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Gartenzeit: Vorgarten anlegen

Gartenzeit: Vorgarten anlegen Lokalzeit aus Köln 30.10.2018 03:36 Min. Verfügbar bis 30.10.2019 WDR Von Susanne Küppers

Lokalzeit aus Köln vom 30.10.2018

Gartenzeit: Vorgarten anlegen

Sie kennen womöglich auch so einen in ihrer Nachbarschaft: Einen Vorgarten des Grauens; eine Kieswüste mit ein, zwei Alibipflanzen und nur einem einzigen Zweck. Bloß keine Arbeit soll er machen. Für unseren Mann fürs Grüne natürlich gar keine Option. Rüdiger Ramme hilft heute unseren Zuschauern Arndt und Pia Weber. Das Paar ist gerade samt Kindern ins frisch modernisierte Eigenheim in Bergisch-Gladbach gezogen und hat jetzt einen knapp 30 Quadratmeter großen Acker vorm Haus liegen. Ihre Wünsche: Grün, abwechslungsreich, preiswert, bienenfreundlich und trotzdem pflegeleicht. Dass das nicht die Quadratur des Kreises bedeutet, konnte Rüdiger Ramme ihnen unter Beweis stellen.

Pflegeleichter Vorgarten

Ein schöner Vorgarten – selbst wenn er ganz klein ist – ist die Visitenkarte eines Hauses. Er verweist auf den Bewohner des Hauses und seinen Stil. Der Vorgarten sollte auf den Rest des Hauses neugierig machen. Schon auf kleinstem Raum lassen sich da viele Ideen verwirklichen: vom ländlichen Bauerngarten vor einem Fachwerkhaus bis hin zum streng gegliederten Vorgarten eines modernen Neubaus.

Ganz wichtig aber ist die richtige Planung und Vorbereitung. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit dafür, ein Konzept zu erstellen. Das spart am Ende nicht nur Geld sondern auch Zeit und Nerven. Wer selber kein Gartenexperte ist, kann dafür einen professionellen Gartenplaner zu Rate ziehen und sei es nur für ein paar Anregungen, die später selber umgesetzt werden. 

 

Ideen, Wünsche, Planung, Vorbereitung:

  • erkundigen Sie sich nach behördlichen Vorgaben. Welche Grenzabstände zum Nachbarn sind einzuhalten? Welche Höhe darf der Zaun oder die Hecke haben? Welche Bäume und Pflanzen dürfen nicht verwendet bzw. müssen gepflanzt werden etc.?
  • machen Sie sich Gedanken darüber, wie teuer die Neugestaltung werden darf
  • informieren Sie ihren Nachbarn über ihre Pläne oder beziehen ihn mit in die Planung ein   
  • zeichnen Sie einen genauen Grundriss des Grundstücks, messen Sie die ganze Fläche sorgfältig aus
  • alle Familienmitglieder sollten ihre Wünsche an den Vorgarten formulieren (Sitzplatz, Tischtennisplatte oder Basketballkorb, Hausbaum, Blumenbeet oder Rasen, geschwungener oder gerade Weg, Zaun oder Hecke etc.)
  • suchen Sie nach Lösungen für Problemzonen: Mülltonnen etwa können begrünt werden oder hinter einer Hecke verschwinden, Kanaldeckel etwa können geschickt in einem Beet mit Bodendeckern versteckt werden
  • erste Fragen bei einer Umgestaltung: Was lohnt sich zu erhalten? Was stört und sollte auf jeden Fall anders werden?
  • an die nötige Technik denken: Licht, Wasserrohe, Kabel für Gegensprechanlage etc.
  • bedenken Sie, dass neue Wege oder andere gepflasterte Flächen kostspieliger und aufwendiger sind als „nur“ eine neue Bepflanzung
  • weniger ist oft mehr, das ist meist eine gute Devise bei der Neu-Gestaltung von Vorgärten. Ist das Grundstück zugewuchert, sollte erstmal Platz geschaffen werden.
  • versuchen Sie gerade bei kleinen Vorgärten einen Material-Mix zu vermeiden und den Garten nicht zu überladen
  • ganz wichtig: Bedenken und planen Sie die Wuchskraft der neuen Pflanzen und Bäume sehr genau mit ein, damit der Garten später nicht an einer Stelle zugewuchert ist und an der andern große Pflanzlücken klaffen. Also: Genaue Pflanzpläne erstellen
  • ein Hausbaum ist ein uralter Brauch im Vorgarten und selbst für das kleinste Grundstück findet sich da ein passendes Exemplar. Der Hausbaum beschützt der Tradition nach Haus und Besitzer und heißt Besucher willkommen Berücksichtigen Sie aber genau, wie groß der Baum später werden wird
  • planen Sie keinen allzu pflegeintensiven Vorgarten, denn Gartenarbeit findet meist schon genug hinterm Haus im richtigen Garten statt. Ein Rasen im Vorgarten etwa muss auch regelmäßig gemäht werden
  • erstellen Sie eine detaillierte Einkaufsliste für alle Materialien und Pflanzen           

Realisation/Bepflanzung:  

  • berücksichtigen Sie auch ökologische Aspekte; z.B. ob die ausgewählten Pflanzen – Stauden vor allem - insekten/bienenfreundlich sind und/oder ob heimische Gehölzen mit ihren Früchten den Vögeln Futter bieten können.
  • zunächst müssen alle notwendigen Kabel verlegt und evt. neue Wege, Zufahrten und Plätze angelegt und ggf. gepflastert  werden
  • wählen Sie die Pflanzen wie etwa Stauden so aus, dass Sie zu jeder Jahreszeit etwas Blühendes im Vorgarten haben
  • variieren Sie geschickt in den Höhen, zur Hauswand hin kommen die höheren Pflanzen, nach vorne die niedrigeren
  • suchen Sie die Pflanzen passend zum Standort aus: sonnig, schattig oder halbschattig
  • kombinieren Sie Farben gezielt miteinander
  • pflanzen Sie Stauden immer grüppchenweise ins Beet und nicht nur viele verschiedene einzelnen Sorten
  • neben einem Baum, den Stauden und Sträuchern sollten auch einige immergrüne Gehölze in den Vorgarten, damit auch im Winter etwas grün bleibt
  • Hecken, große Gehölze und der Hausbaum sind die Blickfänge im Vorgarten und müssen mit Bedacht platziert werden
  • dunkle Ecken lassen sich mit Bodendeckern und robusten Schattenstauden gut gestalten
  • setzen Sie im Herbst Frühlingszwiebeln in die Erde und im Frühling Zwiebel- und Knollenpflanzen für den Sommer und den Herbst. Viele Arten können Sie über Jahre im Boden lassen, sie breiten sich aus und bilden bunte Blütenteppiche
  • bleiben Sie ihrem Konzept treu: bei einem asiatisch  anmutenden Vorgarten etwa  sollten auch weitgehend entsprechende Pflanzen und Accessoires ausgewählt werden     

Literatur-Tipp:

Vorgärten, Eva Ott, blv-Verlag

Stand: 30.10.2018, 18:15