Hundediebstahl: Rassehunde sind begehrtes Diebesgut

Hundediebstahl: Rassehunde sind begehrtes Diebesgut

Es ist der Alptraum jedes Hundehalters: Der Vierbeiner ist nur kurz aus den Augen – vor dem Supermarkt, im Auto oder im Garten – und plötzlich ist er weg. Gestohlen von spezialisierten Banden, Gelegenheitsdieben oder Einbrechern. Vor allem reinrassige Welpen sind mittlerweile ein begehrtes Diebesgut, denn sie bringen auf dem Schwarzmarkt viel Geld. Je wertvoller der Hund desto größer die Gefahr, dass er gestohlen wird.

Zahl der Hundediebstähle wächst

Experten, die sich auf die Suche von vermissten Hunden spezialisiert haben, wie Susanne Koc vom Verein „Entlaufene/Vermisste Hunde Köln und Umgebung e.V.“, nehmen einen steten Anstieg der Hundediebstähle wahr. Statistische Werte gibt es aber kaum, weil bei der Erfassung eines Haustierdiebstahls das Tier als Sachgegenstand gehandhabt und nicht gesondert erfasst wird. Laut Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) verschwinden aber alleine in NRW jährlich mehr als 100 Hunde. Immer mehr Kriminelle scheinen die Tiere als gewinnbringende Wertgegenstände wahrzunehmen. Der Verkauf von Rassehunden, beispielsweise über Kleinanzeigenportale, ist rentabel. Für einen reinrassigen Chihuahua-Welpen bekommt man etwa 1.000 Euro. Kein Wunder also, dass manche Einbrecher den Fernseher stehen lassen und dafür den Welpen mitnehmen. Oft werden die Tiere auch direkt ins Ausland geschafft und dort zur Vermehrung genutzt oder an Tierliebhaber weiterverkauft, die nicht ahnen, dass der Hund gestohlen wurde.

Zwei Chihuahuas

Rassehunde werden oft gestohlen

Keine Suchaktionen für verschwundene Hunde

Was immer auch mit den Tieren passiert, für den Hundehalter bricht mit dem Verlust des Tieres oft eine Welt zusammen. Die Gedanken, wie es dem Tier gehen könnte oder ob es überhaupt noch lebt, sind für die meisten unerträglich. Doch bei der Polizei wird den Tieren kaum mehr Bedeutung zugemessen als einem gestohlenen Fahrrad. Anders als bei einem verschwundenen Menschen werden bei einem vermissten Hund nur die Daten aufgenommen und der Fall nach einigen Wochen abgehakt. Eine Suchaktion findet in der Regel nicht statt. Die Chance, den Hund jemals wiederzufinden, ist sehr gering.

Schutz im Vorfeld

Daher sollten sich die Besitzer im Vorfeld so gut wie möglich gegen den Diebstahl des Haustieres absichern. Mittlerweile sind viele Tiere durch einen Chip gekennzeichnet. Wichtig ist auch die einmalige Kennnummer, durch die das Tier seinem Besitzer zugeordnet werden kann, in einer der großen Datenbanken wie dem Deutschen Haustierregister oder bei Tasso e.V. zu registrieren. Taucht das gestohlene Tier irgendwann bei einem Tierarzt auf, kann es dem Besitzer weltweit eindeutig zugeordnet werden. Außerdem sollten Hunde in öffentlich zugänglichen Bereichen nicht unbeaufsichtigt bleiben. Viele Diebe schlagen bei Hunden zu, die mit der Leine vor dem Supermarkt festgemacht wurden. Auch Hunde, die alleine in Gärten spielen, sind ein beliebtes Ziel und werden oft mit Futter oder Duftködern aus dem Garten gelockt.

Suchanzeige für einen Hund im Internet

Es gibt Vorschriften für Suchplakate

Hilfe im Verlustfall

Obwohl die Chancen auf Erfolg gering sind, sollte die Polizei zeitnah informiert werden, damit der Fall zumindest aufgenommen werden kann. Zudem sollte die Organisation informiert werden, bei der das Tier registriert ist. Tierheime, Fundbüros und Tierärzte in der Umgebung sollten ebenfalls im Bilde sein, falls das Tier dort zufällig auftaucht. Wichtig ist es auch, die Öffentlichkeit durch Suchaufrufe in sozialen Netzwerken oder über spezialisierte Vereine zu mobilisieren. Nur von privaten Fahndungsaufrufen sollte man Abstand nehmen, denn damit kann man sich selbst schnell strafbar machen. Hilfreich kann es außerdem sein, die Kleinanzeigenportale im Internet zu durchsuchen, auf denen Tiere angeboten werden. Auch wenn die Chancen gering sind, besteht die Möglichkeit, dass das verschwundene Tier dort unter anderem Namen angeboten wird. Außerdem sollte mit möglichen Zeugen gesprochen werden.

Das richtige Suchplakat

Suchplakate in der Umgebung können helfen, wenn es sich um einen Gelegenheitsdiebstahl handelt. Die Suchplakate sollten niemals eine Belohnung oder private Kontaktdaten enthalten, denn dies ermutigt die Diebe möglicherweise zu Erpressungsversuchen. Verwenden Sie vorgefertigte Suchplakate von Organisationen wie Tasso e.V. oder dem Deutschen Tierschutzbund. Potentielle Finder werden dann von der Organisation an die Besitzer weitergeleitet. Außerdem dürfen Suchplakate nicht überall aufgehängt werden. Die Befestigung an öffentlichen Einrichtungen, wie Telefonzellen, Laternen oder Bäumen, ist verboten. Bei der Befestigung an Zäunen und ähnlichem müssen vorher die Besitzer um Erlaubnis gefragt werden.

Stand: 03.02.2017, 09:05

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