Gasthof zum neuen Leben - Eine Familie kämpft für sich und das Dorf

Gasthof zum neuen Leben - Eine Familie kämpft für sich und das Dorf

Es ist voll auf dem Dorfplatz in Fürstenberg. Alle sind heute gekommen: der Spielmannszug, der Karnevalsverein, der Bürgermeister, die Jagdhornbläser. Denn alle wollen sich bei Franz Hartong bedanken. In der siebten Generation seiner Familie ist der 69-Jährige Gastwirt in dem kleinen Ort in Ostwestfalen. Aber heute ist Schluss, Franz Hartong schließt seine Gaststätte.

Restaurant, Kneipe, Versammlungsort für Vereine, Proberaum für den Chor, ob nach Beerdigungen oder bei runden Geburtstagen – der Gasthof Hartong war die zentrale Anlaufstelle in Fürstenberg. Lange sah es so aus, als würde die Gaststätte für immer schließen müssen. Niemand wollte die viele Arbeit als Dorfgastwirt auf sich nehmen. Eine Katastrophe für das Dorfleben.

Im Hintergrund vor dem Gasthof stehen viele Menschen. Im Vordergrund lieben Musikinstrumente.

Vom Bürgermeister bis zum Musikverein - zum Abschied des alten Gastwirts, Franz Hartong, ist das ganze Dorf gekommen.

Aber dann meldete sich völlig überraschend Familie Klaaßen. Mutter Ruth arbeitet als Erzieherin, Vater Reimund als Industriemechaniker. Sie haben kaum Erfahrung in der Gastronomie. Doch gemeinsam mit den drei Kindern wollen sie versuchen, den Gasthof zu retten – und damit vielleicht auch sich selbst.

Denn die Klaaßens haben eine harte Zeit hinter sich. Ein halbes Jahr zuvor haben sie ihre zweitälteste Tochter Hannah (17) bei einem Autounfall verloren. Jetzt fragt sich Ruth Klaaßen, wie sie nach dieser familiären Katastrophe weitermachen sollen.

Da kam ihr die Idee mit dem Gasthof. Könnte das der Neuanfang sein, den die Familie jetzt brauchte? „Hannah hätte das großartig gefunden“, glaubt die Mutter. Also wagt die Familie den Schritt und kauft die Gaststätte. Nun haben sie nach dem Abschied des Vorgängers nur einen Monat Zeit, um die neuen Dorfwirte zu werden. Obwohl Reimund Klaaßen geborener Fürstenberger ist, ahnt er, dass es schwierig werden könnte. „Wir müssen uns das Vertrauen der Gäste neu erarbeiten.

Ein Junge, ein Mädchen, eine Frau mit einem kleinen Mädchen auf dem Arm und ein Mann.

Obwohl Familie Klaaßen kaum Erfahrung in der Gastronomie hat, wollen sie die traditionsreiche Gaststätte weiterführen.

Der Film begleitet die Klaaßens durch eine aufregende Zeit voller großer und kleiner Dramen, voller Hoffnungen und Rückschläge. Sie müssen unter Zeit- und Gelddruck den Gasthof umbauen, das Zimmer der toten Tochter ausräumen und dann mitten in der stürmischen Anfangsphase den Jahrestag des Unfalls durchstehen. Wird das Dorf sie bei ihrem mutigen Neustart unterstützen? Wie stehen sie die stressige Zeit gesundheitlich durch? Schafft die Familie den erhofften Neustart?

Ein Film von Ulf Eberle und Katharina Gugel
Redaktion: Anna Herbst, Angela Jaenke

Stand: 14.02.2019, 11:11

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