Keine Panik bei Kopfläusen!

Keine Panik bei Kopfläusen!

Wenn Läusealarm herrscht, sind Eltern in Aufregung. Meist erfahren sie über Mails oder Informations-Blätter von Kita, Kindergarten oder Schule, dass in der Einrichtung Kopfläuse grassieren. Immer noch scheint unklar, welche Maßnahmen wirklich sinnvoll sind und wie man Kopfläuse am schnellsten entdeckt, damit sie sich nicht weiter vermehren und verbreiten. Wo verstecken sie sich und müssen Mützen, Kopfkissen & Co wirklich in die Waschmaschine oder in die Tiefkühltruhe?

Die 10 wichtigsten Tipps bei Lausalarm:

1. Ruhig bleiben

Kopfläuse übertragen keine Krankheiten. Sie sind harmlos, aber lästig. Wenn man sie konsequent bekämpft, ist man sie auch bald wieder los.

2. Inspektion des Kopfes

Mutter kämmt Kind die Haare

Für viele ein wahrer Horror: Krabbeltiere auf dem Kopf. Was tun?

Es gibt verschiedene Hinweise für Lausbefall, typisch ist zum Beispiel Juckreiz. Aber auch ohne Symptome können sich Läuse auf dem Kopf befinden. Und sie sind oft schwer zu entdecken, weil sie sich tief im Haar verstecken. Um sie aufzuspüren gibt es einen Trick: das Haar mit einer Haarspülung einreiben, dann mit einem feinen Läusekamm (gibt es in der Apotheke) durchkämmen und den Kamm immer wieder an einem Papiertuch abwischen. Herausgekämmte Läuse bleiben daran hängen und können so entdeckt werden. Bei Unsicherheit, ob es sich wirklich um eine Laus handelt, hilft eine Lupe.

3. Behandlung mit Läusemittel

Läusemittel gibt es in der Apotheke. Wichtig ist, dass diese in Dosis und Zeitdauer genau nach Packungsanweisung angewendet werden, ansonsten können sie nicht richtig wirken. Bei massivem Befall sicherheitshalber den Arzt aufsuchen.

4. Erneutes Auskämmen

Eine Laus unter dem Mikroskop

Läuse sind mit ihren Greifklauen perfekt an das Leben auf dem Haar angepasst.

Nach der Behandlung sollte der Kopf erneut mit dem Läusekamm ausgekämmt und auf Läuse kontrolliert werden. Festgeklebte Nissen (so heißen die Eier der Läuse) sollten mit der Pinzette entfernt werden.

5. Untersuchung aller Familienmitglieder

Alle Familienmitglieder müssen untersucht werden und jeder, bei dem Läuse entdeckt werden, muss unbedingt ebenfalls behandelt werden.

6. Das Umfeld informieren

Schulklasse

Läusebefall: Wann kann mein Kind zurück in die Schule?

Kita, Kindergarten, Schule über den Läusebefall informieren, sowie alle Eltern von Spielkameraden. Auch sie müssen ihre Kinder auf Läuse kontrollieren und gegebenenfalls behandeln. Das häufigste Problem ist, dass nicht alle Läuse im Umfeld bekämpft werden. Dann stecken sich die Kinder immer wieder neu an.

7. Schulbesuch

Das Kind kann direkt nach der ersten Behandlung wieder in die Schule gehen.

8. Ein zweites Mal behandeln

Nach neun bis zehn Tagen muss eine zweite Behandlung mit dem Läusemittel erfolgen. Beim ersten Mal wurden zwar bei richtiger Anwendung alle erwachsenen Läuse erwischt, nicht aber alle Larven in den Eiern getötet, die so genannten Nissen. Nachdem die geschlüpft sind – das passiert innerhalb von etwa neun Tagen - muss daher erneut behandelt werden. Ansonsten wachsen die Larven zu geschlechtsreifen Läusen heran und alles beginnt von vorn. Unbedingt wieder genau nach Packungsanweisung dosieren und einwirken lassen.

9. Was man machen kann, aber nicht muss

Kopfläuse trennen sich nicht freiwillig vom Kopf ihres Wirts. Sie sind perfekt an das Leben im Haar angepasst, brauchen die Wärme der Kopfhaut und das Blut als Nahrung. Was viele nicht wissen: Läuse können nur krabbeln, nicht springen. Damit sie von einem Menschen auf den anderen übertragen werden, muss man also die Köpfe zusammenstecken. Fallen Kopfläuse versehentlich einmal herunter, dann krabbeln sie sofort zurück. Außerhalb des Kopfes können sie nur wenige Stunden überleben und sich wegen ihrer Greifklauen kaum fortbewegen. Für Bürsten oder Mützen scheinen sich Kopfläuse nicht zu interessieren. Das haben Forscher in Australien in einem Mützentest untersucht, Dass Kopfläuse auf Mützen oder auf Kopfkissen gelangen, ist sehr selten, aber dennoch nicht völlig ausgeschlossen. Wer ganz sicher gehen möchte, kann Mütze und Kopfkissenbezug wechseln.

10. Was nicht nötig ist

Einfrieren von Kuscheltiere

Das Einfrieren von Kuscheltieren ist nicht nötig.

Es ist aber völlig unnötig, Bettwäsche, Mützen und Jacken täglich zu waschen, Schmusetiere einzufrieren, Polstermöbel und Böden zu reinigen oder gar zu desinfizieren – all das hilft nicht dabei, Kopfläuse los zu werden, und macht nur Arbeit. Diesen Stress kann man sich getrost sparen.

Filmautorin: Eva Schultes

Lesetipp

Läuse Alarm
Autoren: Birgit und Heinz Mehlhorn
Verlagsangaben: Düsseldorf University Press, 2. Aufl. 2014
ISBN-10: 3940671207 ISBN-13: 978-3940671202
Sonstiges: 107 Seiten, 14,80 Euro
Ein kurzweiliger Ratgeber für Eltern, Lehrer, Erzieher und Ärzte, der zeigt, was wirklich notwendig ist, um im Kampf gegen Läuse zu bestehen

Stand: 27.11.2017, 12:00