Die Wunden der Ermittler - Wie Verbrechen die Seele belasten

Die Wunden der Ermittler: Wie Verbrechen die Seele belasten

Menschen hautnah 06.02.2020 44:09 Min. UT Verfügbar bis 07.02.2021 WDR Von Maryam Bonakdar

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Die Wunden der Ermittler - Wie Verbrechen die Seele belasten

Schwere Unfälle, Kinderpornografie, Mord und Totschlag - für die meisten Menschen ist schon die Vorstellung unerträglich. Polizeibeamte und Staatsanwälte sind diesen Verbrechen nahezu täglich ausgesetzt – am Tatort oder am Computer.

Sie leisten wichtige Ermittlungsarbeit und schauen dahin, wo andere schnell entsetzt wegschauen. Es ist Teil ihres Berufes, kühl und sachlich die Fakten eines Verbrechens zu analysieren. Doch wie gehen sie fernab ihrer beruflichen Rolle mit solchen Situationen um - als mitfühlende Menschen?

Psychische Erkrankungen bei Polizei und Staatsanwaltschaft

Streifenpolizist Jürgen Röhr

Der Film beleuchtet ein Tabuthema: Psychische Erkrankungen haben in der gesamten Gesellschaft einen Makel - bei Ermittlerinnen und Ermittlern gilt dies besonders. Viele von ihnen haben noch immer die Vorstellung des “starken Helfers”. Psychische Probleme passen da nicht ins Selbstbild. Groß ist auch die Angst vor beruflichen Konsequenzen. Oft herrscht die Einstellung: „Das muss man wegstecken können”. Die Folge: Viele fressen ihre Gefühle und Ängste in sich hinein. Im schlimmsten Fall erkranken sie an Depressionen oder an einer Belastungsstörung. Darüber sprechen wollen nur wenige Betroffene. Die Autorin Maryam Bonakdar trifft Polizistinnen und Polizisten, die bei Einsätzen traumatisiert wurden, und Staatsanwälte, die durch schwierige Verfahren an ihre psychischen Grenzen gelangen.

psychische Erkrankungen, Polizei, Staatsanwaltschaft

Suizide, Vergewaltigungen, Mord: Ermittler*innen sind jeden Tag grausamen Verbrechen ausgesetzt

In den vergangenen Jahren haben viele Dienststellen ihre Hilfsangebote ausgebaut. Der Film zeigt jedoch deutlich, dass sich viele Polizisten und Staatsanwälte von ihren Vorgesetzten und der Politik nach wie vor allein gelassen fühlen, sobald sie psychisch belastet oder sogar erkrankt sind. So werden dienstbedingte Belastungsstörungen von vielen Behörden oft nicht als Dienstunfall anerkannt. Was ist dem Staat die psychische Gesundheit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wert, die jeden Tag Verbrechen aufklären?

Autorin: Maryam Bonakdar

Redaktion: Anja Würzberg (NDR), Christiane Mausbach (WDR), Andrea Ernst (WDR)

Stand: 23.01.2020, 22:40

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