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Gartenzeit: Urban Jungle

GZ Urban Jungle – Der neue Wohn-Trend mit Pflanzen Lokalzeit aus Köln 05.11.2019 03:54 Min. Verfügbar bis 05.11.2020 WDR

Lokalzeit aus Köln vom 05.11.2019

Gartenzeit: Urban Jungle

Der Winter naht und bei dem usseligem Herbstwetter in diesen Tagen zieht es selbst so manchen Gärtner nach drinnen. Diesmal auch unseren Pflanzenprofi Rüdiger Ramme. Denn der hilft heute dem Kölner Studenten Max Kolb - den viele Jugendliche auch als Youtuber KranCrafter kennen - seine Wohnung grüner zu machen. Zimmerpflanzen sind – vor allem unter Studenten – wieder sehr beliebt. Und der Trend hat auch einen Namen: Urban Jungle. Urbaner, grüner Dschungel also.

Was ist Urban Jungle?

Lange verpönt, erobern die grünen Gewächse wieder das Wohnzimmer.

Puristisch, clean war gestern. Grünes Wohnen ist – besonders bei Studenten und jungen Leuten - wieder in. Es ist das Comeback der Topfpflanze und auch des Wohnstils der Achtziger. Ob in Schaufenstern von Modegeschäften oder Einrichtungs- und Dekoläden; überall wird der grüne Trend derzeit gerade aufgegriffen. Aber viele Pflanzen in der Wohnung werden nicht nur wieder als optisch reizvoll empfunden, sie sind nachweislich auch gut fürs Raumklima, erzeugen zudem eine naturverbundene, relaxte Wohlfühl-Stimmung zu Hause – auch oder gerade in Zeiten des Klimawandels.

Gestaltet werden kann dieser Trend ganz individuell. Die Bandbreite der in Gärtnereien und Gartencentern angebotenen, meist exotischen Zimmerpflanzen ist riesengroß. Kreativität ist gefragt, aber natürlich macht es vor allem die Menge der Pflanzen, die erst einen Dschungel-Effekt erzielt.

Es gibt allerdings einige Pflanzen und Gestaltungstrends, die beim Urban Jungle eine besondere Rolle spielen. Das sind:  

  • mannshohe Pflanzen mit riesigen Blättern wie zum Beispiel die Banane (Musa), das Fensterblatt (Monstera Deliciosa) oder das Pfeilblatt der Elefantenohr (Alocasia) – Kosten zwischen 30 und 60 Euro pro Stück
  • Pflanzen mit ungewöhnlichem Laub; gestreift, bunt oder rund wie bei der Ufopflanze (Pilea Peperomioides), dem Pfeilblatt (Alocasia amazonica) oder der Korbmarante (Calathea orbifolia)
  • Sukkulenten und Kakteen; also Pflanzen, die wenig Pflege benötigen, weil sie lange Zeit Wasser speichern können, wie der Bogenhanf (Sansevieria) oder Wolfsmilchgewächse (Euphorbia triangula)
  • und hängende Pflanzen in Blumenampeln wie etwa die Efeutute (Epipremnum) oder der rotlaubige Sauerklee ( Oxalis triangularis). Sie sind für fünf bis 15 Euro zu haben

Kokedama, japanische Moosbälle:

Sie werden gern auch als Bonsai des armen Mannes bezeichnet.

  • Was man braucht sind Feuchtigkeit liebende Minipflanzen.
  • Eine Mischung aus Bonsaierde, Blumenerde und Wasser, mit der man eine Erdkugel formt.
  • Ein wenig Torfmoos, mit dem die vorher freigelegten Wurzeln der Mini-Pflänzchen umwickelt werden.
  • In eine Vertiefung in der Mitte der Erdkugel wird dann die mit Moos umwickelte Pflanzenwurzel gedrückt und die Kugel wieder zusammen gepresst.
  • Die Erdkugel wird dann in eine grüne Moosplatte eingewickelt
  • und der ganze Ballen wird mit Rebendraht oder einer Schnur befestigt.
  • Die bepflanzte, grüne Kugel kann dann entweder aufgehängt oder in einer Schale präsentiert werden.
  • Damit das Moos nicht austrocknet, taucht man den Pflanzenball einmal in der Woche ins Wasser und besprüht ihn auch regelmäßig mit Wasser. 

Standort, Pflege, Licht. Die wichtigsten Tipps:

Zu wissen, wo die Pflanze ursprünglich herkommt, ist enorm wichtig. Denn danach richtet sich auch ihr Lichtbedarf in der Wohnung. Wichtigste Grundregel dabei:

  • Einer Pflanze beizubringen, mit weniger Licht auszukommen, als sie es tatsächlich benötigt, ist unmöglich.
  • Die Lichtintensität nimmt mit zunehmender Entfernung vom Fenster schnell ab. Längst nicht alle Pflanzen fühlen sich also auch in einer hinteren Ecke eines eigentlich hellen Zimmers noch wohl.  

Wie oft muss ich die Pflanzen gießen?

  • Lässt sich pauschal nicht sagen. Fest steht: Die meisten Pflanzen werden zu viel und nicht zu wenig gegossen.
  • Mit dem Hebetest ist man auf der sicheren Seite: Pflanze also kurz anheben. Ist sie leicht, braucht sie Wasser. Ist der Wurzelballen schwer, ist er noch nass und die Pflanze muss nicht gegossen werden.

Regelmäßig müssen die Pflanzen natürlich auch gedüngt werden. Auch hier lässt sich nicht pauschal sagen, wie oft und wie viel. Da muss man sich einfach über die Ansprüche der einzelnen Pflanzen informieren.

Pflanzen und Raumklima:   

Pflanzen sorgen durch die Verdunstung nicht nur für eine höhere Luftfeuchtigkeit, sie können sogar Schadstoffe aus der Luft filtern. Gezielt kann man das Klima - besonders in frisch renovierten Räumen -  mit Pflanzen verbessern.

Als Faustregel gilt: Bei einer Raumtemperatur von 20 Grad sollte die Luftfeuchtigkeit etwa 40 Prozent betragen. Kräftige und gesunde Pflanzen mit großen und/oder besonders vielen Blättern sind da optimal geeignet die Luftfeuchtigkeit im Raum  zu erhöhen, weil sie die meiste Feuchtigkeit verdunsten.

Alle tropischen Pflanzen eignen sich gut, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Denn sie sind – anders als wasserspeichernde Kakteen - sehr durstig und geben auch viel Wasser wieder ab. Die höchste Verdunstungsleistung hat das Zyperngras, das wie eine Sumpfpflanze sogar im Wasser stehen kann.

  • Zyperngras, Einblatt, Bacchira, Eureka-Palme, Efeu, Schefflera, Caryotapalme, Purpurtute, Birkenfeige, Drachenbaum, Grünlilie, Efeutute, Zimmerlinde, Ficusarten , Echter Aloe, Grünlilie, Philodrendron, Drachenbaum, Bogenhanf

Literatur-Tipp:

- Gesundheit und Energie durch Zimmerpflanzen, Kurst Henseler, Kosmos-Verlag 

Stand: 05.11.2019, 17:11