegend ist die Zahl von Streunern erheblich niedriger als im restlichen Süditalien.

Rabatt nicht nur für Tierschutzvereine

In einem Operationssaal wird ein Hund kastriert

Kastration in der Klinik

Tierschutzvereine bekommen in der Kastrationsklinik ebenso ermäßigte Preise wie Tierhalter mit wenig Geld. Wer ein herrenloses Tier bringt zahlt gar nichts. Ermöglicht wird dies durch den von Dorothea Friz gegründeten Verein LEGA PRO ANIMALE, der von Spenden lebt. Ein positiver Nebeneffekt: Die Klinik konnte für viele herrenlose Tiere ein Zuhause finden.

Kampf gegen kommerzielle Canile

1991 hat das neue Tierschutzgesetzt Italiens, an dessen Entstehung Dorothea Friz maßgeblich beteiligt war, das Töten herrenloser Hunde verboten. Schnell waren die Tierheime, Canile genannt, überfüllt und es entstanden hunderte Anlagen einzig zu dem Zweck, mit Hunden Geld zu verdienen. Häufig werden die Tiere dort nur so gerade am Leben erhalten, sind mangelernährt, voller Parasiten, viele von ihnen krank. Denn die Betreiber interessiert nur eins: die ein bis vier Euro pro Hund pro Tag vom Staat. Seit Jahren prangert Dorothea Friz die mafiösen Strukturen und die Geschäftemacherei kommerzieller Tierheime an.

Unermüdlich engagiert sich Dorothea Friz im In- und Ausland auf politischer Ebene, in Seminaren und durch Tierschutzunterricht an Schulen für mehr Respekt im Umgang mit Tieren. Dafür gründete sie 2001 zusammen mit dem deutschen Tierschutzbund e.V. die FONDAZIONE MONDO ANIMALE.

Autorin: Christiane von Schwind

Stand: 09.03.2018, 11:59

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