Schwangerschaft und Katzen im Haushalt

Schwangerschaft und Katzen im Haushalt

Oft werden Katzen im Tierschutz abgegeben, weil ein Baby in die Familie gekommen ist. Die Eltern sind um die Gesundheit und den Schutz der Mutter und des Babys besorgt. Oder aber die Katze reagiert mit Stress und Unsauberkeit auf die neue Situation. Doch in den meisten Fällen ist es gar nicht nötig, das Tier abzugeben. Ein paar Tipps, wie man Mutter und Kind schützt und die Katze gut auf das neue Familienmitglied vorbereitet, können helfen.

1. Unsauberkeit der Katze

Auf plötzliche Veränderungen reagieren Katzen oft mit Stress. Das kann sich in Unsauberkeit äußern, etwa dem Urinieren im Haus. Auch Babys können Auslöser für Stress bei einer Katze sein. Halter sollten dann handeln

  • Medizinisch sollte eine Erkrankung ausgeschlossen werden. Es gibt bei Katzen auch stressbedingte Blasenentzündungen. Diese müssen tierärztlich behandelt werden.
  • Die Katzentoilette sollte optimal sein. In Stresssituationen neigen Katzen dazu, das eigene Klo zu meiden, weil es ihnen nicht behagt. Was sie also vorher noch toleriert haben, wird dann abgelehnt.
  • Das Katzenklo sollte nur mit Streu befüllt sein, nicht mit Plastikfolien oder Papier ausgelegt. Es sollte an einem ruhigen Ort stehen und täglich gereinigt werden. Ist die Wohnung sehr groß, sind zwei Katzentoiletten besser.
  • Pheromone für Katzen einsetzen. Im Handel gibt es spezielle Flakons für die Steckdose, deren Inhalt auf Katzen stressreduzierend wirken kann.

2. Toxoplasmose

Schwangere haben große Angst vor einer Ansteckung mit Toxoplasmose. Auslöser ist ein Parasit, der im Kot der Katze vorhanden sein und bei Ansteckung der Mutter das ungeborene Baby schädigen kann. Wie lässt sich diese Gefahr minimieren?

  • Das Reinigen der Katzentoilette anderen im Haushalt überlassen oder Handschuhe anziehen.
  • Man kann den Kot seiner Katze beim Tierarzt auf Toxoplasmose testen lassen. Nicht jede Katze trägt den Erreger in sich.
  • Auch Schwangere können sich beim Frauenarzt testen lassen. Wer bereits einmal den Erreger in sich hatte, dem droht keine Gefahr mehr.

3. Aggression der Katze gegen das Baby

Viele Eltern sorgen sich, die Katze könnte das Baby angreifen und verletzen, etwa aus Eifersucht. Da hilft eine gute Vorbereitung der Katze auf das Baby.

  • Die Katze an typische Babygeräusche und -gerüche gewöhnen, indem die Eltern der Katze schon Wochen oder Monate vor der Geburt Rasseln, Spieluhren und Babycremes zeigen. Man kann auch das Weinen, Lachen und Glucksen von Babys auf dem Handy abspielen. Anfangs alles leise und sehr kurz, dann tageweise die Intensität steigern. Die Katze dabei immer belohnen, mit etwas, das ihr Freude macht, zum Beispiel Leckerchen, Spielzeug oder Streicheleinheiten.
  • Wer den Namen des Babys schon kennt, sollte ihn immer wieder erwähnen.
  • Die Katze beim Einrichten des Zimmers und in die Vorbereitung mit einbeziehen.

4. Die Katze könnte das Kind im Schlaf ersticken

Das ist eine große Sorge von Eltern, da Katzen gerne in Höhlen und auf warmen Plätzen schlafen. Katzenexpertin Heike Grotegut kennt selbst keinen belegten Fall, in dem eine Katze das Kind erstickt hat. Natürlich sollten sich Eltern trotzdem absichern und können folgendes tun:

  • Einen Fliegen-/Moskitoschutz über das Babybett hängen. Wer mag, kann an den Enden noch eine Beschwerung einnähen. Das Ende gut unter dem Bett befestigen. Die Katze springt daran nicht hoch, weil sie keinen Halt hat.
  • Es gibt auch spezielle Hauben für das Bett, die man im Handel kaufen kann.

5. Und was kann man sonst noch tun?

  • Eltern sollten sich entspannen, wenn das Kind da ist. Das wirkt sich auch positiv auf die Katze aus.
  • Wer stillt, sollte die Katze dazukommen lassen, wenn sie das möchte.
  • Wenn das Kind wach ist, sollten sich die Halter auch immer mal wieder mit der Katze beschäftigen. So verbindet sie das Baby mit etwas Positivem.
  • Im Krabbelalter sollten der Katze genügend Rückzugsorte gewährt werden. Hier helfen Babygitter ganz gut. Und das Kind lernt so schon früh, Respekt vor dem freien Willen eines Tieres zu haben.

6. Vorteile von Katzen für das Baby

Tiere wirken sich positiv auf Kinder aus.

  • Sie stärken das Immunsystem: Das hat eine Forschungsgruppe aus Bonn festgestellt und in einer Studie unter dem sogenannten „Bauernhofeffekt“ zusammengefasst. Kinder wachsen demnach gesünder auf, weil die Umgebung nicht steril ist. Das kann gegen Allergien oder Erkrankungen wie Neurodermitis schützen.
  • Kinder, die mit Tieren groß werden, haben einen deutlich höheren EQ: Sie sind beispielsweise teamfähiger, kreativer und sozialer als Kinder, die ohne Tiere aufwachsen.

Autorin: Kati Kolbe

Stand: 10.05.2019, 14:17

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