Mulesing: grausamer Standard in der australischen Wollproduktion

Mulesing: grausamer Standard in der australischen Wollproduktion Tiere suchen ein Zuhause 02.02.2020 05:33 Min. Verfügbar bis 02.02.2021 WDR

Mulesing: grausamer Standard in der australischen Wollproduktion

Verbrauchersiegel klären auf

Wer im Winter einen warmen Wollpullover kauft, macht sich selten Gedanken über die Herstellung. Dabei stammt die Wolle überwiegend aus Massenproduktionen. Dort werden die Schafe oft unter tierwidrigen Bedingungen gehalten. Eine der grausamsten Methoden ist das Mulesing. Dabei schneiden Schafzüchter in Australien jungen Merinolämmern ohne Betäubung und Schmerzmittel ganze Hautlappen vom Hinterteil, um einen Fliegenbefall zu verhindern.

Der Internationale Verband für Naturtextilwirtschaft (IVN) hat das Mulesing in seinen Richtlinien verboten. Er empfiehlt beim Kauf von Wollprodukten im Sinne des Tierwohls generell auf Bio-Siegel zu achten. Bei australischer Wolle ist ein Biosiegel allerdings nicht ausreichend, da auch Biowolle aus einer Zucht stammen kann, in der Mulesing angewendet wird. Um sicher zu gehen, dass Sie mulesingfreie Wolle kaufen, können Sie auf diese drei Siegel achten.

Siegel Naturtextil Best des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft e. V. (IVN)

Naturtextil IVN zertifiziert Best: Das Siegel des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft e. V. (IVN) definiert Standards für die umweltverträgliche und sozial verantwortliche Herstellung von Textilien, die aus 100% ökologisch erzeugten Naturfasern bestehen. Es verbietet das Mulesing.

Siegel Responsible Wool Standard

RWS (Responsible Wool Standard): Das RWS-Label geht auf eine Initiative der gemeinnützigen Organisation Textile Exchange und H&M zurück. Es wird an Zuchtbetriebe vergeben und bezieht sich vor allem auf die Tierhaltung. Es stellt sicher, dass Schafe artgerecht gehalten werden und die Wolle von zertifizierten Betrieben identifiziert und nachverfolgt werden kann. Der Standard verbietet das Mulesing.

Label ZQ Merino von der New Zealand Merino Company

ZQ Merino: Das Label ZQ Merino wird von der Non-Profit Organisation New Zealand Merino Company vergeben und zeichnet Merinoprodukte aus, die in der Herstellung auf Mulesing verzichten und auf das Tierwohl achten.

Autorin: Iris Rohmann

Heike Hess, Geschäftsführerin des Internationalen Verbandes der Naturtextilwirtschaft (IVN), im Gespräch mit Simone Sombecki.

Im Studio: Heike Hess, Geschäftsführerin des Internationalen Verbandes der Naturtextilwirtschaft Tiere suchen ein Zuhause 02.02.2020 UT Verfügbar bis 02.02.2021 WDR

Stand: 31.01.2020, 10:00

Kommentare zum Thema

8 Kommentare

  • 8 Petra 04.02.2020, 19:27 Uhr

    Was will man von der Haussendung von PETA anderes erwarten?

    Antworten (1)
    • Angelika 06.02.2020, 06:23 Uhr

      Vielleicht Aufklärung oder glauben Sie ernsthaft daß es sich um ein Fake handelt? Alleine das extrem schnelle scheren dieser Tiere fügt den Schafen heftige Verletzungen zu. Aber Hauptsache so tun als ginge es einen nichts an ,ganz gleich was Tieren passiert man trägt halt aus der Qual stammende Produkte weil es keine Qual gibt. Tolle Einstellung- Hut ab!!!!!

  • 7 Pippa 02.02.2020, 20:00 Uhr

    Kann man eigentlich nix mehr kaufen, ohne sich vorher umfangreich zu informieren? Das ist doch krank, dass Tiere für jegliches Produkt nur noch für das schnelle Geld gequält werden. Da muss man erst mal drauf kommen.

    Antworten (1)
    • Christina B. 03.02.2020, 16:09 Uhr

      "ohne sich vorher umfangreich zu informieren"? Wie soll das genau geschehen? 14-tägiges Praktikum?

  • 6 Christina B. 02.02.2020, 19:35 Uhr

    Kann man dem Verbrauchersiegel trauen? Es gibt leider auch immer wieder negative Beispiele. Wenn man absolut sicher sein will, bleibt nur der Verzicht auf Wollprodukte. Das gilt gerade im Tier- und Umweltschutz für viele Fälle. Überall, wo Geld dahintersteht, ist Missbrauch vorprogrammiert. Auch höhere Preise geben da keine Garantie. Es ist traurig.

  • 5 Regina Schwartze 02.02.2020, 19:26 Uhr

    Um das Tierleid im Zusammenhang mit der Wollgewinnung zu boykottieren, ist es nicht nur am sichersten, KEINE Wollprodukte zu kaufen, sondern gleichzeitig auch am effektivsten. Kein Siegel kann wirklich garantieren, dass im Lebenslauf des Schafes keine Tierquälerei geschieht, sei es z.B. bei der Schur, bei Transporten oder auch bei der Schlachtung. Jeder muss sich im Klaren sein, dass jedes Schaf, von dem Wolle gewonnen wird, eines Tages auch im Schlachthof landet. Allein diese Tatsache bedeutet immer unfassbares Tierleid, Angst, Schmerz, Qual - auch bei der Gewinnung von Bio-Wolle und Schafshaltung ohne Museling! „Bio“ macht hier keinen entscheidenden Unterschied, sondern ist reines Marketing und Gewissensberuhigung. Wer wirklich sichergehen möchte, dass er mit dem Kauf von Textilien kein Tierleid unterstützt, kauft gar keine Wolle- und sonstige Tierprodukte.

    Antworten (1)
    • Christina B. 03.02.2020, 16:05 Uhr

      Dem gibt es nichts hinzuzufügen. So ist es.

  • 4 Britta Müller 02.02.2020, 18:58 Uhr

    Wir haben auch Schafe fuchsschafe und heidschnucken wenn wir die Schafe scheren lassen müssen wir die Wolle wegschmeißen weil keiner die Wolle haben will noch nicht mal geschenkt ich kann das auch nicht verstehen

  • 3 Bäuerlein Gertrud 02.02.2020, 18:39 Uhr

    Ich würde gerne mehr Schurwolle tragen. Doch es ist halt teuer. Es ist so schade, auch um die Schafe, die in Australien so in Herden gehalten werden. Die Maden habe ich schon bei Zwerghasen erlebt. Das ist auch sehr schmerzhaft für das Tier. Es gibt zu wenige Fachgeschäfte, durch die Konzerne überleben solche Geschäfte nicht. Die billige Massenware wird vorgezogen......

  • 2 Sylvia Müller 02.02.2020, 09:54 Uhr

    Schlimm, was Menschen aus Gründen der Profitmaximierung Lebewesen antun. Gut zu wissen, danke für die Information. Werde zukünftig darauf achten. Würde gerne wissen, wie die wenigen Schafzüchter in Deutschland arbeiten.

  • 1 Soraja 01.02.2020, 09:19 Uhr

    Es ist nur noch entsetzlich was die Menschheit mit den Tieren macht, egal auf welche Art und Weise. Gnade dem, wem das widerfährt was er mit Tieren macht. Traurig