Müssen Straßenhunde immer gerettet werden?

Müssen Straßenhunde immer gerettet werden? Tiere suchen ein Zuhause 05.09.2021 09:08 Min. Verfügbar bis 05.09.2022 WDR

Müssen Straßenhunde immer gerettet werden?

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In einigen süd- und osteuropäischen Ländern gehören streunende Hunde zum Straßenbild. Viele sind unterernährt und krank. Tierschutzorganisationen haben es sich zur Aufgabe gemacht, diese Hunde zu retten und in ein Zuhause nach Deutschland zu vermitteln.

Menschen wie Tierpfleger Stefan Kirchhoff oder Hundetrainer Gerd Schuster berichten jedoch, dass nicht alle Straßenhunde im Elend leben. In vielen Regionen werden die Hunde von der örtlichen Bevölkerung akzeptiert, teilweise sogar versorgt und können ihren Tagesablauf frei bestimmen. Ist die Vermittlung nach Deutschland also immer eine Chance auf ein besseres Leben oder besteht die Gefahr, dass einige Hunde damit überhaupt nicht klarkommen?

Autor: Stefan Servos

Stand: 03.09.2021, 10:00

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66 Kommentare

  • 66 SmilerEyler 10.09.2021, 12:02 Uhr

    Nein! Meine Mutter hat so einen „geretteten“ Hund in Pflege genommen, das Tier hier völlig fehl am Platz. Wegen „Verwahrlosung“ ist er eingefangen worden, lebte vorher frei auf einem Bauernhof. Mit Leine, Autos, Häusern, völlig überfordert. Er war keine 3 Monate im Tierheim und der Hund der hier angekommen ist, war vielleicht ziemlich schmutzig, aber nicht krank, verletzt, unterernährt oder traumatisiert. Dieser Hund ist gekidnappt worden und muss nun in einem neuen Leben zurecht kommen, ohne das für ihn je Lebensgefahr bestand! So etwas ist unverantwortlich!!

  • 65 Straßenhund 10.09.2021, 10:25 Uhr

    Viele Straßenhunde werden nicht gerettet. Die "Tötungsgesetze" der Menschen (mittels Politik/Politikern) werden dann grausamst an ihnen umgesetzt. Das kommt ein wenig zu kurz im Beitrag, ansonsten wird auch gut differenziert. Und wenn man die Ausgangsfrage konsequent weiterdenkt müßte man direkt zum Menschen kommen und zur gleichen Ausgangsfrage. Was wäre, wenn wir alle stets nur in unserer eigenen Freiheit leben würden? Wäre da nicht die Konsequenz, dass wir auch wieder 'Raubtiere' werden, die ums beste Dasein und vorallem das eigene Überleben kämpfen? Vermutlich dann etwas weniger ziviliert als heute... Nur so ein Gedanke.

  • 64 Straßenhund 10.09.2021, 09:01 Uhr

    Was im Film gesagt wird, über die Straßenhunde, verstehe ich als freiheitsliebender Mensch zutiefst. Leider sind in Ländern wie Rumänien auch Gesetze gültig, die wir hier gar nicht kennen. Was also kann man tun für Lebewesen, denen vom Menschen jegliches Lebensrecht abgesprochen wird? Weil es zuviele werden? Und die dann nicht 'nur' getötet werden sondern auf ganz besonders grausame Art? Die Frage 'Müssen Straßenhunde immer gerettet werden?' zieht für mich noch viele andere Fragen nach sich. Fragen, die auch Menschen betreffen. Daraus entspringt ein sehr weites und zusammenhängendes Gefüge das ich persönlich gar nicht nicht mit "richtig" oder "falsch", "ja" oder "nein" usw. beantworten könnte. Aber das tut der Beitrag ja auch nicht. Die politische Dimension der "Tötungsgesetze" kommt mir allerdings zu kurz.

  • 63 Christoph Doelz 09.09.2021, 17:54 Uhr

    Ich lebe seit Anfang der 80er Jahre in Italien, in der Toskana und, zwischenzeitlich, auch in Kalifornien. Ich habe immer wieder von Tierschützern in Kalabrien, Sizilien und auf Sardinien und auch in den USA erfahren, dass Hunde, die den Menschen meiden dies nicht tun, weil sie um ihre Freiheit fürchten, sondern, weil sie mit dem Menschen furchtbare Erfahrungen der Misshandlung und des Missbrauchs gemacht haben. Befreundete Tierschützer haben mir berichtet, dass von der Straße aufgenommenen Tiere über Tage einfach geschlafen haben. Ja, sie haben auch getrunken und gegessen, aber der Schlaf in einer beschützten Umgebung war diesen Tieren das Wichtigste. Es ist eine falsche, eine romantische Vorstellung, dass der Hund, gerade der auf der Straße geborene Welpe, von einem Bohème-Dasein träumt in dem freundliche Nachbarn das Frühstück servieren, weil dieses Frühstück oft genug vergiftet ist. Es gibt, leider Gottes, viele böse Menschen.

