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Gartenzeit: Besuch im Arboretum Park Härle

GZ: Besuch im Arboretum Park Härle Lokalzeit aus Köln 01.10.2019 03:48 Min. Verfügbar bis 01.10.2020 WDR

Gartenzeit: Besuch im Arboretum Park Härle

Schon mal gehört? Zu einem Spaziergang im Wald sagt man neuerdings auch Waldbaden. Spaziert man dann an den vielen vertrockneten Fichten der letzten beiden Jahre vorbei, ist das allerdings weniger Wellness als vielmehr besorgniserregend. Auch unser Lokalzeitgärtner hat für die Gartenzeit heute so ein Bad genommen. In einem Arboretum nämlich -  der Definition nach eine Sammlung von vielen verschiedenen Bäumen - am Fuße des Siebengebirges in Bonn. Es war auch eine Suche nach grünen Riesen, die besser mit dem neuen Klima zurecht kommen.

Arboretum Park Härle:

Im Arboretum Park Härle am Fuße des Siebengebirges ist Ende des letzten Jahrhunderts auf einer Fläche von 4 Hektar eine einzigartige Sammlung von über 500 verschiedenen, heimischen und fremdländischen Sorten von Nadelgehölzen, botanisch Koniferen, angepflanzt worden. Früher war dies der private Garten der wohlhabenden Familie Härle, heute kümmert sich eine Stiftung um den Erhalt dieses Parks.

Wacholder, Scheinzypressen, Mammutbäume, Thujen, Douglasien, Zedern, Eiben, Fichten, Kiefern und Tannen in den unterschiedlichsten Größen und Wuchsformen wachsen hier. Insgesamt beherbergt der Park rund 2000 verschiedene Pflanzen, darunter auch viele besondere Laubbäume, die im Herbst ein schönes Farbspiel bieten.

Bei den Koniferen findet der Besucher echte Seltenheiten wie den Asiatische Wacholder „Japonica Variegata“ mit gelb-grün panaschierten Nadeln oder den Hollywood-Wacholder „Kaizuka“ mit seiner bizarren Wuchsform, der tatsächlich entlang der Boulevards in Hollywood vielfach zu sehen ist. Es gibt riesige Bäume und kleine Sträucher; die verschiedensten Grüntöne sind hier geschickt miteinander kombiniert worden. Andere – wie die Gelbgrüne Fadenzypresse “Filifera Sungold“ oder der Raketen-Wacholder sind als Solitärgehölze einzeln gepflanzt und ziehen durch ihre ungewöhnliche Wuchsform die Blicke auf sich.       

Viele hitzetolerante Nadelgehölze:

Viele der bei uns nicht heimischen Nadelgehölze im Park - spezielle Arten von Eiben, Wacholder, Zedern, Zypressen, Douglasien oder Kiefern – sind damals bereits mit großen Weitblick ausgewählt worden und heute zu einer Inspirationsquelle für Baumschulen, Parks, aber auch für private Gärten geworden.

Denn die meisten Nadelbäume haben die Hitze und Trockenheit der letzten beiden Jahre sichtbar gut überstanden. Und nicht nur das: Viele Bäume stammen aus dem mediterranen Raum oder aus bergigen, steinigen Regionen in Nord-Amerika und sind gut angepasst an ein solches Klima. Die imposante, ausladende Spanische Tanne am Ende des Hauptweges etwa oder die Arizona-Zypresse am Rande der zentralen Rasenfläche sind dafür gute Beispiele. Schwächeln tut dagegen eine große Kaukasus-Fichte, die viele Nadeln verloren hat und brauen Äste trägt. Der Grund: In ihrer Heimat im Kaukasus regnet es drei bis viermal so viel wie in Bonn-Oberkassel. Deshalb bildet diese Fichte nur ein flaches Wurzelsystem aus und das bereitet nun Probleme.

Tipps für den Hobbygärtner:

  • Es wird immer wichtiger, Gartenbäume (und Pflanzen generell) nach ihrem natürlichen Standort auszuwählen. Im Sommer wird es heißer und trockener. Im Winter kann es aber durchaus aus kalt sein.
  • Statt auf heimische Rotfichte oder Weißtanne fällt künftig die Wahl deshalb mutmaßlich besser auf Arten, deren natürliche Herkunft eben in heißen und trockenen Gebieten liegt,
  • Solche allerdings aus bergigen, im Winter kalten Regionen, denn frostfest müssen die Bäume natürlich trotzdem sein. (etwa den bergigen Regionen Süd-Europas oder entlang der Westküste Nord-Amerikas.) 
  • Weil diese Nadelgehölze in der Regel über ein sehr tiefes Wurzelsystem verfügen, finden sie auch in Zeiten mit geringem Niederschlag noch ausreichend Wasser. 
  • So werden spezielle Arten und Gattungen wie Wacholder, Zypressen, Kiefern oder Zedern künftig wohl mehr an Bedeutung gewinnen, während die Fichten mit ihren flachen Wurzelsystemen eher Probleme haben werden 

weitere Infos:

Das Arboretum Park Härle öffnet regelmäßig auch seine Pforten für interessierte Besucher. Die nächsten Führung ist am kommenden Samstag, 5.10. 2019 um 10 Uhr. Der Eintritt ist frei. Um eine Spende wird gebeten. Am 27.10. kann der Park im Rahmen der letzten Offenen Gartenpforte 2019 besucht werden.

Adresse: 

Arboretum Park Härle, Büchelstraße 40, 53227 Bonn-Oberkassel.

Mehr Infos unter www.arboretum-haerle.de oder telefonisch 0228/2499270.

Stand: 02.10.2019, 09:38