Meine Gemeinde, meine Familie

Laien statt Priester

Meine Gemeinde, meine Familie

In Deutschland leidet die katholische Kirche an dramatischem Priestermangel. So müssen immer mehr Gemeinden zusammengelegt werden und verlieren dadurch ihre Eigenständigkeit. Dies führt zu heftigen Konflikten in vielen Bistümern. Der Film erzählt, wie in drei verschiedenen Gemeinden versucht wird, diese Situation auf unterschiedliche Weise zu bewältigen.

Laien statt Priester

Im Ehrenamt für die katholische Gemeinde engagiert sich Chiara P. für Kinder.

Chiara P. lebt in Essen Margarethenhöhe. Die 22-Jährige studiert Heilpädagogik und engagiert sich nebenbei in der Gemeinde zur Heiligen Familie in Essen. Nachdem die Bistumsleitung entschieden hatte, die eigenständige Gemeinde zu schließen, versuchen nun die Mitglieder ein Modell ohne eigenen Priester. Die Gemeinde organisiert sich durch zahlreiche motivierte Mitglieder wie Chiara seit zwei Jahren selbst. „Auf der Margaretenhöhe zu leben und in dieser Gemeinde zu sein, das ist Familie, das ist Freude, das ist Leben, das ist Liebe, das ist wirklich alles für mich!“ Aber wie kann das funktionieren?

Johann T. ist Teil des Eifeler Widerstandes gegen Reformen im Bistum Trier. Er und seine Mitstreiter sind es leid, dass von oben herab über ihr Gemeindeleben entschieden wird. Nun demonstrieren sie gegen das Bistum in der Hoffnung, eine friedliche Lösung zu finden. Und sie wollen sich entschieden gegen die Zusammenlegung mit anderen katholischen Gemeinden wehren. „Demokratie kennt die Kirche nicht. Darum müssen wir darauf hoffen, dass von oben der Geist kommt.“

Laien statt Priester

In Werl in Westfalen fängt Pastor Liju aus Indien den Priestermangel auf.

Im Bistum Paderborn, wie auch an vielen anderen Orten, sollen ausländische Aushilfspriester den Priestermangel ausgleichen. Aber ist das Modell erfolgreich? Welche Probleme ergeben sich? Pastor Liju aus dem indischen Kerala ist seit dem Frühjahr 2017 Aushilfspriester in einer westfälischen Gemeinde. Deutschland ist für ihn gewöhnungsbedürftig. Neben der neuen Kultur muss er auch lernen, mit der Sprache und seinem Heimweh klar zu kommen: „Ich vermisse meine Eltern und meine Geschwister, aber auch andere Verwandte."

Autoren: Jonas Daniels und Stefan Pannen

Redaktion: Johanna Holzhauer

Stand: 05.02.2019, 14:46

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