Coronavirus im Münsterland: Öffentliches Leben

Coronavirus im Münsterland: Öffentliches Leben

  • Sportvereine legen wieder los
  • Weniger Besucher in Museen
  • Kriminalität in Corona-Zeiten gesunken

Corona behindert Kommunalwahlkampf

Die Coronakrise beeinträchtigt den Kommunalwahlkampf stärker, als bisher angenommen. Nach einer Studie der Uni Münster sehen 70 Prozent der Kommunalpolitiker aller Parteien eine "massive Beeinträchtigung" des Wahlkampfes durch die Corona-Krise. Vor allem die eingeschränkte Möglichkeit zur Kommunikation mit den Wählern durch weniger Veranstaltungen macht den Politikern zu schaffen. Eine Verschiebung der Kommunalwahl lehnten 60 Prozent der von der Uni Münster befragten Kommunalpolitiker trotzdem ab. (Stand 04.08.2020)

Stadt Münster reaktiviert Krisenstab

Die Stadt Münster hat ihren Krisenstab wieder zusammengerufen. Der Grund: Seit etwas mehr als zwei Wochen steigt die Zahl der Infizierten in Münster wieder an - zwar nur leicht, aber doch kontinuierlich. Da eine zweite Welle nicht auszuschließen ist, haben nun wieder die Experten des Krisenstabs über mögliche Maßnahmen beraten. Besonders kritisch verfolgt die Stadt die Partyszene, die laut Anwohnern immer mehr Auswüchse annimmt. Die Verwaltung denkt jetzt über geänderte Öffnungszeiten für Kioske nach, die nachts Alkohol verkaufen. Möglich ist auch ein Betretungsverbot von Plätzen und Straßen. Außerdem befasste sich der Krisenstab auch mit dem Thema Zuschauer bei Fußballspielen. Preußen Münster wolle dazu noch in dieser Woche ein Konzept vorlegen. Vorgesehen ist eine extrem reduzierte Zuschauerzahl und ein Ausschankverbot für Alkohol. (Stand 03.08.2020)

Sportvereine legen wieder los

Viele der rund 1.400 Sportvereine im Münsterland starten nach monatelanger Pause wieder mit Mannschaftstraining und Kursen. Wie schwer der Neustart unter Corona-Bedigungen fällt, hängt auch von der Sportart ab. Beim Tennis, Reiten oder Golf haben die Vereine meistens eigene Plätze, die Sportler sind draußen und kommen sich nicht so nah. Deshalb konnten sie mit dem Training schon wieder loslegen. Besonders schwierig ist es dagegen beim Schwimmen - vor allem bei Kursen für Kinder. Beim Kreissportbund in Warendorf heißt es, in den vergangenen Monaten hätten darum viel weniger Kinder schwimmen gelernt als sonst.

Weniger Besucher in Museen

Die Besucherzahlen in den Museen im Münsterland sind wegen der Corona-Pandemie eingebrochen. Grund dafür sind vor allem fehlende Schulklassen und Gruppen. In den vergangenen drei Monaten zählten beispielsweise die LWL-Museen rund 35.000 Besucher, im Vorjahreszeitraum waren es acht mal so viele. Auch beim Gronauer Rock 'n' Popmuseum macht Corona sich bemerkbar. Nach einem schwachen Start liegt man dort aktuell bei einem Drittel der normalen Besucherzahlen. Im Mühlenhof Freilichtmuseum Münster normalisiert sich die Lage. Im Juli wurden genauso viele Besucher gezählt wie im Vorjahresmonat.

Kriminalität in Corona-Zeiten gesunken

Die Kriminalität ist während des Corona-Shutdowns deutlich zurückgegangen. Die Polizei registrierte weniger Straftaten als im Vorjahreszeitraum - in Münster waren es zum Beispiel fast 17 Prozent weniger. Während der Kontaktbeschränkungen waren viele Menschen zu Hause im Home Office. Folglich sank die Zahl der Wohnungseinbrüche zwischen März und Juni. Auch Taschendiebe kamen wegen des Mindestabstandes von einem Meter 50 nicht mehr so leicht zum Zug. In den leeren Innenstädten stieg stattdessen die Zahl der Einbrüche in Ladenlokale, auch in Arztpraxen. Außerdem fälschten Täter die Internetseite der NRW-Soforthilfe. Sie griffen Daten von Antragstellern ab und beantragten selbst das Geld. Mit den Corona-Lockerungen steigt aber seit Juni vielerorts wieder die Zahl der Straftaten.

Kleine Andachten statt Wallfahrt

Eigentlich wären am Samstag (11.07.2020) fast 10.000 Menschen zur Fußwallfahrt von Osnabrück nach Telgte erwartet worden. Wegen der Coronapandemie fällt die Wallfahrt in diesem Jahr allerdings aus. Als Alterantive für die Gläubigen finden entlang des Weges viele kleine Andachten statt. Außerdem wird am Sonntag die Pilgermesse im Dom zu Onsnabrück live im Internet übertragen.

