Praxistipps zum Reifenkauf

Ein Stapel neuer Autoreifen

Praxistipps zum Reifenkauf

1. Billige Reifen meiden

Vor allem auf nasser Straße haben billige Reifen einen größeren Bremsweg: beim Notbremsen mit 80 Stundenkilometern verlängert er sich im Extremfall um 15 bis 20 Meter. Dabei entscheidet ein längerer Bremsweg in Gefahrensituationen oftmals über Leben und Tod. Ein Reifen, der in unabhängigen Tests mit „gut“ oder „befriedigend“ bewertet wurde, ist sicher genug für den Straßenverkehr.

2. Richtig die Reifen wechseln

Bei den meisten Autos sitzt der Antrieb vorne. Hier gibt es einen stärkeren Abrieb – egal ob Sommer-, Winter- oder Ganzjahresreifen. Wer Vorder- und Hinterreifen regelmäßig wechselt, fährt sie gleichmäßiger ab. Alternativ lassen sich erst einmal nur die Vorderreifen auswechseln.

Ein Winterreifen im Sommer fährt sich viel schneller ab, rechtzeitiges Wechseln spart bares Geld.

3. Das Reifenprofil und der richtige Zeitpunkt

Gesetzlich sind Reifen bis zu einer Profiltiefe von 1,6 Millimetern erlaubt. Auf trockener Straße gibt es bis dahin kein allzu großes Risiko. Probleme gibt es bei solch einer geringen Profiltiefe dagegen nicht nur bei Schnee, sondern auch bei Nässe. Durch Aquaplaning ist ein Auto mit einem neuen Reifen (also mit 8 Millimetern Profil) ab etwa 75 Stundenkilometern nicht mehr steuerbar. Das Profil eines Reifens dient bei einer Fahrt durch eine Wasserschicht als Abflusskanal. Je weiter ein Profil abgefahren ist, desto kleiner wird der Durchmesser dieser Transportkanäle. Bei einer Profiltiefe von 2 Millimetern sind die Kanäle bereits bei einer Geschwindigkeit von etwa 55 Stundenkilometern überlastet und der Wagen schwimmt auf. Er ist dann nicht mehr steuerbar. Das gilt für alle Reifen. Aus Sicherheitsgründen wird daher der Reifenwechsel bereits ab ca. 2,5 Millimetern empfohlen.

Autor: Reinhart Brüning

Stand: 23.10.2017, 18:00