Banner der Lokalzeit-Serie "Gartenzeit"

Gartenzeit: Schlüssellloch-Beet

Schlüsselloch-Beet 00:19 Min. Verfügbar bis 09.04.2020

Lokalzeit aus Köln vom 09.04.2019

Gartenzeit: Schlüssellloch-Beet

Hochbeete liegen total im Trend. Auch Lokalzeitgärtner Rüdiger Ramme möchte heute - wieder einmal - eins bauen. Ein ganz Besonderes allerdings und auch für ihn ein Pilotprojekt: Ein rundes, sogenanntes Schlüsselloch-Beet (auch Keyhole-Garden genannt), denn genau so sieht es von oben aus. Bei vielen Hobbygärtnern hierzulande ist es noch völlig unbekannt. Rüdiger Ramme erklärt und zeigt im Lokalzeitgarten, wie es geht, ein Schlüsselloch-Beet mit Holzumrandung zu bauen.

Hochbeete liegen total im Trend. Auch Lokalzeitgärtner Rüdiger Ramme möchte heute - wieder einmal - eins bauen. Ein ganz Besonderes allerdings und auch für ihn ein Pilotprojekt: Ein rundes, sogenanntes Schlüsselloch-Beet (auch Keyhole-Garden genannt), denn genau so sieht es von oben aus. Bei vielen Hobbygärtnern hierzulande ist es noch völlig unbekannt. Rüdiger Ramme erklärt und zeigt im Lokalzeitgarten, wie es geht, ein Schlüsselloch-Beet mit Holzumrandung zu bauen.

Schlüsselloch-Beet: Das Prinzip

Das Prinzip ist simpel, nachhaltig und ökologisch sinnvoll. Die Idee stammt aus mediterranen Ländern und Afrika; dort also, wo es heiß und der Boden oft nicht fruchtbar ist. Es ist kreisrundes, hohes Beet vor allem für den Gemüseanbau, das sich – und das ist der Clou - selber düngt. In der Mitte steht ein hoher, runder  Drahtkorb, der immer wieder mit Gartenabfällen gefüllt wird. Durch die Verrottung werden Nährstoffe direkt ins Beet geführt. Durch eine Einbuchtung zur Mitte hin ist der Korb einfach zu erreichen und das ganze Beet ähnelt daher aus der Vogelperspektive eben einem Schlüsselloch

Für ein Schlüsselloch-Beet benötigt man eine Fläche von zweieinhalb bis drei Metern im Durchmesser. Die Umrandung kann aus Holz aber auch aus Steinen oder Gabionen gebaut werden.

Die Vorteile: Das Beet düngt sich selbst durch organischen Abfall, der immer wieder in der Mitte eingefüllt wird, dort verrottet und Nährstoffe direkt ins Beet abgibt. Es funktioniert unabhängig vom Boden auch in trockenen Sommern wie dem Letzten; vor allem auch auf steinigen, unfruchtbaren Böden. Der nachhaltige Kreislauf verspricht gute Erträge. 

Diese Materialien benötigen Sie für ein Schlüsselloch-Beet mit Holzumrandung:

 Angespitzte Holzpfähle für die Umrandung

  • Pflanzschnur und Sand, um Kreis zu markieren
  • einen hohen Draht- oder Gitterkorb als offenen Kompostbehälter in der Mitte
  • eine Bautenschutzmatte zum Auskleiden des Hochbeetes von innen
  • feinen Maschendraht gegen Wühlmäuse
  • Kompostierbarer Gartenabfall: Schnittgut, Staudenreste, Grünschnitt, Häckselgut, Rasenschnitt, Laub, organische, ungekochte Küchenabfälle etc.
  • Blumen- oder Gartenerde
  • reifen und unreifen Kompost
  • Gemüsejungpflanzen und Saatgut

So gehen Sie vor:

  • Zunächst wird die vorgesehen Fläche freigelegt, von Unkraut befreit und gut gelockert.
  • Dann wird der Kreis mit Hilfe einer Pflanzschnur und Sand markiert. Der Boden sollte frei von Unkraut und gut gelockert sein.
  • Ein Kuchenstück des Kreises wird ausgespart. Das erlaubt später den Zugang bis zur Mitte und zum Drahtkorb.
  • Dann werden die Holzpfähle dicht an dicht entlang der Markierung eingeschlagen. Für ein im Durchmesser 2,5 Meter großes Beet werden etwa 110 Pfähle benötigt (Kosten bei unbehandelter Kiefer knapp 250 Euro)
  • Unbehandelte Kiefer ist günstig, heimisch, ökologisch unbedenklich, hält aber nur fünf bis zehn Jahre. Robinie ist deutlich hochwertiger und langlebiger, hält ca. 20 Jahre, ist aber auch teurer.
  • Die 125 cm hohen Pfähle müssen nun mit einem Hammer 35 cm tief in die Erde gehauen werden.
  • 90 cm Höhe gilt als eine günstige Arbeitshöhe für ein Hochbeet.
  • Wer Probleme mit Wühlmäusen hat, legt unten im Beet eine Lage feinen Maschendraht aus
  • Zum Schutz für das Holz wird im Inneren eine Bautenschutzmatte aus recycelbarem Kunststoff fest getackert.
  • Dann folgt die klassische Hochbeet-Füllung mit allem, was im Garten so angefällt: Die unterste Schicht ist grober Gehölzschnitt. Darauf folgen dann in verschiedene Schichten Rasenschnitt, Rasensoden, Staudenreste,  gehäckselte Äste, Laub, unreifer Kompost.
  • Bis oben aufgefüllt wird das Hochbeet dann mit Gartenerde (oder wahlweise gekaufter Blumenerde). Ganz oben auf liegt eine ca. 20 cm hohe Schicht aus reifem Kompost gemischt mit Blumenerde.
  • Der Drahtkorb in der Mitte des Beetes kann am Ende auch schon mit den restlichen Gartenabfällen gefüllt werden. Er wird aber vor allem in Zukunft immer wieder mit allem organischem Abfall befüllt.
  • Letzter Arbeitsschritt: Die Gemüsejungpflanzen oder das Saatgut kommen in die Erde und werden gut angegossen
  • Gewässert wird das Hochbeet künftig, indem man Wasser in den Kompostbehälter in der Mitte gießt. Das Wasser verteilt sich dann im ganzen Beet. Da es mit Nährstoffen aus dem Kompost angereichert ist, sollten die Pflanzen gut gedeihen.

Stand: 09.04.2019, 09:55