Tödliche Luft – Feinstaub ist ein Problem

Tödliche Luft – Feinstaub ist ein Problem

Die Luft, die wir atmen, kann tödlich sein. Professor Paulo Saldiva ist Pathologe an der Universitätsklinik in der brasilianischen 12-Millionen-Metropoole São Paulo. Er findet bei allen Leichen, die er untersucht, schwarz verfärbte Lungen, auch dann wenn die Menschen Nichtraucher waren. Weltweit warnen Wissenschaftler vor den Gesundheitsfolgen schlechter Luft.

Die Metropolen Asiens haben ein Problem

Besonders betroffen sind die großen Metropolen Asiens, wie Bangkok, Mumbai und Neu-Delhi. Die Luft in der 16-Millionen-Einwohner-Stadt enthält oft zehn Mal mehr Feinstaub als der empfohlene Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation. Ähnlich dramatisch ist die Situation in China: Peking gilt als die Hauptstadt der Luftverschmutzung. Die Zahl der Atemwegserkrankungen hat sich dort in den vergangen Jahren vervielfacht. Vor allem kleine Kinder leiden unter der schlechten Luft.

Auch Europa ist betroffen

In europäischen Metropolen ist die Luftverschmutzung weniger offensichtlich. Doch Untersuchungen zeigen: Ungesund ist die Luft auch hier. In Paris übertrifft die Belastung mit Feinstaub im Schnitt an jedem zweiten Tag den europäischen Grenzwert. Man schätzt, dass die Pariser im Schnitt sechs Monate kürzer leben als die übrigen Franzosen.

Forscher des Mainzer Max-Planck-Instituts für Chemie haben ermittelt, dass dreckige Luft weltweit jedes Jahr etwa 3,3 Millionen Menschenleben fordert. Tendenz: steigend. Auch Deutschland ist betroffen: mit 35.000 Menschenleben – jedes Jahr; zehn Mal so viel Tote wie durch Verkehrsunfälle.

Filmautor: Dirk Gilson

Stand: 24.05.2016, 12:00