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Gartenzeit: Besuch auf der weltweit größten Pflanzenmesse

Gartenzeit Besuch auf der weltweit größten Pflanzenmesse 03:44 Min. Verfügbar bis 06.02.2020

Lokalzeit aus Köln vom 29.01.2019

Gartenzeit: Besuch auf der weltweit größten Pflanzenmesse

Der Hitze-Sommer 2018 war mit Dauer-Gießen und sonnen-verbrannten Pflanzen oft eher Gartenfrust als Gartenlust. Wie reagieren die Profis der Branche auf den Klimawandel? Neue grüne Lösungen, wenn es 2019 wieder so dicke kommt mit extremer Hitze und Trockenheit, die interessierten unseren Lokalzeitgärtner Rüdiger Ramme jetzt auf der Internationalen Pflanzenmesse (IPM) in Essen.

Neue Züchtungen sind gefragt:

Neue, robustere, hitzebeständige Züchtungen vor allem standen beim Fachpublikum im Mittelpunkt des Interesse. Denn auch wenn Zitronen, Oliven, Palmen oder andere schöne Exoten Hitze und Trockenheit nichts ausmachen, dauerhaft über den Winter werden sie es hierzulande kaum schaffen. Gerade bei größeren Sträuchern und Gehölzen gilt deshalb: Sie müssen ausreichend winterhart sein, aber trotzdem mit starker Hitze und langer Trockenheit im Sommer besser zurechtkommen.

  • Zierapfel Malus Royal Raindrops:

„Klimatolerant“ soll der neue Zierapfel Malus Royal Raindrops sein, verspricht der Züchter. In der Baumschule ist die neue Züchtung, die jetzt auf der IPM vorgestellt wurde, seit drei Jahren in der Beobachtung. Sie wurde dort weder gespritzt noch gegossen. Herausgezüchtet wurde die neue Sorte aus vielen verschiedenen Apfelsämlingen aus der ganzen Welt. Malus Royal Raindrops gilt als extrem widerstandsfähig gegenüber Krankheiten, aber besonders auch gegenüber Hitze und Trockenheit. Der Baum zeichnet sich durch leuchtend rosafarbene Blüten im Frühjahr aus, hat eine intensive Herbstfärbung und viele rote, kleine Früchte bis in den Winter hinein.

Mehr Infos:  www.Ley-Baumschule.de

  • Neu Guinea Impatiens/Fleissiges Lieschen/Sun Standing

 

Ihre neue Eigenart trägt diese Balkonblumen-Züchtung schon im Namen: „Sun Standing“ heißt die auf der IPM neu vorgestellte Sorte eines Fleissigen Lieschens (botanisch Neu Guinea Impatiens). Äußerlich von den bekannten, bei Balkongärtnern sehr beliebten Impatiens-Sorten kaum zu unterscheiden, gilt „Sun Standing“ als sehr robust gegenüber Trockenheit und blüht auch in der Sonne und bei extremer Hitze üppig. Sie ist eine neue Kreuzung mit einer Wildform, die häufig deutlich widerstandsfähiger und angepasster an extreme Standorte sind. Bisher kannte man die Impatiens eher für den Halbschatten.

Mehr Infos: www.dummenorange.com

 

Neue wasserspeichernde Substrate:

Immer wichtiger werden auch neue Substrate, die Wasser speichern und damit auch den Wasser-Verbrauch reduzieren können.

 

  • „Aqua Depot“ Wasserspeichergranulat:

„Aqua Depot“ heißt ein neues, auf der Messe erstmals präsentiertes Granulat aus Gesteinsmehl. Es quillt im Wasser auf und speichert in wenigen Minuten das 30 fache seines Eigengewichtes. Geeignet ist das Granulat fürs Blumen und - Gemüsebeet genauso wie für den Balkonkasten.

Die Anwendung ist einfach: 10-20 Gramm werden für einen Liter Blumenerde benötigt. Das Granulat wird erst unter die Erde gemischt. Dann kann gepflanzt und anschließend gegossen werden. 20 Gramm Granulat in der Erde speichern knapp einen Liter Wasser. Das wird sukzessive den Pflanzen zugeführt.

Der Hersteller verspricht, dass selbst bei großer Hitze nicht täglich, sondern nur noch alle 3-4 Tage gegossen werden muss. Das Granulat ist vollständig biologisch abbaubar. Knapp 20 Euro kostet eine Tüte. Pro handelsüblichen, 80 cm langen Blumen-Kasten fallen umgerechnet Kosten von vier Euro an.

Mehr Infos: www.mairol.de oder www.ballistol.de

 

Neue intelligente Technik:

  • Bewässerungsroboter „Rainos“:

„Rainos“ könnte der neue Gartenhelfer der Smart-Gardening-Zukunft sein. Erstmals drehte er jetzt auf der IPM seine Runden. Sprechen wie R2D2 kann der kleine Roboter nicht, dafür aber im Garten alleine und sehr gezielt gießen. Noch ist der Gießroboter ein Prototyp; entwickelt vor allem für Friedhöfe. 250 Liter Wasser kann er transportieren und verteilen.

Ein Laserscanner vorne nimmt eine Karte des Gartens oder des Geländes auf. In der Karte werden dann Pfade und Gebiete eingegeben, die punktgenau bewässert werden sollen. Die Kosten für den Gießroboter liegen derzeit noch bei 35 000 Euro.

Unser Lokalzeitgärtner meint: „Eine Vision allemal, wohl derzeit eher was für Profis. Eine gut eingerichtete, stationäre Bewässerung ist für die meisten Hausgärten völlig ausreichend.“

Mehr Infos: www.innok-robotics.de

Stand: 06.02.2019, 13:36