Handel mit Gnadenbrotpferden

Handel mit Gnadenbrotpferden

Wenn Pferdebesitzer ihr Tier irgendwann abgeben wollen oder müssen, wird dies oft zum Problem, weil Interessenten und Gnadenplätze fehlen. Eine Tatsache, die Betrüger gnadenlos ausnutzen.

Sie inserieren „Beistellpferd gesucht“ oder melden sich auf Anzeigen, in denen Pferde kostenfrei oder günstig angeboten werden, weil sie alt, krank oder nicht mehr reitbar sind. Sie geben sich als Privatperson aus, zeigen den Pferdebesitzern schöne Weiden und Ställe und verstehen es perfekt, Zweifel und Bedenken zu zerstreuen. Meist bricht kurz nach der Übergabe der Kontakt ab. Namen und Adresse sind falsch. Die Pferde sind dann verschwunden und werden, selbst krank, oft für tausende Euro als gesunde Reitpferde verkauft oder zum Schlachter gebracht. In solchen Betrugsfällen werden auch die Gerichte meist nicht tätig, weil sie keinen Schaden sehen, wenn ein Pferd – wie häufig der Fall – gegen einen symbolischen Euro abgegeben wird.

Wohin mit Abgabepferden?

Die Plätze auf Gnadenhöfen sind extrem rar und Tierschützer können die hohen Kosten für Pferde, besonders wenn sie alt und krank sind, nicht auffangen. Es gibt Höfe, die Plätze für Rentnerpferde anbieten, aber natürlich nicht kostenfrei. Wer sein Pferd als Beistellpferd in die Obhut einer Privatperson geben möchte, sollte unbedingt Eigentümer des Pferdes bleiben und eine hohe Vertragsstrafe festlegen, falls etwas mit dem Pferd gemacht wird, was nicht vertraglich vereinbart wurde, zum Beispiel, wenn es verkauft wird. Der beste Schutz für das Pferd ist jedoch, es bis an sein Lebensende zu behalten.

Shitstorm gegen die Opfer

„Wie kann man sein Pferd nur abgeben? Wie kann man nur auf so einen Betrüger reinfallen?“ In Internetforen werden die Menschen angefeindet, die ihre Pferde abgeben. Ihnen wird vorgeworfen ein „Sportgerät“ ausrangieren zu wollen. Doch häufig sind persönliche und finanzielle Probleme für die Abgabe ausschlaggebend. Und die wenigsten geben ihr Pferd leichtfertig ab. Viele Betrüger verstehen es einfach gekonnt, eine perfekte Lösung vorzugaukeln und sehr überzeugend aufzutreten. Die Opfer leiden oft sehr, wenn der Betrug herauskommt und das Pferd verschwunden ist. Natürlich sollte jeder Pferdebesitzer die Verantwortung für sein Pferd ernst nehmen, auch wenn es nicht mehr reitbar ist. Doch zu kritisieren sind vor allem die Betrüger.

Niedersachsen ist ein Hotspot. Doch die skrupellosen Händler sind bundesweit gut vernetzt und zum Bespiel auch in der Region Aachen aktiv.

Autorin: Christiane von Schwind

Stand: 08.06.2018, 13:00

Kommentare zum Thema

3 Kommentare

  • Stefan 14.06.2018, 18:22 Uhr

    Mein Mitleid mit den menschlichen Opfern hält sich absolut in Grenzen. Erst wird das ach so geliebte Tier für 1 € verscheuert und dann sind plötzlich 4000€ da, um es zurückzukaufen. Merkwürdig. Egal welches Tier man anschafft, es wird alt und unter Umständen auch krank und da muss man einfach vorsorgen.

  • Marieke 11.06.2018, 10:25 Uhr

    Olli P. sollte Nachfolger von Frau Sombecki werden. Seine unverkrampfte Art täte der Sendung gut! Das "muttchenhafte" Auftreten von Fr. Sombecki ist doch ziemlich öde. Sie hört ihren Gesprächspartnern häufig nicht zu, stellt Fragen doppelt und verwendet meist die gleichen Floskeln. Beispiel :Thema alte Tiere, da geht ihr immer das "Herz auf" und sie "blickt denen immer in die Seele".....

  • Dietmar Gerwers (Pferdekult.de) 09.06.2018, 14:11 Uhr

    Vielen Dank, das sich erneut dieses Themas annehmen, denn nach wir vor sind viele Pferdefreunde auf der Suche nach ihrem geliebten Vierbeiner...

    • Ella 11.06.2018, 10:17 Uhr

      Die sind auf der Suche nach ihrem geliebten Vierbeiner, weil sie ihn zuvor verscherbelt haben. .....