Coronavirus im Münsterland: Öffentliches Leben

Coronavirus im Münsterland: Öffentliches Leben

  • Gutscheine für Helfer
  • Sozialprojekte in Gefahr
  • Keine Hochzeiten bis 1.5.

Fußball-Drittligist Preußen Münster drängt auf eine Entscheidung, wie es in der aktuellen Saison weitergeht. Wegen des Corona-Virus sind alle Spiele bis Ende April abgesagt. Preußen-Präsident Christoph Strässer geht nicht davon aus, dass es bereits ab Mai im Normalbetrieb wetergehen wird. Preußen Münster hat daher jetzt Kurzarbeit beantragt, um die finanziellen Folgen der Zwangspause abzufedern. (Stand 03.04.20)

Mit Spenden Läden und Helfern helfen

In Haltern rufen Gewerbetreibende zu Spenden für die Bürgerstiftung auf. Mit dem Geld sollen gezielt Gutscheine von Restaurants, Frisören und anderen Betrieben aus Haltern gekauft werden, die jetzt zwangsweise geschlossen sind. Die Gutscheine sollen dann zum Beispiel an Krankenhausmitarbeiter, Mitarbeiter von Arztpraxen, Apotheken, Pflegedienste, Feuerwehr, Polizei, Supermarktmitarbeiter weitergegeben werden.

Sozial-Projekte in Gefahr

Soziale Projekte und Einrichtungen im Münsterland geraten durch die Corona-Pandemie in Schwierigkeiten. So musste zum Beispiel das Beratungsangebot des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes wegen der Corona-Krise stark eingeschränkt werden. Das betreffe alle Bereiche von der Kita bis zur Pflegeeinrichtung, teilte der Verband am Dienstag (31.03.20) mit. Doch wenn die Angebote nicht stattfinden, gebe es dafür auch keine Unterstützung von Bund und Land.

Bislang keine Infizierten in den Gefängnissen

Im Gefängnis in Münster und auch in der Zweigstelle in Coesfeld gibt es bislang keine Corona-Infizierten (Stand 01.04.20). Man tue alles dafür das Virus nicht in die Anstalt zu holen, sagt Leiter Carsten Heim. Die Häftlinge dürfen keinen Besuch mehr bekommen, dafür können sie Skypen und mehr telefonieren. Neuzugänge kommen erst mal vorsichtshalber 14 Tage in Quarantäne.

Kontaktverbot: Kontrollen in der City Lokalzeit Münsterland 25.03.2020 02:40 Min. Verfügbar bis 26.03.2021 WDR Von Rolf Heutmann

Klage gegen Kontaktverbot vor dem OVG

Der Antrag eines Aacheners gegen das Kontaktverbot wurde vom Antragssteller für erledigt erklärt. Das teilte das OVG Münster am Donnerstag (02.04.) in einer Pressemitteilung mit. Er hatte geklagt, weil er sich auch weiterhin mit seinen Freunden in der Öffentlichkeit treffen wollte, erläuterte Gerichtssprecherin Gudrun Dahme. Eine zur Beendigung des ganzen Verfahrens erforderliche Erledigungserklärung des Landes steht aber noch aus.

Seit Sonntag (22.03.2020) gilt bundesweit ein weitgehendes Kontaktverbot. Mehr als zwei Menschen dürften sich nicht treffen, Kernfamilien sind von dem vorerst bis zum Ende der Osterferien geltenden Verbot ausgenommen.

Künstler gehen online

Zahlreiche Musiker, Künstler, Autoren, Schauspieler und andere Kulturschaffende trifft die Corona-Krise hart, das sie nicht mehr auftreten dürfen. Unter #supportyourartists sammelt die WDR Lokalzeit Münsterland Links zu Online-Events und Live-Streamings.

Kirchen, Synagogen, Moscheen geschlossen

Gläubige aller Religionsgemeinschaften können wegen der Corona-Krise derzeit nur sehr eingeschränkt ihren Glauben praktizieren. Überall wurden gemeinschaftliche Zusammenkünfte abgesagt. Gläubige können aber zum Beispiel online über die Homepage des Bistums Münster oder per Live-Stream bei Facebook Gottesdienste nachverfolgen. Evangelische Kirchen bieten Online-Andachten an.

