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Gartenzeit: Öko-Upgrade Vorgarten

Gartenzeit: Öko-Upgrade Vorgarten 04:10 Min. Verfügbar bis 18.05.2022

Lokalzeit aus Köln vom 18.05.2021

Gartenzeit: Öko-Upgrade Vorgarten

Der Vorgarten ist die Visitenkarte des Hauses, aber an seiner Gestaltung scheiden sich die Geister. Immer häufiger entscheiden sich Hausbesitzer für eine optisch monotone Kieswüste auf einem Unkrautvlies ganz ohne oder mit ein oder zwei Alibi-Pflanzen. Vor allem in ökologischer Hinsicht haben sie nichts zu bieten. In manchen Städten und Kommunen sind sie deshalb inzwischen sogar verboten. Doch viele Hausbesitzer – wie auch unsere Zuschauer Marion und Thomas Pahl - legen verständlicherweise Wert auf einen vor allem pflegeleichten Vorgarten. Hat man nun einmal viel Schotter für Schotter ausgegeben, lässt sich da überhaupt noch mit einfachen Mitteln was dran ändern? Eine Herausforderung, aber: Die Antwort unseres Lokalzeitgärtners lautet: Ja.

Der Vorgarten ist die Visitenkarte des Hauses, aber an seiner Gestaltung scheiden sich die Geister. Immer häufiger entscheiden sich Hausbesitzer für eine optisch monotone Kieswüste auf einem Unkrautvlies ganz ohne oder mit ein oder zwei Alibi-Pflanzen. Vor allem in ökologischer Hinsicht haben sie nichts zu bieten. In manchen Städten und Kommunen sind sie deshalb inzwischen sogar verboten. Doch viele Hausbesitzer – wie auch unsere Zuschauer Marion und Thomas Pahl - legen verständlicherweise Wert auf einen vor allem pflegeleichten Vorgarten. Hat man nun einmal viel Schotter für Schotter ausgegeben, lässt sich da überhaupt noch mit einfachen Mitteln was dran ändern? Eine Herausforderung, aber: Die Antwort unseres Lokalzeitgärtners lautet: Ja.

Öko-Upgrade Schotter-Vorgarten:

Wer einen geschotterten Vorgarten hat, fürchtet oft hohe Kosten bei einer erneuten Umgestaltung und die Anlage selbst war oft auch schon nicht preiswert. Das hält viele Hobbygärtner von einer Veränderung ab. Muss es aber nicht, denn die Fläche mit einfachen Mitteln ökologisch aufzuwerten, ist einfacher als gedacht. Mehr Grün, mehr Blühendes, mehr Farbe, mehr biologische Vielfalt vor allem; das lässt sich auch mit einfachen, kostengünstigen Mitteln in einem vorhandenen, geschotterten Vorgarten umsetzen.

Nur ein kleiner Teil des Schotters muss dafür weichen. Es geht auch ohne eine komplette und damit teure Neuanlage. Lücken schaffen für bienenfreundliche Pflanzen – und nicht nur dafür.

Gründe für eine solche Aufhübschung gibt es viele:

  • Pflanzen kühlen die Umgebung durch ihre Verdunstung und beschatten den Boden, sind damit gut fürs gesamte Stadtklima
  • Bieten anders als Schotterflächen wichtigen Lebensraum und Futter für Insekten und Vögel 
  • Halten den Boden intakt, der dank der Pflanzen wie ein Schwamm auch bei starkem Regen Wasser speichern kann.

So gehen Sie vor:

Grundidee sind kleine Pflanzinseln, die neu in der Fläche geschaffen werden.

  • dafür muss in diesen vorher ausgewählten Bereichen der Schotter zunächst komplett zur Seite geräumt und ein Teil auch abtransportiert werden
  • sichtbar wird dann unten die in der Regel die vollflächig verlegte Kunststoff-Folie. Sie wird genau in der Größe der Pflanzinseln auf- und ausgeschnitten und entfernt.
  • der Boden darunter – meist ist er sehr verdichtet – muss nun gründlich aufgelockert und von Wurzelresten befreit werden. Ein Wiedehopf oder bei größeren Flächen eine Fräse sind dafür die passenden Gerätschaften.
  • um den Boden ein wenig aufzubessern und auf die Höhe des vorhandenen Schotters zu bringen, nun Blumen- oder Gartenerde aufbringen, mit Bodenaktivator düngen und alles glatt harken
  • nun die ausgewählten Pflanzen ausstellen und einpflanzen.
  • Wichtig: Insektenfreundliche und mehrjährige Pflanzen passend zum Standort auswählen.
  • auf die - auf den Etiketten angegebenen - Pflanzabstände achten
  • die spätere Wuchshöhe und Breite der Pflanzen bei der Planung mit einbeziehen und geschickt staffeln.
  • in der Regel die niedrigen nach vorne und die hochwachsenden nach hinten ins Beet.
  • hochwachsende Pflanzen als Solitäre einplanen, niedrige Stauden eher in lockeren Gruppen pflanzen. (Eher nicht in schnurgeraden Reihen pflanzen) 
  • bei sonnigen Vorgärten bieten sich vor allem hitzetolerante Stauden und Gräser (Stichwort Präriepflanzen) an, die ohnehin an steinigen, kargen Untergrund gewöhnt sind.
  • am Ende eine dünne Schicht des zur Seite gelegten Schotters wieder rund um die Pflanzen verteilen. Das schützt als Mulchschicht vor Unkraut.

Diese Pflanzen eignen sich besonders für einen sonnigen Vorgarten im Schotterbeet:

  • Prachtkerze/Präriekerze, Steppensalbei, Sonnenhut, Blauraute, Dost, Zierlauch/Allium, Schafgabe, Eisenkraut, Duftnesseln, Prachtscharte, Indianernessel, Phlox, Sedum, Lavendel und viele Steppengräser. Sie sind alle mehrjährig, lieben pralle Sonne, benötigen nur wenig Wasser, überstehen auch frostige Winter und sind mit ihren Blüten sehr insektenfreundlich.

Anregung aus klassischen Steingarten: Polsterstauden

Noch simpler funktioniert das Öko-Upgrade mit Polsterstauden wie zum Beispiel dem Phlox - eine klassische Steingarten-Pflanze aus den Bergen. Auch dort herrschen schwierige Bedingungen für Pflanzen, es ist karstig, viele Steine, oft wenig Wasser, viel pralle Sonne. Die sogenannten Polsterpflanzen kommen damit gut klar und können deshalb auch den Schotter in einem Stein-Vorgarten schnell beleben.

  • einfach Steine beiseite schieben
  • kleines Loch in die Folie unten schneiden
  • etwas Erde-Sand-Stein-Gemisch einfüllen
  • die Pflanzen hinein setzen
  • den Schotter wieder rund um die Pflanzen verteilen

Literatur-Tipp:

Vorgärten, Eva Ott, blv-Verlag

Stand: 18.05.2021, 15:36