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GZ: Ein Duft- und Kräutergarten für die Artenvielfalt

GZ: Ein Duft- und Kräutergarten für die Artenvielfalt 04:08 Min. Verfügbar bis 15.09.2021

Lokalzeit aus Köln vom 15.09.2020

GZ: Ein Duft- und Kräutergarten für die Artenvielfalt

Jeder Pflanzenfan liebt das: Raus in den Garten treten oder auch auf den Balkon und die Nase tief in eine Pflanze stecken. Der Duft einer Rose, von Lavendelblüten, auch von Rosmarin oder Thymian ist immer eine große Freude. Deshalb hat unser Lokalzeitgärtner auch gern zugesagt, als er jetzt um Mithilfe gebeten wurde für einen Duft- und Kräutergarten in der Kindertagesstätte „ Haus Am Allner See“ in Hennef. Und ne dufte Geschichte hatte er zu manchem Kraut auch noch zu erzählen.

Duft- und Kräutergarten

Jeder Pflanzenfan liebt das: Raus in den Garten treten oder auch auf den Balkon und die Nase tief in eine Pflanze stecken. Der Duft einer Rose, von Lavendelblüten, auch von Rosmarin oder Thymian ist immer eine große Freude. Deshalb hat unser Lokalzeitgärtner auch gern zugesagt, als er jetzt um Mithilfe gebeten wurde für einen Duft- und Kräutergarten in der Kindertagesstätte „ Haus Am Allner See“ in Hennef. Und ne dufte Geschichte hatte er zu manchem Kraut auch noch zu erzählen.

Duftpflanzen

Nicht nur der Blick auf bunte Blüten und schöne Gehölze ist reizvoll, auch der angenehme Geruch von Lavendel, Basilikum, Thymian oder Minze gehört traditionell in einen Garten. Und das Beste: Solche Aroma- oder Duftpflanzen sehen nicht nur hübsch aus, sie beflügeln auch die Sinne und lassen sich vielseitig weiter verwenden.

Schon in der Antike glaubte man an die Heilkräfte der Aromapflanzen. Jede einzelne Duftpflanze enthält eine Vielzahl von Wirkstoffen. Alleine der Lavendel enthält mehr als 280 verschiedene Inhaltsstoffe.

In aufwendigen Gewinnungsverfahren lassen sich daraus Essenzen in konzentrierter Form gewinnen – die ätherischen Öle. Sie werden bei Massagen verwendet oder als heilende Wickel oder Kompressen. Viele Blüten oder Blätter können aber auch direkt verwendet werden; als Tees, als Kräuter für die Küche, als Zusätze für Bäder. Einige haben eine entspannende Wirkung, andere wiederum wirken anregend, manche auch heilend, wie etwa der Salbei bei Halsbeschwerden. Die Duftstoffe können entweder über die Nase aufgenommen werden oder als ätherische Öle über die Haut und entfalten so ihre entsprechende Wirkung. Insgesamt gibt es mehr als 2000 Duftpflanzen, darunter rund 200 Aromakräuter.

Die wichtigsten duftenden Kräuter:

  • Basilikum: Schmeckt gut im Salat, das ist nichts Neues, aber dass der Duft auch gegen Stress und Unruhe hilft und das Gedächtnis stärken soll, ist kaum bekannt   
  • Thymian: steigert die Abwehrkräfte, wirkt reinigend, gut geeignet bei Husten, ist in vielen pflanzlichen Hustensäften enthalten,
  • Salbei: hat eine desinfizierende Wirkung, einfach heißes Wasser auf Salbei-Blätter; die Wärme setzt das heilende, ätherische Öl frei. Tee von Salbeiblättern hilft gut bei Halsbeschwerden.
  • Minze: Wer Minze im Garten hat, kann sich bei Kopfschmerz sofort damit helfen. Einfach ein oder zwei Blätter an der Schläfe zerreiben. Das setzt das beruhigende Aroma frei. Pfefferminze hilft auch als Tee bei Übelkeit. Es gibt inzwischen außerdem viele Züchtungen mit verschiedenen Duftnoten bei der Minze; es gibt Erdbeer-Minze, Schoko-Minze, Zitronen-Minze, Spearmint-Minze und viele mehr.
  • Rosmarin: wirkt anregend auf Körper und Geist, hat eine Blutdrucksteigernde Wirkung. Gut etwa für Hand-Massagen geeignet. Ein Rosmarin-Öl stärkt auch die Konzentrationsfähigkeit. Kann auch als Gewürz in der Küche oder als Duft für Gesichtswasser verwendet werden.
  • Melisse: hat eine beruhigende und ausgleichende Wirkung, mit den frischen Blättern lässt sich einfach ein Tee zubereiten, Achtung: Melisse verbreitet sich im Garten wie Unkraut 
  • Lavendel: soll Ruhe und Gelassenheit schenken, bietet sich zum Beispiel als Fußbad an; einfach einige Lavendelblüten mit totem Meersalz vermischen, einige Tropfen Lavendel-Öl dazu geben, warmes Wasser drauf und dann die Füße hinein.  

