Das Affenhaus im Krefelder Zoo: Neubau in der Kritik

Tiere suchen ein Zuhause 23.01.2022 08:37 Min. Verfügbar bis 23.01.2023 WDR

Das Affenhaus im Krefelder Zoo: Neubau in der Kritik

Stand: 20.01.2022, 11:19 Uhr

In der Nacht auf den 1. Januar 2020 hatte eine sogenannte Himmelslaterne das Affenhaus im Krefelder Zoo in Brand gesetzt. Mehr als 30 Tiere kamen in dem Feuer um. Inzwischen gibt es grünes Licht für einen Neubau, der wesentlich größer und artgerechter werden soll. Die Kosten werden mit 29 Millionen Euro veranschlagt.Das nehmen viele Tierschützer zum Anlass, die Haltung von Menschenaffen in Zoos erneut in Frage zu stellen. Da sich Menschenaffen über 98% des Erbguts mit Menschen teilen, sei es ethisch und moralisch verwerflich, die intelligenten Tiere einzusperren, so die Argumentation. Zusätzlich steht die Unterbringung der Schimpansen Bally und Limbo in der Kritik, die das Unglück wie durch ein Wunder nur leicht verletzt überlebt haben und seitdem in einem kleinen, provisorischen Raum im hinteren Bereich des Gorillahauses untergebracht sind.

Autorin: Stefan Servos

Kommentare zum Thema

31 Kommentare

  • 31 Yvonne Beller 27.01.2022, 19:32 Uhr

    In den Tiergärten sind die Primaten sicher aufgehoben und vermehren sich auch. In der sogenannten Freiheitheit werden sie gewildert und landen dann auf dem Fleischmarkt. Sie müssen durch Regierungsbeamten beschützt werden und was passiert wenn die Regierung wechselt und mal wieder Krieg herrscht?

  • 30 Sabine Hörselmann 26.01.2022, 17:55 Uhr

    Ich wäre für den Ausbau des Affenhauses. Allerdings nur noch für die Tiere die Derzeit im Zoo leben. Danach wird die Anlage für andere Tiere genutzt. Architekten sind in der Planung einer solchen Anlage mittlerweile soweit, sind die Tiere verstorben, diese Anlage mit wenigen Handgriffen verändert werden kann.

  • 29 Ingeborg Dohren 25.01.2022, 20:18 Uhr

    Es ist wirklich ein zweischneidiges Schwert. Einerseits bin ich dafür, Tiere in ihrer natürliche Umgebung zu lassen. Andererseits werden diese Tiere von Wilderern gejagt, so dass manche Arten schon kurz vor der Ausrottung standen oder stehen (aktuell das Pangulin) oder schon ausgerottet sind. Viele namhafte Tierschutorganisationen versuchen dagegen zu steuern, oft mit mässigem Erfolg. Schiesswütige Jäger zahlen horrende Summen für den Abschss eines Wildtieres und die asiatische Medizin tut ihr übriges, um den Bestand weiter dramatisch zu reduzieren. Vor diesem Hintergrund bin ich für eine Zoomhaltung, vorausgesetzt, sie ermöglicht den Tieren eine möglichst artgerechte Umgebung ( siehe Gelsenkirchen). Gleichzeitig sollten die Bemühungen weitergehen, möglichst viele Schutzgebiete zu schaffen bzw. bestehende zu erhalten, möglichst unter Einbindung der dort lebenden Bevölkerung.

  • 28 Maria Behrends 25.01.2022, 11:18 Uhr

    Es gibt viele Filme über Affen. Da müssen sie nicht mehr in ein Gefängnis. Auch wenn es schön ist. Mit dem Geld könnte man im Naturschutz für die Affen mehr tun.

  • 27 maria hennings 24.01.2022, 22:16 Uhr

    Es ist wichtig, den Schutz der Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu gewährleisten...dorthin sollten auch möglichst alle Gelder fließen...kein Tier sollte weder im Zoo, Sport, noch in der Landwirtschaft ausgebeutet werden...Es ist schrecklich mit welcher Selbstverständlichkeit wir Menschen uns an den Tieren vergehen.....bei der letzten Mahnwache wurde erklärt, daß Bally und Limbo sofort in ein Reservat übernommen werden könnten...es ist so traurig, daß die beiden nun schon über zwei Jahre in diesem kleinen Raum fristen und Entscheidungen, welche endlich eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensumstände bedeuten würden, mit noch mehr Zeit, auf sich warten lassen...Warum dauert dies so lange? Können Affen wirklich nicht sprechen ? Schaut in ihre Augen !!!....Auch ich bin gegen Zoos, damit wir unseren Spaß haben...laßt sie in Freiheit leben und schützt sie vor uns Menschen....