  • 62 Renate 09.09.2021, 12:56 Uhr

    Hallo Herr Servos, und vielen Dank an Hundetrainer Gerd Schuster! Endlich sagt jemand, dass es nicht Tierliebe ist, wenn man Hunde aus ihrer Umwelt zerrt, weil man dann ein gutes Gefühl und dann „gerettet“ hat. Privates Tierheim Smeura Fast 6.000 Hunde leben im größten Tierheim der Welt in Rumänien. Allein bekommt das Tierheim von der EU eine Unterstützung von 10.950.000€ pro Jahr!!! Für jeden Hund jeden Tag 5€!!! Also ein Riesengeschäft für das Tierheim. Und dann auch noch die Spenden von den Tierfreunden aus Deutschland! Das öffentliche Tierheim in Botosani/Nordrumänien. Dieses Tierheim bietet Platz für bis zu 1000 Hunden. Selbst ein „kleines“ öffentliches Tierheim, bekommt 1.825.000 € pro Jahr.Ich frage mich, was machen die mit so viel Geld? Denn die Tierheime sehen nicht aus, dass es den Hunden dort gut geht.Also ein richtig lohnendes Geschäft. Erinnert mich sehr an eine Mafia!Genauso ist das Geschäft mit den „Kofferraum- und ebay-Welpen“ auch wenn man dort die angebliche „Mutter"

    • Tina B. 12.09.2021, 11:28 Uhr

      Hallo Frau Renate, wir haben einen Hund aus der Smeura, vermittelt über ein deutsches Tierheim. Entwurmt, geimpft, kastriert, gechipt und mit sämtlichen Dokumentationen im EU-Ausweis kam das Tier in D. an. Unser Tierarzt war sehr beeindruckt von der Arbeit der Kollegen in Rumänien!... Die Kosten im Herkunftsland dürften für all das höher gewesen sein als die Vermittlungsgebühr in Deutschland. Geschäftemacherei kann ich nicht erkennen... Um zu erforschen, wohin das Geld "verschwindet" empfehle ich ein Praktikum im Auslandstierschutz,z.B. der Smeura usw. Hier kann man Meinung gegen Wissen tauschen, und zu neuen Erfahrungen kommen. Den Tieren und allen engagierten Menschen, die ja davon leben dass es Hilfe und Unterstützung für für ihre Arbeit gibt, ist das nur zu wünschen. Ich denke dass auch Herr Schuster nicht ohne die Hilfe anderer existieren könnte. Ein gutes Herz alleine reicht nicht. Aber gut dass es 'gute Herzen' überhaupt auch gibt, ist wunderbar.

    • T. Friedrich 12.09.2021, 14:08 Uhr

      Die Smeura finanziert sich meines Wissens aus Spendengeldern. Das wird u.a. in dieser aktuellen Arte-Doku genauso festgestellt. (Lieber WDR - Ich hoffe der Link ist erlaubt) https://www.arte.tv/de/videos/100300-043-A/re-hilfe-fuer-rumaeniens-strassenhunde/ Für die Behauptung: "Allein bekommt das Tierheim von der EU eine Unterstützung von 10.950.000€ pro Jahr! " gibt es sicher eine seriöse Quelle zur Bestätigung! Es wäre nett wenn diese hier Quelle zum Kommentar nachgereicht wird. Im Netz war leider nichts dazu zu finden. Danke.

  • 61 Petra Meisl 09.09.2021, 11:05 Uhr

    Das unterstreiche ich voll und ganz . Es sollte sehr wohl abgewogen werden, welche Hunde aus dem Ausland zu uns kommen oder nicht. Und es hilft niemandem wenn so scheue und unabhängige Tiere, die mit dem Menschen gar nicht soviel zu tun haben wollen, zu uns gekarrt werden und ihr Leben in einer Familie fristen müssen. Die Hunde leiden und die Menschen, die eigentlich was gutes tun wollten, sind frustriert und holen sich dann den nächsten Hund vom Züchter. Mit solchen Aktionen wird dem Tierschutz ein Bärendienst erwiesen . Ich habe ausschließlich Auslandshunde bei mir, aber bei denen weiß ich, dass sie gerne da sind und ihr Leben in der Familie genießen. Deshalb kann man nur immer sagen Augen auf, wenn man sich einen Auslandshund holen will. Man sollte sich die Organisation gut anschauen ob sie seriös und zum Wohle des Hundes arbeiten oder vermitteln um jeden Preis.

