Corona-FAQ: Ihre Fragen an Prof. Trilling

Ein Mann steht vor einem Bildschirm, darauf zu sehen die Animation des Coronavirus

Corona-FAQ: Ihre Fragen an Prof. Trilling

Haben Sie eine Frage zum Coronavirus? Dann melden Sie sich bei uns! Schreiben Sie an lokalzeit.ruhr@wdr.de, rufen Sie an unter 0201/81080238 oder schicken Sie uns eine Nachricht über unserer Facebook-Seite WDR Lokalzeit Ruhr. Professor Mirko Trilling, Virologe am Essener Uniklinikum, ist derzeit mehrmals in der Woche bei uns in der Lokalzeit Ruhr zu Gast und nimmt sich Zeit, um möglichst viele Fragen zu beantworten.

Lesen Sie hier die bisherigen Fragen und Antworten.

Ihre Fragen vom 1. April

Ist man gegen das Coronavirus immun, wenn man vor Jahren eine schwere Gürtelrose hatte?

Prof. Trilling: Nein, natürlich nicht. Also weder die Krankheit noch die Impfung dagegen helfen gegen das Coronavirus, sondern gegen das Herpesvirus, das die Gürtelrose auslöst.

Die Übertragung des Virus geht ja über die Schleimhäute. Wie kann ich meine Augen schützen – zum Beispiel beim Einkaufen?

Prof. Trilling: Das ist wahrscheinlich nur ein sehr kleiner Teil der Infektionen, der über die Schleimhäute an den Augen erfolgt. Aber es gibt diese Fälle wo das beschrieben ist. Man könnte sich da nur mit einer Brille schützen. Aber die meisten Infektionen sind Tröpfcheninfektionen.

Wieso kann ich durch das Tragen eines Mundschutzes andere schützen, weil nichts durch die Maske kommt, ich selbst kann mich aber anstecken?

Ein Mädchen trägt einen Mundschutz

Ein Mundschutz bringt nur etwas, wenn er richtig getragen wird!

Prof. Trilling: Es geht darum dass wir sagen müssen, das Risiko reduziert sich, egal was für eine Art von Maske oder Respirator Sie tragen. Es geht halt nur nicht auf null runter, also es bleibt immer noch ein gewisses Restrisiko. Aber Sie müssen diese Masken unbedingt richtig tragen! Wir haben so ein bisschen Sorge davor, dass die Leute sich sicher fühlen, wenn sie so eine Maske aufhaben und sie die aber falsch aufhaben und dann unter die empfohlene Distanz kommen. Deswegen kümmern Sie sich bitte darum, dass Sie die Masken richtig tragen! Dann reduzieren Sie auch das Risiko – aber eben nicht auf null. Und wenn man selber infiziert ist, dann schützt man natürlich die Umgebung sehr effizient, weil diese Partikel, diese kleinen Tröpfchen, nicht aus dem Mund-Rachen-Raum herauskommen und andere infizieren können.

Kann man Schutzmasken im Kühlfach sterilisieren?

Prof. Trilling: Nein, kann man nicht. Wenn man Viren immer wieder einfriert und auftaut, dann gehen die langsam dabei kaputt, aber das würde die Maske nicht mitmachen. Also mit Kälte kriegen Sie die Viren nicht kaputt – wenn überhaupt, dann mit Wärme.

Viele Leute bleiben im Moment zuhause – wo kann ich mich denn dann überhaupt noch infizieren?

Prof. Trilling: Wenn sich wirklich alle an die empfohlenen Maßnahmen halten und den Abstand von zwei Metern einhalten, dann gibt es nur noch Infektionsketten innerhalb der Familien und der Lebensgemeinschaften. Da könnte es dann immer noch passieren, aber das wäre irgendwann auch vorbei. Also wenn wir wirklich alle zwei Wochen lang alleine zuhause bleiben würden, dann wäre das mit dem Virus schnell vorbei. Aber es ist natürlich nicht so, dass wir das schaffen. Also im ÖPNV oder bei der Arbeit haben wir eben doch immer wieder Situationen, in denen wir uns einer gewissen Gefahr aussetzen. Deshalb gehen die Zahlen runter, aber eben nicht auf null.

"Rausgehen ja - aber nicht dort, wo alle hingehen"

WDR 5 Morgenecho - Interview 03.04.2020 07:14 Min. Verfügbar bis 03.04.2021 WDR 5

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Ab wann und wie lange ist man ansteckend?

Prof. Trilling: Wichtig ist, sich zu merken dass wir darum bitten, dass wenn man Erkältungssymptome hatte – auch wenn man nicht in Quarantäne ist, sondern sich selbst isoliert, dass man mindestens zwei volle Tage zuhause bleibt, wenn man keine Symptome mehr hat. Es gibt Hinweise darauf, dass man in dieser Zeit noch ansteckend sein kann – darum zwei Tage völlig symptomfrei zuhause bleiben – dann ist die Chance, dass man das noch überträgt, sehr gering.

Gibt es eigentlich schon Erkenntnisse über die Spätfolgen nach eine Corona-Infektion?

Prof. Trilling: Meines Wissens nicht. Die Phase ist aber auch noch sehr kurz – wir müssen das im Laufe der Zeit sehen.

Kann ein Jogger, der an mir vorbeiläuft, mich infizieren, indem er neben mir ausatmet?

Prof. Trilling: Wenn Sie die zwei Meter Abstand unterschreiten, dann können Sie jemanden infizieren, weil Sie dann diese Tröpfchen abgeben. Und wenn man Sport macht, dann atmet man nochmal mehr aus und das ist dann ein Risiko, ja.

Stand: 03.04.2020, 08:59