Turnschuhpendeln: Mareike Eißmann joggt zur Arbeit

Frau mit grauem Stirnband blickt nach rechts

Turnschuhpendeln: Mareike Eißmann joggt zur Arbeit

Von Jana Brauer

  • 36-Jährige pendelt von Velbert nach Essen
  • Arbeitet als Oberärztin in Essener Krankenhaus
  • Lässt Auto stehen, um Stress zu vermeiden
  • Möchte andere für Bewegung begeistern

"Sobald ich einmal die Morgenluft rieche, fühle ich mich großartig. Bis dahin ist der Schweinehund vorhanden", sagt Mareike Eißmann und schließt die Haustür hinter sich. Es ist 05:30 Uhr und sie macht sich auf den Weg zur Arbeit. Zu Fuß, denn sie ist eine sogenannte "Turnschuhpendlerin".

Die 36-Jährige wohnt in Velbert und joggt von dort aus regelmäßig nach Essen zum Elisabeth-Krankenhaus. Dort arbeitet sie als Oberärztin. Ihr Schwerpunkt ist die Kardiologie. Von ihrem Zuhause bis zum Krankenhaus sind es zwischen 16 und 19 Kilometer, je nachdem, welche Strecke sie wählt.

Manchmal nimmt sie auch das Rad

Frau in pinker Jacke joggt über dunkle Straße

Mareike joggt im dunkeln

Ihren Arbeitsweg legt Mareike Eißmann im Joggingtempo zurück. So wie auch an diesem Morgen. In Sportkleidung läuft sie durch die Dunkelheit, nur die Reflektoren an ihren Anziehsachen leuchten immer wieder auf. Manchmal fährt sie die Strecke auch mit dem Rad oder steigt auf der Hälfte in einen Zug um.

"Egal, wie schlecht der Tag wird, ich habe jetzt schon mal was für mich getan und für die Umwelt", sagt Mareike Eißmann überzeugt. Sie ist schon lange sehr sportlich unterwegs und hat auch schon an Ironman-Wettbewerben teilgenommen. Trotzdem: Früher ist auch sie mit dem Auto zur Arbeit gefahren.

Schlüsselerlebnis im Stau

Alles änderte sich, als sie eines Tages auf sieben Kilometern eine Stunde lang im Stau stand. Während der gesamten Wartezeit stresste und ärgerte sie sich. Etwas musste sich verändern. Also begann Mareike Eißmann, zur Arbeit zu joggen oder das Fahrrad zu nehmen und fühlte sich sofort besser.

Bis heute fühle sie sich viel ausgeglichener, erzählt Mareike Eißmann während sich ihre Füße in regelmäßigen Schritten über den Asphalt bewegen. Auf dem Rücken trägt sie einen Rucksack mit Regenschutz.

"Die Gesellschaft bewegt sich zu wenig"

Als Ärztin steht für Mareike Eißmann vor allem der gesundheitliche Aspekt im Mittelpunkt. Die gesamte Gesellschaft bewege sich zu wenig, sagt sie. Dagegen möchte sie angehen und vorleben, dass es auch anders geht.

Mit ihrer Begeisterung für das Turnschuhpendeln und Radfahren möchte sie auch andere Menschen anstecken, zum Beispiel Familie und Kollegen. Ihr Mann, der gerade in Elternzeit ist, fährt die Kinder inzwischen mit einem neu angeschafften E-Bike zur Kita. Ihr zweites Auto haben sie kürzlich verkauft.

Arbeitskollegen auch angesteckt

Frau hockt auf Boden und schnürt sich die Turnschuhe

Fertigmachen für den Heimweg

Ihre Arbeitskollegen konnte Mareike Eißmann auch schon inspirieren, sie zum Beispiel dazu anregen, das Auto stehen zu lassen und das Rad zu nehmen. Auf der Arbeit animiert sie beispielsweise aber auch andere dazu, die Treppe statt den Aufzug zu nehmen.

Nach der Arbeit tauscht Mareike Eißmann ihre Krankenhauskleidung dann wieder gegen ihre Sportsachen. Die pinken Schnürsenkel werden geschnürt, der Rucksack auf den Rücken geschnallt und los geht es zurück in Richtung Velbert.

Stand: 25.11.2019, 09:40