    • Rita Deutschle 15.09.2021, 09:18 Uhr

      Hallo Frau Renate, wissen Sie auch was Tierärzte kosten? z.B. Impfungen, Kastrationen, sonstige Krankheiten,Verletzungen? Wo soll da ein lukratives Geschäft dabei sein? Rita Deutschle/Mitglied in 4 Tierschutzvereinen

  • 60 Mechthild Kick 08.09.2021, 19:02 Uhr

    Was für eine sinnlose und überflüssige Frage? Niemand kann immer Straßenhunde retten. Wenn es vielleicht 10 % der im Elend lebenden Hunde in Süd- und Osteuropa sind, die vor Hunger und Leid bewährt werden, ist es viel. Für die geretteten Hunde, die ein Ticket nach Österreich, Deutschland, Schweiz, Belgien oder Großbritannien ergattern, öffnet sich der Himmel und die Sonne strahlt heller. Das erleben wir seit nun 10 Jahren im aktiven Auslandstierschutz. Jeder, der im fetten, satten reizüberfluteten Deutschland anderer Meinung ist, sollte offenen Auges durch die Straßen in Griechenland, Bulgarien, Italien, Spanien, Rumänien... gehen, und sich dann die unsinnige Eingangsfrage erneut stellen. Aber bitte dann ehrlich antworten.

  • 59 Iris Hammer 07.09.2021, 20:20 Uhr

    Superfilm ich bin sehr viel im Ausland unterwegs jetzt gerade wieder im Balkan vor allem dort und genau diese Beobachtungen die herr Schuster gemacht hat die gingen wir auch immer wieder durch den Kopf. Selbst habe ich jetzt an Pfingsten aus einem Tierheim in Kroatien einen Welpen mitgebracht klappt wunderbar. Vielen Dank Herr Schuster für diesen tollen Bericht

  • 58 Trümmler 07.09.2021, 13:07 Uhr

    Ja es sind Lebewesen mit Herz ,die es besonders verdient haben . Ein schönes zu Hause ohne Hunger.

  • 57 Angelika Lang 07.09.2021, 10:32 Uhr

    Dort wo die Straßenhunde akzeptiert werden, ist es vielleicht sinnvoll die Tiere in ihrer gewohnten Umgebung zu lassen. Für die Tiere ist das gut gemeinte Eingreifen der Tierschützer auch Stress. Aber in vielen Ländern werden diese Tiere nur misshandelt und getötet., und was ist wenn der Hund krank wird? Sein Todesurteil. Es kann eh nicht jeder Straßenhund gerettet werden, man sollte den meisten jedoch eine Chance geben. Wir haben drei aus der Slowakei gerettet.

    • Petra Meisl 09.09.2021, 11:10 Uhr

      Aber gerade da sollte man doch abwägen, ob man sich einen Hund holt, der offensichtlich nichts oder nur bedingt mit den Menschen zu tun haben will, oder ob man sich Hunde holt, die draußen einfach verloren sind. Viele haben ja schon bei Menschen gelebt und sind draußen regelrecht verzweifelt, wenn sie ausgesetzt werden. Diese Hunde zu retten sollte von jeder Orga das oberste Ziel sein. Habe selbst nur Auslandshunde und bin seit vielen Jahren im Auslandstierschutz tätig. Ich würde mir keinen Hund nehmen, der den Anschluß an den Menschen nicht wirklich sucht.

  • 56 Cornelia Backhauß 06.09.2021, 20:49 Uhr

    Ja das finde ich echt sehr gut, dass es Menschen gibt, die sich zusammen tun um diesen Straßenhunden zu helfen, da es ja immer wieder auf die armen Tiere abgesehen ist und sehr leiden müssen unter unmenschlichen Bedingungen und da man aus deutschen Tierheime überhaupt keine Chance hat einem Tier zu helfen bzw zu adoptieren und dadurch finde ich solche Institutionen sehr, sehr, sehr gut!!! Nur weiter so, da trotz der Reden von den deutschen Tierheimen wegen Überfüllung kein einziges Tier hergeben will, obwohl es genügend Menschen gibt die sich sehr richtig um das Tier kümmert und gefragt wird erst überhaupt nicht und finde es total ärgerlich, so dass viele Menschen eben einem Tier über irgendein Tierschutz vom Ausland adoptiert und die deutschen Tierheime sollen nicht immer so reden, dass die voll sind, wenn sie dann keinem eine Chance lässt!!! Ich habe diese Erfahrung gemacht und bin sowas von Glücklich mit dem Hund vom Ausland über den Tierschutz!!!