Coronavirus im Münsterland: Wirtschaft

Handwerker mit Rohrzange

Coronavirus im Münsterland: Wirtschaft

  • Tourismusflüge am FMO angelaufen
  • Westfleisch testet täglich Mitarbeiter
  • Weniger Nachfrage nach Leiharbeit

Mehr Flüge ab FMO

Am Flughafen Münster/Osnabrück sind die Tourismusflüge wieder angelaufen. Ziele sind die Türkei, die Kanaren, Mallorca und einige griechische Inseln. Im Linienverkehr werden bislang nur Stuttgart und München angeflogen. Der Flughafen rechnet mit zusätzlichen Millionenverlusten in diesem Jahr wegen der Coronakrise.

Tägliche Coronatests bei Westfleisch

Die Firma Westfleisch hat nach eigenen Angaben ein Corona-Test-Programm für sämtliche Mitarbeiter der Produktion gestartet.Spätestens am Montag (06.07.2020) sollen sämtliche 5.000 Produktionsmitarbeiter an allen Standorten täglich getestet werden. In Coesfeld und Münster sei das Programm schon angelaufen.

Bereits in der vorausgegangenen Woche hatte Westfleisch in Coesfeld seinen Schlachtbetrieb schrittweise weiter hochgefahren. Das Unternehmen hatte Mitte Mai zwei Testdurchläufe bestanden. Zuvor waren der Schlachtbetrieb vorübergehend geschlossen worden, nachdem sich zahlreiche Arbeiter mit dem Corona-Virus infiziert hatten. Der Kreis Coesfeld veröffentlichte am Montag (22.06.20320) die Ergebnisse der Testungen, die unter den Beschäftigten des Fleischcenters Coesfeld der Firma Westfleisch vorgenommen wurden: In allen 528 Fällen ist das Laborergebnis negativ, es wurde keine Ansteckung mit dem Coronavirus nachgewiesen.

Klage gegen Versicherung

Zwei Gaststätten-Betreiber aus Oelde und Gronau haben beim Landgericht Münster Klage gegen ihre Betriebsschließungs-Versicherung eingereicht. Sie hatten darauf gesetzt, dass sie in der Corona-Krise Geld von der Versicherung bekommen und damit ihre Verluste ausgleichen können. Doch viele Versicherer weigern sich zu zu zahlen. Der Hotel- und Gaststättenverband Westfalen erwartet weitere Klagen. (Stand 09.06.2020)

Neustart am FMO

Nach zehn Wochen coronabedingter Pause ist am Flughafen Münster/Osnabrück am Dienstag (02.06.2020) der erste Flieger gestartet. Einmal wöchentlich geht es Richtung München, ab der kommenden Woche dann auch wieder nach Stuttgart. Ferienflieger ins Ausland sollen ab Ende Juni wieder starten.

Leiharbeiter weniger gefragt

Der Personaldienstleister FAIR aus Ahaus hat eine drohende Insolvenz angezeigt. Davon betroffen wären 240 Beschäftigte. Grund für die jetzige Misere sind massive Umsatzeinbrüche, da viele Firmen durch die Folgen des Corona-Lockdowns derzeit kaum Personal abrufen. Das Unternehmen teilte am Donnerstag (28.05.2020) mit, dass es sich in Eigenverantwortung sanieren will und gute Chancen für einen Fortbestand sieht.

Westfalen AG beendet Kurzarbeit

Bei der Westfalen AG endet die Kurzarbeit. Seit Anfang Juni wird wieder normal gearbeitet. Bei dem münsterischen Tankstellen- und Gas-Unternehmen haben seit April deutschlandweit knapp 600 Beschäftigte ihre Stundenzahl in Kurzarbeit um 20 bzw. 50 Prozent reduziert. Dabei hat das Untenehmen das Kurzarbeitergeld auf 90 Prozent aufgestockt. Auch für die Mitarbeiter der Westfalen AG in den europäischen Nachbarländern endet Anfang Juni die Kurzarbeit.

Massive Umsatzeinbußen für Gastronomie

Die Gastronomie im Münsterland verzeichnet nach der Öffnung massive Umsatzeinbußen. Die Gäste reagieren offenbar noch Verhalten auf die Lockerungen, so das Fazit einer Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer in Münster bei Gaststätten, Cafés und Restaurants. Danach erreicht jedes zweite Unternehmen bislang kaum ein Viertel des normalen Umsatzes. Ein Grund dafür ist auch, dass aufgrund der Abstandsregelungen die Zahl der Plätze deutlich verringert werden musste. Die IHK in Münster plädiert deswegen dafür, mehr Außengastronomie zu ermöglichen.

Keine Pfändung von Corona-Soforthilfen

Das Finanzgericht Münster hat entschieden, dass die Corona-Soforthilfe für Kleinstunternehmer nicht gepfändet werden darf. Vor dem Gericht hatte der Betreiber eines Reparaturservices Erfolg, der 9.000 Euro Coronahilfe erhalten hatte, weil die Aufträge ausgeblieben waren. Das Finanzamt hatte allerdings schon im November vergangenen Jahres die Kontopfändung wegen Steuerschulden erwirkt. Das münsterische Gericht entschied nun, dass die Soforthilfe nur zur Milderung finanzieller Notlagen aufgrund der Pandemie dienen dürfe. Ein Zugriff darauf aufgrund von vorher entstandenen Schulden sei nicht zulässig.

Bezirksregierung startet Corona-Forum

Die Bezirksregierung Münster hat Akteure aus dem Münsterland und der Emscher-Lippe-Region in einem regionalen "Corona-Forum" vernetzt. An einem ersten Treffen nahmen Vertreter der Industrie-, Handwerks- und Landwirtschaftskammern, von Wirtschaftsförderungen, der Dehoga, der Agentur für Arbeit und des Deutschen Gewerkschaftsbundes teil. Sowohl die Unternehmer als auch die Arbeitnehmervertreter gehen davon aus, dass zahlreiche Folgen der aktuellen Krisen-Phase erst in einigen Monaten sichtbar werden. Daher sei es wichtig, sich jetzt gemeinsam für die Zukunft aufzustellen.

Stand: 15.07.2020, 20:15

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