Die jüdische Gemeinde in Münster hat alle Aktivitäten gestrichen, auch das wichtige Pessachfest im April. Stillstand herrscht auch in den Moscheen des Münsterlandes. Es finden weder Freitagsgebete noch anderes soziale Aktivitäten statt, heißt es aus den Moscheen.

Kirche wird digital

Die Kirchen nutzen die digitalen Ausspielwege auch für andere Angebote. Evangelische Kirchen bieten podcasts oder Videos aus. Ein anderes Beispiel: Auf dem Instagram-Portal "Askthebishop" können Jugendliche dem Bischof von Münster Fragen stellen. Die Jugendkirche "effata" hat dieses Angebot für Jugendliche ab 14 Jahren eingerichtet.

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Keine Taufen und Trauungen mehr bis zum 1. Mai

Taufen und Trauungen sind laut dem Bistum Münster sind weiterhin auch im kleinsten Familienkreis nicht möglich. Das Bistum Münster gab am Freitag (03.04.2020) in einer Pressemitteilung bekannt, dass die derzeit geltende Maßnahmen vorerst bis zum 1. Mai verlängert werden.Das Alle Taufen und Trauungen müssen bis vorerst zum 19. April 2020 abgesagt werden.

Für Beerdigungen gelte weiterhin, dass sie im engsten Familienkreis stattfinden dürfen, sofern die üblichen Hygienevorschriften eingehalten werden.

Osterfeuer finden teilweise statt

Einige Städte und Gemeinden im Münsterland verbieten die Feuer in diesem Jahr grundsätzlich, andere erlauben das Abbrennen, wenn strikte Regeln und Fristen eingehalten werden. Die Stadt Dorsten untersagt grundsätzlich alle Osterfeuer und verweist darauf, dass aktuell jegliche Veranstaltungen verboten sind. Das gelte auch für Brauchtumsfeuer. In Warendorf dürfen angemeldete Feuer noch bis Ende kommender Woche (Anfang April) abgebrannt werden., aber nicht zu Ostern. Maximal zwei Menschen dürfen ein Feuer beaufsichtigen. Die Stadt Coesfeld erlaubt speziell Landwirten auch zu Ostern, gesammelten Grünschnitt angemeldet abzubrennen. Aber auch hier gelten strenge Auflagen.

Ratsitzungen abgesagt

Fast alle Städte und Gemeinden haben Rats- und Gremiensitzungen vorläufig gestrichen. Damit müssen auch viele Entscheidungen aufgeschoben werden. In Rheine wird es aber am nächsten Dienstag (31.03.2020) eine Ratsitzung geben.Allerdings soll statt der eigentlich 44 Ratsmitglieder nur die Hälfte teilnehmen - und das auf Distanz. Die Stadt Bocholt überlegt, die nächsten Ratssitzungen im Mai in einer großen Halle abzuhalten oder sogar unter freiem Himmel.

Verzicht auf Kita-Beiträge

Die Landesregierung hat entschieden, dass die Betreuungskosten im April ausgesetzt werden. Bereits zuvor hatten einige Kreise und Kommunen im Münsterland angekündigt, Eltern ab Mitte März die Betreuungskosten zurückzuerstatten oder ab April nicht einzuziehen.

Hotline für Eltern

Die Stadt Warendorf bietet ab sofort eine Beratungshotline für Familien mit Kindern an. Unter der Telefonnummer 02581-54-1199 erhalten Eltern Infos für kleinere und größere Sorgen des familiären Zusammenlebens. Da geht es um Themen wie "Welche Tagesstruktur ist wichtig?", "Wie helfe ich bei den Hausaufgaben?" oder "Was tun, wenn der verliebte Teenager seine Freundin sehen möchte?"

Behörden und Kundencenter sagen Sprechstunden ab

Viele Institutionen und Behörden, etwa die Kreisverwaltungen, haben ihre Sprechstunden und persönlichen Kontaktmöglichkeiten eingeschränkt oder abgesagt und sind vorerst nur telefonisch zu erreichen. Grundsätzlich empfiehlt sich bei allen Institutionen, zunächst telefonisch Kontakt aufzunehmen oder auf den Internetseiten nachzuschauen.

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Stand: 03.04.2020, 06:51

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