Familiezusammenführung schwierig

Die Corona-Pandemie blockiert zurzeit die Familienzusammenführung von Geflüchteten. Darauf macht die Caritas im Bistum Münster aufmerksam. Wegen der Corona-Pandemie fielen viele Flüge aus. Deshalb würden die bereits erteilten Visa für die Einreise nach Deutschland ihre Gültigkeit verlieren. Zudem beklagt die Caritas die lange Bearbeitungsdauer der Einreiseformalitäten. So habe ein Familienvater aus Syrien im Oktober 2018 sein Visum beantragt und sei noch immer nicht da. (Stand 09.07.2020)

Neue Reisefreiheit für Warendorfer

Ab Samstag, 4. Juli, dürfen Reisende aus dem Kreis Warendorf ohne Corona-Test auch wieder in Niedersachsen übernachten. Von den 16 Bundesländern gibt es damit nur noch Einschränkungen in Schleswig-Holstein, und zwar bis zum 9. Juli.

Österreich hebt Reisewarnung auf

Österreich hat die corona-bedingte Reisewarnung für den Kreis Warendorf am Donnerstag (02.07.2020) zurückgenommen. Urlauber brauchen keinen negativen Corona-Test mehr. Menschen aus dem benachbarten Kreis Gütersloh brauchen hingegen nach wie vor ein aktuelles negatives Testergebnis. Die generelle Reisewarnung für ganz Nordrhein-Westfalen hatte die österreichische Regierung bereits zu Wochenbeginn aufgehoben.

Lockdown: Aufhebung im Kreis Warendorf

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies im Kreis Gütersloh sind im Kreis Warendorf die Einschränkungen um 0 Uhr in der Nacht zum Mittwoch (01.07.2020) ausgelaufen, im Kreis Gütersloh bleiben sie noch mindestens für eine weitere Woche bestehen. Das sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Montag (29.06.2020) in Düsseldorf.

Münster Marathon abgesagt

Aufgrund der Corona-Pandemie wird es in diesem Jahr keinen Münster-Marathon geben. Wie die Veranstalter am Dienstag (30.06.2020) mitteilten, sei die Durchführung mit zahlreichen Zuschauern am Streckenrand nicht zu verantworten. Läufer, die bereits einen Startplatz haben, können sich ihre Gebühr erstatten lassen oder den Startplatz auf das kommende Jahr übertragen.

Niedersachsen schickt Urlauber nach Hause

Vermieter in Niedersachsen müssen seit Freitag (25.06.2020) Urlauber aus den Kreisen Warendorf und Gütersloh nach Hause schicken. Bleiben darf nur, wer VOR dem 11. Juni angereist ist oder wer ein ärztliches Attest vorlegen kann, dass er keine Corona-Infektion hat. Das steht in einer Anordnung des Sozialministeriums in Niedersachsen. Wie viele Menschen ihren Urlaub jetzt früher als geplant beenden müssen, ist unklar.

Weitere Testzentren

Wer verreisen will, braucht für bestimmte Bundesländer den Nachweis, dass er nicht infiziert ist. Deshalb hat der Kreis Warendorf am Mittwoch (24.06.2020) neue Testzentren eingerichtet, zum Beispiel in Oelde. Dort können sich Menschen testen lassen, auch wenn sie keine Symptome zeigen oder Kontakt zu Erkrankten hatten. Corona-Tests bieten ab sofort auch die Allgemein- und Hausärzte kostenlos an.

Der Corona-Ausbruch beschränkt sich im Kreis Warendorf bisher auf die hier wohnende Tönnies-Mitarbeiter und scheint nicht auf die Bevölkerung übergesprungen zu sein. Das teilte die Bezirksregierung am Freitag (26.06.2020) mit. Das beauftragte Labor aus Münster testet aktuell die Bewohner des Kreises Warendorf. Bisher wurden 7.000 Tests analysiert - davon waren nur 25 positiv. Das sind laut Professor Paul Cullen vom MVZ-Labor 0,3 Prozent. Deshalb hat Münster die Einschränkungen für Bewohner aus dem Kreis wieder aufgehoben.

Lockdown für den Kreis Warendorf

Nach den massenhaften Infektionen im Schlachtbetrieb Tönnies zieht das Land am Dienstag (23.06.2020) die Reißleine: Es verhängt einen neuerlichen Lockdown für die Kreise Gütersloh und Warendorf.

Silbersee II öffnet am Samstag

Der größte Badestrand in der Region hat seit Samstag (20.06.2020) wieder geöffnet. Die Betreiber des Silbersee-Geländes und der Regionalverband Ruhr haben ein strenges Hygienekonzept vereinbart. Außerdem dürfen erst mal höchstens 4.500 Menschen gleichzeitig an den Strand. So könne der Sicherheitsabstand auf dem großen Gelände noch gewährleistet werden.

