Animal Hoarding – das krankhafte Sammeln von Tieren

Animal Hoarding – das krankhafte Sammeln von Tieren Tiere suchen ein Zuhause 06.09.2020 06:45 Min. UT Verfügbar bis 06.09.2021 WDR

Animal Hoarding – das krankhafte Sammeln von Tieren

Massenhaft Tiere eingesperrt auf engstem Raum, verwahrlost in Kot, Müll und Dreck, häufig krank. Animal Hoarding-Fälle, bei denen Menschen mehr Tiere halten als sie versorgen können, nehmen laut einer Zählung des Deutschen TIerschutzbunds in Deutschland zu. Eine große Belastung für Tierheime und für die Veterinärämter. Denn eine Beschlagnahmung der Tiere und das Erlassen eines Tierhalteverbots für Animal Hoarder ist eine langwierige Prozedur.

Für den Begriff „Animal Hoarding“ existiert keine juristisch belastbare Definition.Und so ziehen sich die Fälle oft über Jahre hin mit Auflagen, Fristen, Gutachten, Gerichtsverfahren, Nachkontrollen – ein unendliches Leid für die Tiere. Aber auch für die Halter, die häufig inmitten ihrer Tiere selber verwahrlosen. Bisher fehlt in Deutschland ein definiertes Krankheitsbild für dieses zwanghafte und unkontrollierte Sammeln. Tierheime und Amtsveterinäre fordern von der Politik, das wachsende Problem endlich ernst zu nehmen und Konzepte zu entwickeln.

Autorin: Christiane von Schwind

Stand: 04.09.2020, 12:00

Kommentare zum Thema

4 Kommentare

  • 4 Chryssi Gauer 07.09.2020, 10:57 Uhr

    Leider passiert doch gar nichts, die Vermehrer in der Eifel von den 136 Tiere hatten noch die Frechheit besessen und wollten die Welpen noch verkaufen. Die Auflagen vom Veterinäramt müssen auch weiterhin kontrolliert werden, sonst sammeln die wieder Tiere an. Ich habe ein Dackelmännlein davon adoptiert und er ist in diesem Jahr so aufgeblüht, lernt jeden Tag dazu mit seinenn 12 Jahren. Danke für den Einsatz von den Tierschützern !

  • 3 Anonym 07.09.2020, 08:53 Uhr

    Auch wir haben vor 3 Monaten eine kleine Hündin aus einem Animalhoardingfall übernommen... 11 Jahre,sehr krank,bis heute nicht stubenrein,sehr ängstlich(da an keine Umweltreize gewöhnt),seit 2012 nicht mehr geimpft(wegen ihrer Erkrankungen auch nicht mehr möglich) Sie dankt es uns mit ihrer Anhänglichkeit und wir werden durchhalten und sie während ihrer letzten Zeit liebevoll umsorgen! Würde man den Menschen beizeiten helfen,würde man den Tieren viel Leid ersparen

  • 2 Eve 06.09.2020, 23:46 Uhr

    In meinem familiären Umfeld gibt es eine Person, die wahrscheinlich auch an dem "Animal hording" erkrankt ist. Alles begann damit, dass sie vor vielen Jahren "schwierigen" 4-beinigen "Fä(e)llen" ein zuhause gegeben hat. Irgendwann schien ihr alles über den Kopf zu wachsen. Versuche ihr zu helfen verliefen im Sande, weil sie total uneinsichtig ist. Ich habe versucht Hilfe über eine psycho-soziale Ambulanz zu bekommen, mit der niederschmetternden Aussage, dass man niemanden zur Selbsthilfe zwingen kann. Das Veterinärsamt fühlte sich auch nicht zuständig, da die Tiere noch wohlgenährt aussehen auf Photos, die ich vorgezeigt hatte. Dass die Tiere sich allerdings in kniehohen Müll befanden wie auf den Photos ersichtlich, störte das Amt nicht. Das Ordnungsamt, welches es zumindest bis zur Haustür besagter Person schaffte, würde nicht reingelassen. Ich bin so frustriert, weil ich weder den Kreaturen als auch dem Mensch, die schwer psychisch erkrankt ist, nicht helfen kann. Was soll ich tun?

    Antworten (1)
    • WDR.de 10.09.2020, 12:58 Uhr

      Liebe Eve, Sie haben genau das getan, was nötig und richtig war. Leider können Sie nicht mehr tun, als das Veterinäramt und das Ordnungsamt auf die Missstände aufmerksam zu machen und mit der betroffenen Person zu reden. Unser Filmbeitrag hat im Prinzip Ihre Erfahrungen bestätigt. Die Behörden haben wenig Möglichkeiten zum Eingreifen, wenn die Betroffenen nicht einwilligen. Wir können Ihnen nur raten, es noch einmal mit aktuellen Fotos beim Veterinäramt zu probieren, falls sich die Lage nicht gebessert haben sollte. Es ist bestimmt schwer, den Mut nicht zu verlieren. Umso wichtiger ist es, dass es Menschen wie Sie gibt, die bei Missständen hinsehen und versuchen zu helfen. Mit freundlichen Grüßen, Ihre TseZ-Redaktion

  • 1 Anonym 06.09.2020, 19:25 Uhr

    Solange Tiere eine Ware sind,wird es immer Probleme geben,sie aus einem verwahrlosten Haushalt heraus zu bekommen. Die Politik sollte schnellstens handeln

    Antworten (1)
    • Henriette 06.09.2020, 22:26 Uhr

      Allerdings, solange Tiere als Sache und Ware gelten per Gesetz kann Klöckner schalten und walten wie sie will und wird der Tierschutz leider auf fast verlorenen Posten agieren!! Das muss sich schnellstmöglich ändern, Tiere - egal welche-sind keine Sache und keine Ware und kein uneingeschränkter Besitz!!! Dafür gehe ich auf die Straße!!! Mit vielen anderen Menschen, die das Bewusstsein dafür haben!!!