Hundeschwimmweste – ja oder nein?

Aufnahme von rennendem Hund mit Schwimmweste am Strand

Hundeschwimmweste – ja oder nein?

Viele Hunde schwimmen gerne. Das ist nicht neu. Neu ist aber der Trend zur Schwimmweste für den Vierbeiner. So mancher Hundehalter lässt sein Tier mittlerweile nicht mehr ohne Weste ins Wasser. Und wird dafür oftmals belächelt. Das Für und Wider der Hundeschwimmweste...

Das Wichtigste zuerst: Hunde können schwimmen! Die genetische Anlage zum Paddeln ist bei fast jedem Hund gegeben. Der eine schwimmt nur besser und der andere schlechter.

Aus diesem Grund: Nicht jeder Hund braucht eine Schwimmweste! Ein gesunder Hund, der ab und zu in einem Teich schwimmen geht, kommt also gut ohne aus. Ihn könnte eine Schwimmweste sogar stören und einengen.

Unter bestimmten Umständen jedoch, ist der Gedanke an eine Hundeschwimmweste sinnvoll:

Der Hund ist im Wasser unsicher

Hunden, die mit dem Element Wasser nicht vertraut sind oder die sich darin unsicher fühlen, kann eine Schwimmweste helfen. Sie umschließt einen Teil des Körpers und gibt allein dadurch ein Gefühl von Sicherheit. Vor allem aber gibt sie Auftrieb im Wasser und stabilisiert die Lage des Hundes. So kann sich dieser ganz aufs Vorwärtspaddeln konzentrieren.

Der Körperbau erschwert das Schwimmen

Bestimmte Rassen, wie zum Beispiel kleinere Bulldoggen, können sich beim Schwimmen schwer tun. Ihr massiver Rumpf und die kurzen Beine sind dafür einfach nicht optimal. Wer seinen Hund anfangs mit einer Hand unter dem Bauch unterstützt, hat dennoch gute Chancen ihm das Schwimmen ohne Weste beizubringen. Zeigt der Vierbeiner aber weiterhin Unsicherheiten, können ihm diese mit einer Schwimmweste genommen werden.

Übrigens: Das Gleiche gilt für sehr übergewichtige Hunde.

Aufname von Hund mit Schwimmweste

In manchen Situationen ist eine Schwimmweste für Hunde sinnvoll.

Der Hund ist schon alt

Gerade älteren Hunden tut Schwimmen oft gut. Es hilft die Muskeln zu erhalten ohne Knochen und Gelenke zu belasten. Allerdings sind Hundesenioren konditionell meist nicht mehr so fit, wie junge Hunde. Eine Schwimmweste kann hier Abhilfe schaffen. Sie sorgt für Auftrieb, so dass der Hund nur noch für die Vorwärtsbewegung Kraft aufwenden muss.

Aber Vorsicht: Gerade bei älteren Hunden ist es wichtig auf das Herz-Kreislaufsystem zu achten. Lassen sie Ihren Hund – am besten auch den jungen – nicht zu schnell aus dem Warmen ins kalte Wasser rennen.

Die Situation erfordert es

Selbst Hunde, die sichere Schwimmer sind, sollten in manchen Situationen eine Schwimmweste tragen. Beispielsweise, wenn sie ihre Halter zum Wassersport begleiten. Zwar ist es in Deutschland keine Pflicht, seinem Hund auf einem Boot eine Schwimmweste anzuziehen, sinnvoll ist es dennoch. Segler zum Beispiel befinden sich oft weit draußen auf dem Wasser. Zu weit entfernt vom Ufer, falls der Hund einmal über Bord geht. Neben dem Auftrieb, den Schwimmwesten geben, ist in diesem Fall auch die meist knallige Farbe von Vorteil. So können Hunde selbst zwischen Wellen gut gesehen werden – von Ihnen, aber auch von anderen Wassersportlern, die mit ihnen kollidieren könnten.

Ebenfalls sinnvoll ist eine Hundeschwimmweste, wenn Ihr Vierbeiner in Gewässer mit viel Strömung oder gar Strudeln geht. Denn selbst beim Schwimmen im Uferbereich besteht die Gefahr, dass Ihr Hund abgetrieben wird. Hier ist besondere Vorsicht geboten! Eventuell kann der Hund zusätzlich mit einer langen Leine gesichert werden. Aber bitte bedenken Sie, dass diese an Gegenständen im Wasser hängen bleiben oder der Hund sich verheddern kann.

Welche Weste ist die Richtige?

Im Hundefachhandel gibt es inzwischen viele verschiedene Schwimmwesten-Modelle zu völlig unterschiedlichen Preisen. Hier gilt: Es muss nicht die Teuerste sein!

Teuer sind meist die Modelle, die nicht nur auf dem Rücken und an der Brust Schwimmkörper haben, sondern  auch den Bauchbereich damit umschließen. Diese Modelle sitzen fest am Körper und sind stabil genug, um den Hund daran im Notfall aus dem Wasser zu ziehen. Für aktive Wassersportler genau das Richtige.

Die Enge dieser Modelle hat aber auch Nachteile. Wer seinen Hund beispielsweise aus medizinischen Gründen schwimmen lassen möchte, sollte lieber ein Modell wählen, welches nur mit Gurten um den Bauch befestigt wird. Sie bieten mehr Bewegungsfreiheit für Muskeln und Rücken, so dass sich Verspannungen besser lösen.

Stand: 31.07.2018, 12:02