Theater Münster beantragt Kurzarbeit

Auch das Theater in Münster hat seine Mitarbeiter jetzt in Kurzarbeit geschickt. Seit Mitte März ruht der komplette Spielbetrieb. Am Pfingstwochenende wurde zum ersten Mal wieder ein Konzert gegeben, allerdings in kleinem Rahmen und unter Beachtung von strengen Hygienevorschriften. So durften beispielsweise nur 84 der fast 900 Plätze im Großen Haus besetzt werden. Das Theater rechnet bis zum Beginn der Theaterferien Ende Juni mit coronabedingten Einnahmeausfällen von fast 1,5 Millionen Euro. Von der Kurzarbeit sind insgesamt 379 Theater-Mitarbeiter betroffen.

Freibäder öffnen mit strengen Hygienekonzepten

Immer mehr Freibäder sind wieder geöffnet - allerdings mit strengen Regeln für die Besucher. So haben zum Beispiel die Bäder in Ahlen, Gronau, Warendorf und Ochtrup eine Online-Registrierung eingeführt, um nachhalten zu können, wieviele Menschen wie lange auf ihrem Gelände sind. Außerdem haben alle Bäder zusätzliches Personal eingestellt. So soll ein sicherer Badebetrieb gewährleistet werden. Darüber hinaus sind die Zeiten, wie lange ein Schwimmer im Bad bleiben darf, begrenzt. Bei der Coburg in Münster zum Beispiel dürfen die Gäste zwei Stunden bleiben.

Einige Jugendherbergen empfangen wieder Gäste

Die Jugendherbergen in Münster, Nottuln und Haltern am See sind wieder geöffnet. Voraussetzung für die Wiedereröffnung waren Hygienekonzepte und eine deutlich reduzierte Belegung der Zimmer. Wann die Jugendherbergen in Rheine, Reken und Tecklenburg wieder für Gäste zugänglich sind, ist noch nicht klar.

Club-Kommitee gegründet

Die Club-Betreiber in Münster haben eine Interessengemeinschaft gegründet. Sprecher Thomas Pieper nannte dem WDR ihre Forderungen an die Politik: Die Vergnügungssteuer soll demnach komplett gestrichen werden und Gastronomie, etwa bei Konzerten und großen Events, wieder möglich sein. Die Clubbetreiber gehen davon aus, dass sie viele Jahren brauchen, um die finanziellen Einbußen durch die Corona-Krise wieder auszugleichen

Münsterland-Giro abgesagt

Münsterland Giro

Fällt 2020 aus: Der Münsterland-Giro

Wegen der Corona-Pandemie fällt auch der Münsterland-Giro aus. Die Organisatoren des Radrennens haben ihre Absage damit begründet, dass sich keine Planungssicherheit für das Großevent am 3. Oktober abzeichne. Die Absage betrifft nicht nur rund 200 internationale Spitzenprofis, sondern auch etwa 4.500 Hobbyfahrer. Der Münsterland-Giro hatte sich in den vergangenen Jahren zum zweitgrößten deutschen Radsportevent entwickelt.

Kirchen, Moscheen und Synagogen geöffnet

Viele Gotteshäuser aller Glaubensrichtungen im Münsterland bieten wieder Gottesdienste an - wegen der Hygiene- und Schutzmaßnahmen allerdings mit deutlich weniger Besuchern als vor der Corona-Krise. Im Paulus-Dom in Münster etwa sind nur 150 Gläubige erlaubt. Auch in den evangelischen Kirchen im Münsterland kann mit entsprechendem Schutzkonzept wieder Gottesdienst gefeiert werden. Gleiches gilt für die Moscheen und für jüdische Synagoge in Münster.

Künstler gehen online

Zahlreiche Musiker, Künstler, Autoren, Schauspieler und andere Kulturschaffende trifft die Corona-Krise hart, das sie nicht mehr auftreten dürfen. Unter #supportyourartists sammelt die WDR Lokalzeit Münsterland Links zu Online-Events und Live-Streamings.

Große Museen geöffnet

Viele Museen, Burgen und Gedenkstätten im Münsterland sind inzwischen wieder für Besucher geöffnet. Darunter das LWL-Naturkundemuseum, das Museum für Kunst und Kultur in Münster und das Rock'n'Pop Museum in Gronau. Es gelten aber weiterhin strenge Hygiene und Abstandsregeln. Auch die Anzahl der Besucher ist begrenzt. Viele kleine oder ehrenamtlich betriebene Museen sind weiterhin geschlossen.

Besucher können wieder in Zoos

Blick auf einen Naturpark

Tierpark Anholter Schweiz ist offen

Der Allwetterzoo in Münster hat seine Türen wieder geöffnet - allerdings vorerst nur die Außenanlagen. Die Tierhäuser bleiben weiterhin geschlossen, dafür hat der Zoo die Eintrittspreise reduziert. Maximal 2.700 Besucher dürfen zeitgleich in den Allwetterzoo. Auch der Naturzoo in Rheine ist wieder geöffnet. Hier sind 1.400 Besucher erlaubt. Der Wildpark Anholter Schweiz in Isselburg gilt aufgrund seiner Größe eher als Landschaftspark und durfte deshalb schon am 1. Mai wieder öffnen. Führungen und öffentliche Fütterungen sind untersagt, geschlossen bleiben der Streichelzoo und die Spielplätze.

Stand: 28.07.2020, 11:33

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