10 wissenswerte Dinge über Stadttauben

10 wissenswerte Dinge über Stadttauben

Von Kathrin Strehle

Tauben: ein lästiges Übel und Seuchenverbreiter? So sehen zumindest viele Menschen die Vögel, die doch eigentlich für Frieden und Reinheit stehen. Doch was ist dran an diesem Image?

Tauben in der Stadt

1. Die Ratten der Lüfte? Falsch.
Das Image des Krankheitsüberträgers hält sich hartnäckig. Dabei hat das Bundegesundheitsamt bereits vor Jahren klar gestellt: Eine Taube ist nicht gefährlicher als jeder andere Wild- oder sogar Ziervogel. Auch nicht gefährlicher als andere „Nutz- oder Liebhabertier“, wie das Bundegesundheitsamt sich ausdrückt. Lediglich Taubenhalter haben ein erhöhtes Infektionsrisiko, so wie andere Vogelhalter auch.

1. Die Ratten der Lüfte? Falsch.
Das Image des Krankheitsüberträgers hält sich hartnäckig. Dabei hat das Bundegesundheitsamt bereits vor Jahren klar gestellt: Eine Taube ist nicht gefährlicher als jeder andere Wild- oder sogar Ziervogel. Auch nicht gefährlicher als andere „Nutz- oder Liebhabertier“, wie das Bundegesundheitsamt sich ausdrückt. Lediglich Taubenhalter haben ein erhöhtes Infektionsrisiko, so wie andere Vogelhalter auch.

2. Tauben haben viele verschiedene Augenfarben
Stadttauben – eine graue Masse an anonymen Schwarmvögeln? Von wegen. Viele kleine Details machen jede Taube in unseren Städten einzigartig. Ihre Augen sind zum Beispiel in Form und Farbe so unterschiedlich wie menschliche Augen.

3. Tauben sind Haustiere
Was viele nicht wissen: Unsere Stadttauben sind Nachkommen von Brieftauben oder Haustauben, die der Mensch einst zur Fleischgewinnung gezüchtet hat. Im Gegensatz zu ihren wilden Namensvettern liegt es ihnen nicht in den Genen, selbstständig nach Nahrung zu suchen. Kein Wunder also, dass sie vor allem an Stellen anzutreffen sind, wo sie Essensreste finden.

4. Weiße Tauben sind Hochzeitstauben oder deren Nachkommen
Immer wieder sieht man in Städten weiße oder weiß-gefleckte Tauben. Ihr Ursprung: Hochzeiten, bei denen Tauben freigelassen werden. Die weißen Tauben sind Zuchttauben und nicht für das Überleben in Freiheit geeignet. Es passiert jedoch nicht selten, dass diese Tiere – wie auch Brieftauben – nicht nach Hause finden. Sie enden in den Städten und sind auf sich allein gestellt.

5. Der Grund für fehlende Gliedmaßen: Fäden oder Haare
Viele Tauben haben Verletzungen an den Beinen. Oft fehlen ihnen Zehen oder ganze Füße. Der Grund dafür: Fäden oder Haare, die auf dem Boden liegen. Sie schlingen sich um die Füße der Tauben, die mit feinen Schuppen bedeckt sind, verheddern sich darin und schnüren die Gliedmaßen langsam ab.
Tipp: Herumliegende Fäden, Drähte und Schnüre entsorgen.

6. Vergrämungsmaßnahmen sind grausam
Mit Netzen, Spikes und Klebepaste versuchen manche Menschen, Tauben fernzuhalten. Alle drei Maßnahmen haben nicht nur grausame Folgen für Tauben, sondern auch für andere Vögel, wie Meisen und Turmfalken. Die Tiere verheddern sich nicht selten in den gespannten Netzen oder verirren sich dahinter – sie finden nicht mehr heraus und verhungern. An Spikes können sie sich ernsthafte Verletzungen zuziehen, und Klebepaste macht Vögel flugunfähig. Das bedeutet ihren sicheren Tod.

7. Taubenkot zerstört keine Gebäude
Es heißt, Taubenkot sei so ätzend, dass er Schäden an Gebäuden verursache. Eine Studie der TU Darmstadt zeigte aber, weder Buntsandstein, Granit oder Zementmörtel noch Vollklinker, Vollziegel oder unbehandeltes lasiertes Nadelholz nehmen Schaden, wenn sie mit den Hinterlassenschaften in Berührung kommen. Lediglich Bleche oder Lacke können darunter leiden. Jedoch nicht nur unter Tauben-, sondern unter jeglichem Vogelkot.
Übrigens: Der weiße, schlierige Kot, der Städte verunreinigt, ist Zeichen von nicht artgerechter Fütterung. Tauben, die nicht nach Essensresten suchen müssen, sondern mit Körnerfutter gefüttert werden, haben festen, dunklen Kot.

8. Stadttauben müssen Hunger leiden
Circa 30 Gramm Körner braucht eine erwachsene Taube pro Tag. Doch woher soll eine Stadttaube diese bekommen? Die grauen Vögel weichen auf Essensreste aus, streifen pausenlos durch die Stadt, auf der Suche nach Futter und stürzen sich auf alles, was Menschen entsorgen.

9. Ein Fütterungsverbot führt nicht zu weniger Nachkommen
Viele Menschen glauben: Wenn Tauben gefüttert werden, werden es nur noch mehr. In vielen Städten ist das Füttern von Tauben daher verboten. Dabei wurden Tauben so gezüchtet, dass sie sich bis zu sieben Mal im Jahr paaren – unabhängig vom Nahrungsangebot. Fütterungsverbote führen also nur dazu, dass mehr junge Tauben verhungern. Dennoch kann ein Fütterungsverbot auch positiv betrachtet werden, da Tauben häufig falsch – beispielsweise mit Essensresten – gefüttert werden. Stattdessen sollte dann aber an anderer Stelle artgerecht zugefüttert werden. Richtig gemacht, kann das sogar die Ausbreitung der Tauben verringern. Nämlich durch...

10. Taubenhäuser – eine Win-win-Situation
In Taubenhäusern werden Tauben angefüttert und erhalten einen Ort, an dem sie nisten können. Dies verhindert, dass die Vögel an unerwünschten Stellen nisten und es erleichtert das Austauschen der befruchteten Eier durch Gipseier. So kann nachhaltig der Bestand reduziert werden. Fazit: Durch Taubenhäuser müssen die Vögel keinen Hunger leiden, nisten sich nicht überall ein und ihre Fortpflanzung wird eingedämmt.

Stand: 19.04.2018, 13:05 Uhr