Süß, süßer, Ratten

Süß, süßer, Ratten

Außergewöhnlich und superniedlich: Ratten posieren mit Mini-Teddybären, schnüffeln an Milchkannen und halten winzige Musikinstrumente in ihren kleinen Pfoten. Alles ohne Zwang, darauf legt die holländische Tierfotografin Ellen van Deelen großen Wert. Sie fotografiert seit zwölf Jahren Ratten. Dabei ekelte sie sich jahrelang, wie viele andere Menschen auch, vor den Nagetieren.

Die diplomierte Erzieherin aus der holländischen Kleinstadt Roosendaal fotografiert seit über 40 Jahren. Ihre Mutter führte ein Geschäft für schöne Dinge, der Vater war Kunstlehrer. Von ihm erhielt Ellen, als sie zehn Jahre alt war, eine Fotokamera. Über viele Jahre hinweg galt ihr Interesse der Makrofotografie von Pflanzen und Insekten, und sie hat vor allem alte Menschen porträtiert. Doch dann gab es vor zwölf Jahren eine besondere Begegnung: Im Schaufenster einer Tierhandlung sah sie eine braune Ratte in einem viel zu kleinen Käfig und erfuhr, dass das Tier bereits seit über einem halben Jahr alleine im Käfig saß.

Obwohl Ellen misstrauisch war, ließ sie sich die Ratte auf die Hand setzen. Sie sah sich das Tier genau an, hatte Mitleid und nahm die Ratte mit nach Hause. Ratten haben ihrer Meinung nach völlig zu Unrecht ein schlechtes Image. Seitdem bringt Ellen van Deelen in skurrilen und liebenswürdigen Rattenfotos das besondere Wesen der Ratten zum Ausdruck.

Skurril und liebenswürdig - Außergewöhnliche Fotos von Ratten

Ellen van Deelen aus dem holländischen Roosendaal öffnet mit ihren Fotos auch die Herzen von Menschen, die Ratten eher unangenehm finden.

Ratten mit Musikinstrumenten

Dies sind die tierischen Fotomodelle der niederländischen Fotografin Ellen van Deelen: Sie setzt am liebsten ihre Hausratten in Szene.

Dies sind die tierischen Fotomodelle der niederländischen Fotografin Ellen van Deelen: Sie setzt am liebsten ihre Hausratten in Szene.

Mal posieren die Nager mit Obst ...

... mal mit Miniatur-Instrumenten ...

... oder mit Kuscheltieren.

Seit zwölf Jahren hält Ellen van Deelen Ratten. Die natürliche Neugier der Tiere macht es einfach, sie mit immer neuen Gegenständen zusammenzubringen.

Damit sich die Tiere zu den verschiedenen Objekten hingezogen fühlen, platziert die Fotografin immer noch ein paar Extra-Leckerchen am Set.

Auch auf Stillleben hat sich die Fotografin mittlerweile spezialisiert.

Kein Shooting mit den Ratten dauert übrigens länger als wenige Minuten.

Für die Fotosessions nutzt Ellen einen besonders niedrigen Tisch und nur Requisiten, an denen die Tiere sich nicht verletzen können.

Mit ihren Fotos hat die Fotografin inzwischen auch Menschen erreicht, die Ratten bislang nicht mochten.

"Ich hab viele Reaktionen von Menschen, die mir schreiben, dass sie ihre Meinung über Ratten durch meine Fotos geändert haben – und das ist natürlich gut", freut sich die Niederländerin.

Fotos verändern schlechtes Image

Damit die Ratten sich um die Objekte bewegen, bringt sie ein paar Leckerchen an. Dann muss alles schnell gehen, denn nach zwei Minuten haben die Rattenfotomodelle in der Regel keine Lust mehr. Momentan leben bei ihr die Ratten Snoozie und Billy. Es ist für Ellen selbstverständlich, dass sie die Tiere artgerecht hält, sie jeden Abend in der Wohnung laufen lässt und mit ihnen zum Tierarzt geht, wenn sie krank werden. Das zutrauliche und neugierige Wesen der Ratten fasziniert die Fotografin an den Tieren. Mit ihren Fotos und Postkarten hat sie viele Menschen erreicht, die Ratten eigentlich bislang abgelehnt haben.

Autorin: Anja Friehoff

Stand: 21.06.2018, 17:00

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