Weitere Vorteile im Garten und Tipps fürs Duftkräuterbeet:

  • die Blüten vieler Kräuter locken Bienen und Schmetterlinge an
  • gerade mediterrane Kräuter kommen auch mit Trockenheit und Hitze gut zurecht und sind trotzdem auch frostest
  • Tipp für Kräuterbeet: Umrandung mit Lavendel: lockt Insekten, duftet und sieht schön aus. Nach der Blüte nur Verwelktes abschneiden, im zeitigen Frühjahr aber ist ein kräftiger Rückschnitt nötig, damit der Lavendel nicht zu sehr verkahlt.
  • Tipp für Kräuterbeet: Steinschüttung in der Mitte ist die ökologisch sinnvoll, denn sie bietet Lebensraum für Gartentiere wie die Eidechsen
  • Tipp: Feldthymian zwischen die Trittplatten pflanzen. Es ist zwar kein Thymian zum Ernten, sieht aber schön aus, ist trittfest und duftet intensiv, wenn man drüber läuft,

Pflege im Garten:

  • Duftpflanzen sind meist sehr robust und ergiebig. Die meisten – vor allem die mediterranen - brauchen ein sonniges Plätzchen mit einem mageren, sandigen Boden
  • Viele Duftpflanzen zählen zu den Stauden, sind sehr langlebig und treiben jedes Jahr im Frühjahr wieder neu aus.
  • ein guter, gesunder, möglichst lockerer und humoser Boden ist entscheidend, damit sich die Pflanze gut entwickeln kann
  • auf den Einsatz mineralischer Dünger
  • und Pflanzenschutzmittel unbedingt verzichten
  • Schnittlauch etwa sollte regelmäßig geschnitten werden, wenn man ihn zum Verzehr anbaut. Die Blüten sind zwar hübsch, aber die Stengel dann zu zäh und hart.
  • Manche Aromapflanzen wie der Lavendel mögen es eher trocken, der Basilikum und die Minze brauchen dagegen viel Wasser.
  • Bei Minze und Melisse sollten die Blüten besser abgezupft werden, denn sonst verbreitet sich sehr stark.

Kräutertees:

 

In den Sommermonaten ist es ganz einfach: Kräuter sammeln, heißes Wasser drauf, kurz ziehen lassen, fertig ist der Tee. Eine kleine Teekräuter-Auswahl und ihre heilende Wirkung:  

 

  • Salbei: bei wundem Zahnfleisch und Halsweh
  • Thymian: bei Husten
  • Zitronen-Verbene: bei Magenverstimmung und Nervosität. (Diese Pflanze ist heute in Vergessenheit geraten, stand aber früher in jedem Kloster- und Bauerngarten. Der Tee hat einen feinen leicht süßlichen Zitronengeschmack.)
  • Rosmarin: gegen Müdigkeit und Mattigkeit
  • Brennnessel: wirkt entschlackend und entwässernd
  • Pfefferminze: bei Magenbeschwerden
  • Lavendel: bei Schlafstörungen
  • Johanniskraut: bei Nervosität
  • Eisenkraut: bei Husten, Halsschmerzen, Erschöpfung 

    

Literaturtipps:

 

  • Aromagärten, Edouard Lebleu, ulmer-Verlag
  • 100 Heilpflanzen selbst gezogen, Ekkehard Müller, Loepold Stocker Verlag
  • Pflanzengeheimnisse aus alter Zeit, Gertrud Scherf, blv-Verlag
  • Bauerngärten, Karin Hochegger, ulmer-Verlag

   

Eine kreisrunde, duftende Minihecke aus Lavendel also. Frostfest, langlebig, pflegeleicht. Nur jedes Jahr im Frühjahr muss einmal kräftig zurück geschnitten werden.

Toller Nebeneffekt von Kräutern: Sie locken mit Blüten auch viele Insekten an, sind gute Trachtpflanzen, der Imker gleich nebenan wird sich freuen. Wann blüht  das denn? Meistens im zeitigen Frühjahr.

Das Ergebnis ist eine Art Öko-Komplettpaket: Ein bienenfreundlicher Duftgarten -  umrahmt von einer Lavendelhecke - mit mediterranen und heimischen Sonnenkräutern plus Steinschüttung als Lebensraum für manches Gartentier wie die Eidechse. 

Stand: 15.09.2020, 15:51