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Gartenzeit: Wildrosen im Schaugarten

Gartenzeit: Wildrosen Lokalzeit aus Köln 04.06.2019 03:39 Min. Verfügbar bis 04.06.2020 WDR Von Susanne Küppers

Lokalzeit aus Köln vom 04.04.2019

Gartenzeit: Wildrosen im Schaugarten

Kaum eine Pflanze betört bekanntlich den Hobbygärtner so sehr wie die Rose. Üppige Blüten, intensiver Duft, leuchtende Farben. Dafür kann sich natürlich auch unser Lokalzeitgärtner begeistern.

Immerhin über 30 000 verschiedene Züchtungen soll es weltweit geben. Besonderes Augenmerk widmet Rüdiger Ramme heute allerdings den sogenannten Wildrosen und den Züchtungen, die ihnen am nächsten sind. Denn anders als viele moderne, mehrfach im Jahr blühende Rosen mit dicken Blütenbällen sind die einfachen Wildrosen kaum krankheitsanfällig und - Pluspunkt Nummer 1 in Zeiten von Klimawandel und Insektensterben – locken auch jede Menge Bienen, Hummeln und andere nützliche Tiere in den Garten. Zum Beispiel in den von Geli und Michael Faber aus Werther in Westfalen.

Verwunschenen Gartenecken, der Charme einfacher Blüten und naturnahe, ökologisch ausgerichtete Gärten liegen voll im Trend. Da dürfen Wildrosen nicht fehlen. Was viele Hobbygärtner nicht wissen: Heimische Wildrosen und auch Züchtungen, die ihnen ähnlich sind, haben viele Vorteile gegenüber modernen, mehrfach blühenden Rosenzüchtungen. Manche Sorten eignen sich auch gut für eine dichte Hecke, die mit ihrem Dornengeflecht auch ungebetene Gäste abhält.

Einfache, ungefüllte Blüten:

Die wichtigste Eigenschaft von Wildrosen sind ihre einfachen, nicht gefüllten Blüten, die reichlich Pollen und Nektar bieten. Neben den heimischen Wildrosen gibt es aber auch viele naturnahe, ökologisch wertvolle Züchtungen mit ähnlichen Vorteilen.

Das sind die Pluspunkte der wilden Rosen:

  • mit ihren einfachen Blüten bieten sie reichlich Nektar und Pollen für Insekten
  • sie betören durch intensiven Duft
  • punkten durch enorme Robustheit auch bei längeren Trockenperioden
  • benötigen keinen Dünger
  • benötigen keinen regelmäßigen Schnitt
  • sind sehr langlebig
  • das lästige Ausputzen verwelkter Blüten entfällt. Die Wildrosen lassen ihre Blätter nach der Blüte einfach fallen
  • manche Arten wachsen auch in schattigen Bereichen und auf mageren Böden gut
  • brauchen keinen Winterschutz
  • bieten Vögeln im Herbst und Winter mit Hagebutten wichtiges Futter
  • außerdem verschönern sie mit ihren Hagebutten sogar in der kalten Jahreszeit noch die Gärten

Anspruchsvolle gezüchtete Sorten benötigen dagegen meist ganz bestimmte Bodenverhältnisse und Standorte und viel Wasser. Sie werden nicht selten von Lausbefall und Krankheiten wie dem Rosenrost, dem Falschem und dem Echtem Mehltau heimgesucht und benötigen zudem jedes Jahr einen gezielten Rückschnitt.

Nachteil:

Anders als bei den modernen Züchtungen blühen Wildrosen nur einmal im Jahr – je nach Sorte zwischen Mai und Juli. Außerdem benötigen die wilden Rosen in der Regel mehr Platz als ihre gezüchteten Kollegen und breiten sich mit der Zeit kräftig aus. Nur alte, vertrocknete Triebe sollten gelegentlich dicht über dem Boden entfernt werden, damit neue Zweige nachwachsen können.

Auswahl einiger Wildrosen und ähnlicher Züchtungen:

  • Die Essigrose (Rosa gallica) ist eine ausgesprochen gut duftende Wildrosenart. Sie blüht von Juni bis Juli und hat kleine rosa Blüten. Die Essigrose kann einzeln stehend, in Gruppen oder als Hecke gepflanzt werden.
  • Die Bibernellrose (Rosa pimpinellifolia) blüht bereits im Mai und ist höher als die Essigrose.
  • Als niedrige oder kletternde Variante für Zäune oder Mauern bietet sich die Kriechende Bibernellrose (Rosa pimpinellifolia repens) oder die Kriechrose (Rosa arvensis) an.
  • Die Apfelrose (Rosa villosa) fühlt sich auch im Schatten wohl.
  • Bekannt sind außerdem die Hunds-Rose (Rosa canina) die Filzrose (Rosa tomentosa), die Rotblättrige Rose (Rosa glauca), die Weinrose (Rosa rubiginosa) und die Zimtrose (Rosa majalis).
  • Empfehlenswert auch die zweifarbige Fuchs-Rose (Rosa foetida ‘Bicolor’) oder die kletternde Sorte ‘Venusta Pendula’ der Feld-Rose (R. arvensis). Die Sorte ‘Geranium’ der Mandarin-Rose (R. moyesii) hat alle guten Eigenschaften der Wildform geerbt und bietet zusätzlich einen für Gärten gut geeigneten Wuchs. Schöne, großblütige Sträucher mit bis zu 2,5 Meter langen Trieben bildet auch die Mandarin-Rosen-Sorte ‘Nevada’.

Wildrosen pflanzen:

  • In der Regel genügen ein bis zwei Pflanzen für einen Meter Hecke.
  • Mit 1,5 bis 2,5 Meter Abstand kommt die natürliche Wuchsform der Wildrosensträucher am besten zur Geltung
  • Die großblütigen Sorten lassen sich gut mit Prachtstauden wie Rittersporn (Delphinium) oder Flammenblume (Phlox) kombinieren. Zu einfachen Wildrosen passen Wildstauden wie Storchschnabel (Geranium), Fingerhut (Digitalis) oder Ehrenpreis (Veronica) gut.

Mehrfachblühende („remontiernde“), bienenfreundliche Rosen:

Wer den ganzen Sommer hindurch naturnahe, bienenfreundliche Rosen im Garten blühen sehen will, findet auch im Sortiment der öfter-blühenden Rosen Sorten mit einfachen oder leicht gefüllten Blüten. Z.B.: 

  • gelb-blütige Sorte ‘Celina’
  • Beetrose ‘Fortuna’
  • Beetrose ‘Sweet Pretty’
  • Kleinstrauchrose ‘Escimo’
  • Kletterrose „Dortmund“
  • Zwergrose ‘Coco’

Offene Gartenpforte im „Faberhafter Garten“:

Im Rahmen der „Offenen Gartenpforte“ kann der Garten von Geli und Michael Faber am kommenden Sonntag, 9. Juni, von 11-18 Uhr Gäste besucht werden. Adresse: Am Winkel 6, 33824 Werther, Tel.: 05203/1088

Weitere Infos: www.faberhafter-garten.de

Stand: 05.06.2019, 15:32