Der Kleider-Wahnsinn – und wie wir ihm entkommen können

Montage: Ralph Caspers mit Einkaufstüten

Der Kleider-Wahnsinn – und wie wir ihm entkommen können

Im Durchschnitt kaufen die Deutschen 60 Kleidungsstücke pro Jahr, mehr als doppelt so viel wie noch vor 20 Jahren. Dennoch geben wir kaum mehr dafür aus, denn die Textilindustrie produziert extrem günstig. Bereits seit Jahren wird immer wieder angeprangert, dass dabei ArbeiterInnen und Umwelt auf der Strecke bleiben. Aber hat sich dadurch etwas geändert? Quarks klärt auf, unter welchen Bedingungen Kleidung heute hergestellt wird und was wir beim Kleidungskauf beachten sollten.

Was uns Kleidung wert ist
Wie leicht lassen sich Kunden zum Kauf von Billigmode verführen und welche Rolle spielen dabei moralische Bedenken? Das testet Quarks in einem einzig-artigen Sozialexperiment. Wir eröffnen in Hagen ein Modegeschäft mit extrem günstigen T-Shirts und Pullovern. Das Besondere: Mehrere Kinder an Nähmaschinen fertigen die Kleidungsstücke im Laden an. Es sind zwar Schauspieler, aber für die Kunden ist das nicht ersichtlich. Drei Stunden lang ist das Geschäft geöffnet. Unsere Schnäppchenpreise locken viele Interessierte in den Laden. Wie reagieren sie auf die offensichtliche Kinderarbeit?

Aus alt wird nicht mehr neu
In Zeiten von Fast Fashion wechseln die Sortimente in immer kürzeren Zeitabständen - manche Unternehmen bringen bis zu 52 verschiedene Kollektionen im Jahr heraus. Wer da mithalten möchte, kommt kaum noch dazu, seine Kleidung auch anzuziehen. Jede fünfte Klamotte bleibt im Schrank hängen, ohne dass sie nur ein einziges Mal getragen wurde. Eine enorme Verschwendung. Am Ende landen die Sachen im Altkleidercontainer. Mehr als eine Million Tonnen werden so pro Jahr gespendet. Aber was passiert dann damit? Die ernüchternde Bilanz: Nur ein Bruchteil wird weitergegeben oder gar recycelt. Das meiste wird verbrannt. Quarks erklärt, wie wir das verhindern können.

Suche nach Alternativen
Zwei junge Frauen haben genug von der preiswerten Fast-Fashion-Mode. Sie wollen hochwertig produzieren und nachhaltig. Dabei setzen sie auf ein ausgefallenes Material, das sie hier überall in Deutschland bekommen können: Hundehaare, die während des Fellwechsels ausgekämmt wurden.

Stand: 08.06.2020, 10:00