Telenotarzt

Der Retter über Datenleitung

Telenotarzt

Rund 1.700 Mal kam im letzten Jahr in Aachen der Telenotarzt zum Einsatz. Er ist immer dann gefragt, wenn ein Rettungswagen ohne Notarzt zu einem Notfall geschickt wird und dann vor Ort doch einen ärztlichen Rat, eine Diagnose oder eine Handlungsanweisung benötigt.

Ein typisches Beispiel ist ein Haushaltsunfall, bei dem sich der Patient ein Bein gebrochen hat und unter starken Schmerzen leidet. Hier müssen die Rettungsassistenten gemeinhin abwägen, ob sie einen Notarzt nachfordern, der dem Patienten dann ein Schmerzmittel gibt. In der Stadt ist der Arzt oft binnen 5 oder 10 Minuten vor Ort – auf dem Land kann das aber auch schnell 20 oder 30 Minuten dauern – die Alternative ist dann oft, den Patienten ohne medikamentöse Schmerzbekämpfung zu transportieren.

In Aachen reicht in dieser Situation nun ein einfacher Knopfdruck auf ein Headset. Das ist Teil einer speziellen Ausrüstung, die alle Aachener Rettungswagen mit sich führen. Binnen Sekunden steht die Verbindung zu einem Notarzt an der Leitstelle, der sich dort – dank ebenfalls übertragener Daten von EKG, Blutdruck, Sauerstoffsättigung etc,, ein Bild vom Zustand des Patienten macht und dann die Gabe bestimmter Medikamente anweisen kann.

Filmautor: Lars Tepel

Stand: 12.05.2015, 12:00

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