  • 26 Gertie Fischer 24.01.2022, 19:31 Uhr

    Ich fand es sehr gut, dass Sie das Thema vorgestellt haben. Danke dafür! Ich bin ganz und gar dagegen, dass in Krefeld ein neues "Zuhause" für Menschenaffen gebaut wird, da man diesen unseren nächsten Verwandten kein artgerechtes Umfeld bieten kann. Im übrigen finde ich es nach wie vor grauenhaft, dass a) dieser Brand entstehen konnte, b) dass im genannten Feuer so viele dieser Tiere ihrer Gefangenschaft nicht entrinnen konnten und grausamst gestorben sind. Allein aus diesem Grund verbietet sich m. E. ein Neubau in Krefeld. Statt dessen sollte man besser eine Gedenkstätte an der Stelle des Gemetzels errichten. Die Ausführungen des jetzigen Zoodirektors fand ich läppisch und einseitig; vermutlich geht es vor allem um die Vielfalt an Tieren im Zoo und damit um dessen weitere gesicherte Finanzierung.

  • 25 Ute Knab 24.01.2022, 18:09 Uhr

    Wenn ein Gefängnis nicht in der Lage ist, seine Insassen vor solch einer Katastrophe zu schützen, darf es dieses Gefängnis weder heute, noch in Zukunft geben.

  • 24 Susanne Schneider 24.01.2022, 15:52 Uhr

    Affen möchten genauso wenig eingesperrt leben wie wir Menschen. Was gibt uns das Recht, so etwas zu tun? Einfach weil wir es können? Es wird immer wieder das Argument genannt, dass die Tiere in den Zoos den Menschen nähergebracht werden. Aber was lernt z.B. ein Kind im Zoo? Es lernt, dass es ok ist, Tiere einzusperren. Wie ein Tier in seiner ursprünglichen Umgebung lebt, was es empfindet und wie seine Welt aussieht bekommt der Zoobesucher gar nicht mit.

  • 23 Heidrun Rübenkamp 24.01.2022, 11:39 Uhr

    Ich finde das eine neue Anlage nicht mehr gebaut werden sollte in Krefeld. Diesen Tieren kann man eine artgerechte Anlage niemals bauen oder neu anlegen. Ich mag alle Tiere und finde es gut sie zu besuchen aber mir blutet das Herz wenn man sie beobachtet. Niemals können sie sich ganz entfalten und so sein wie es die Natur vorgeschrieben hat. So langsam sollte man da zurückschrauben und auch nicht noch mehr züchten!

  • 22 Bea 24.01.2022, 07:17 Uhr

    Es hat uns traurig gemacht als wir von dem Unglück damals erfuhren. Aber vielleicht kann dieses schreckliche Unglück dazu führen, dass das Haus der Affen nicht mehr gebaut wird und stattdessen dieses Gelände für andere, schon vorhandene Tiere erweitert werden kann. Ich geh nie in den Zoo, weil ich die traurigen Blicke nicht ertragen kann und ich finde, dass es keine wirklich "Artgerechte Haltung" gibt. Stelle man sich einfach mal vor, es wäre umgekehrt der Fall: Wir Menschen sitzen in unseren kleinen Käfigen und haben ein bisschen "eingezäunte Freiheit". Viele Tiere gehen an uns vorbei, lachen und gaffen und ständig müssen wir präsent sein. Ausserdem werden die Tiere uns Menschen züchten, damit unsere Art erhalten bleibt.

  • 21 Manfred Groß 23.01.2022, 20:47 Uhr

    Ich bin unbedingt dafür auch Affen in Zoos zu halten. Wenn man Affen in den Zoos nicht mehr sieht, sind sie schnell auch aus dem Sinn und keiner merkt, wenn es sie überhaupt nicht mehr gibt. Was ich gar nicht leiden kann, sind die "Oberlehrermenschen", die ihre Weisheit allen anderen Menschen aufzwingen wollen. Im Grunde haben sie ja auch noch Recht. Ich würde mich da aber wie in der Politik verhalten, wo es immer um Mehrheiten geht und es gibt mit Sicherheit mehr Menschen, die gerne Zoos besuchen. Sonst nenne ich es Egoismus.

    Antworten (1)
    • Birgit Strittmatter 25.01.2022, 16:15 Uhr

      Herr Groß, ca. 99% des Genmaterials der Menschenaffen stimmen mit dem des Menschen überein. Mein Vorschlag: Lassen Sie sich einsperren, von Menschen begaffen usw. --- erst dann können Sie mitreden, was das für ein Gefühl sein muß! Zoos sind Gefängnisse, in denen Tiere ihres natürlichen Lebens beraubt sind und zur Zucht mißbraucht werden. Der Mensch beraubt die Tiere ihres natürlichen Lebensraums und dezimiert dadurch den Bestand. Egoistisch ist, nur an den eigenen Freizeitspaß zu denken und gnadenlos Tierleid zu akzeptieren.