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GZ Fledermauskasten selber bauen

GZ: Fledermauskasten selber bauen 03:49 Min. Verfügbar bis 17.09.2020

Lokalzeit aus Köln vom 17.09.2019

GZ Fledermauskasten selber bauen

Nicht nur Bienen, Hummeln und Schmetterlinge sind bedroht – Stichwort Insektensterben-, sondern auch viele der 25 in Deutschland heimischen Fledermausarten gelten laut Naturschutzbund NABU als stark gefährdet. Heißt, sie finden immer weniger Unterschlupfmöglichkeiten und logischerweise auch Futter.

Infobrief Gartenzeit

Fledermauskasten selber bauen

Nicht nur Bienen, Hummeln und Schmetterlinge sind bedroht – Stichwort Insektensterben-, sondern auch viele der 25 in Deutschland heimischen Fledermausarten gelten laut Naturschutzbund NABU als stark gefährdet. Heißt, sie finden immer weniger Unterschlupfmöglichkeiten und logischerweise auch Futter. Denn alle ernähren sich von Insekten - und sind eben keine blutsaugenden Vampire. Was nun viele Gartenfans nicht wissen: Sogar der Hobbygärtner kann ihnen mit den richtigen Pflanzen und mit einer Unterkunft, in die sie sich die nachtaktiven Tieren tagsüber zurückziehen können, helfen. Grund genug für unseren Lokalzeitgärtner Rüdiger Ramme sich einmal diesen interessanten, schützenswerten Nachtschwärmern – den einzigen fliegenden Säugetieren - zu widmen und auch an einer nächtlichen Exkursion der Naturschule Aggerbogen in Lohmar teilzunehmen.  

Bedrohte Fledermäuse:

Viele Fledermausarten in Deutschland gelten als gefährdert. Vor allem diesen Arten geht es nicht gut:

Stark gefährdet:


- Bechsteinfledermaus
- Graues Langohr
- Mopsfledermaus
- Wimperfledermaus

Vom Aussterben bedroht:


- Große Hufeisennase
- Kleine Hufeisennase
- Nymphenfledermaus

Fledermauskasten selber bauen:

Für Fledermäuse wird es zunehmend schwieriger, passende Quartiere zu finden. Häuser sind immer besser isoliert, Dachböden gedämmt, alle Hohlräume werden verschlossen. Deshalb helfen ihnen Fledermauskästen am Haus oder im Garten, weil sie dort einen sicheren Unterschlupf zum Schlafen tagsüber finden oder manche sogar als Überwinterungsquartier dienen können.

Fledermauskästen gibt es fertig zu kaufen. Wer Spaß an der handwerklichen Arbeit hat, kann auch selbst einen Kasten aus Holz bauen. Der Naturschutzbund NABU bietet dafür auf seiner Netz-Seite einen einfachen Bauplan für einen Flachkasten für die spaltenbewohnenden Arten unter den Fledermäusen an.

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/fledermaeuse/aktiv-fuer-fledermaeuse/fledermauskasten.html

Die wichtigsten Regeln:

  • zum Bau eines Fledermauskastens benötigen Sie unbedingt unbehandeltes Holz.
  • besonders die Rückwand muss innen stark aufgeraut werden. Denn nur so können die Fledermäuse mit ihren Krallen gut hochklettern und sich festhalten.
  • die Einflugöffnung liegt immer an der Unterseite und muss so schmal sein, dass nur die Fledermäuse durch passen und keine ungebetenen Gäste wie Vögel oder Mader hinein kommen.
  • wichtig auch ein wettergeschützter Platz in mindestens vier Meter Höhe. Da die Fledermäuse von unten rein fliegen und sich zum Starten fallen lassen, benötigen sie eine gewissen Höhe
  • Positionieren Sie den Kasten so, dass die Tiere einen freien Anflug haben.

Pflanzen, mit denen der Hobbygärtner Fledermäusen helfen kann:

Auch mit der richtigen Bepflanzung kann der Hobbygärtner den nachts hungrigen Fledermäusen helfen. Das bedeutet, es sollten dort Pflanzen wachsen, die für nachtaktive Insekten wie die Nachtfalter attraktiv sind. Denn die wiederum sind – neben den Mücken - die Lieblingsspeise von Fledermäusen.

Geeignete Gehölze, die Nachfalter mit ihren Blüten und mit Nektar und Pollen anlocken,  sind der Sommerflieder, Liguster, Schneeball, Hundsrose und Holunder. Außerdem bieten sich Stauden wie die Nachtkerze, Phlox, die Bartblume, Ziertabak, Seifenkraut , gewöhnliches Leimkraut oder verschiedenen Kräuter wie Borretsch, Minze, Majoran, Schnittlauch, Salbei und Zitronenmelisse an. Auch zahlreiche Sommerblumen wie Lichtnelke, Stechapfel und Weidenröschen sind fledermausfreundlich. Die meisten dieser Pflanzen locken vor allem mit ihrem intensiven Duft, einige öffnen sogar erst nachts ihre Blüten.

Auch Wasser ist hilfreich, denn es lockt Mücken an. Deshalb ist ein Teich im Garten  oder auch ein großer Bottich mit Wasser sinnvoll. Fledermäuse sind übrigens sehr hungrig. Eine Zwergfledermaus kann bis zu 4.000 Mücken pro Nacht vertilgen.

Stand: 17.09.2019, 16:25