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Gartenzeit: Urban Gardening - Gemüsebeete für Nachbarschaftswiese

Gartenzeit: Urban Gardening - Gemüsebeete für Nachbarschaftswiese 04:14 Min. Verfügbar bis 02.03.2022

Lokalzeit aus Köln vom 02.03.2021

Gartenzeit: Urban Gardening - Gemüsebeete für Nachbarschaftswiese

Die Sonne scheint, der Frühling ist da; zumindest gefühlt. Nichts wie raus in den Garten heißt es da für viele Hobbygärtner. Auch unseren Fernsehgärtner Rüdiger Ramme drängt es wieder an Spaten, Schubkarre und Schere. Und wie in den vergangenen Jahren auch will er Ihnen – unseren Zuschauern – wieder mit Rat und Tat unter die Arme greifen. Zum Thema "Einfassungen für neue Gemüsebeete“ ist er heute gefragt. Der erste Hilfseinsatz findet nicht in einem privaten Garten sondern auf einer großen, ehemaligen Schafswiese in Lohmar-Neuhonrath im Rhein-Sieg-Kreis statt. Eine Nachbarschafts-Initiative hat hier begonnen, einen Community-Garten anzulegen; offen für alle garteninteressierten Anwohner.

Beeteinfassungen/Gemüsebeete für Nachbarschafts-Garten

Die Sonne scheint, der Frühling ist da; zumindest gefühlt. Nichts wie raus in den Garten heißt es da für viele Hobbygärtner. Auch unseren Fernsehgärtner Rüdiger Ramme drängt es wieder an Spaten, Schubkarre und Schere. Und wie in den vergangenen Jahren auch will er Ihnen – unseren Zuschauern – wieder mit Rat und Tat unter die Arme greifen. Zum Thema "Einfassungen für neue Gemüsebeete“ ist er heute gefragt. Der erste Hilfseinsatz findet nicht in einem privaten Garten sondern auf einer großen, ehemaligen Schafswiese in Lohmar-Neuhonrath im Rhein-Sieg-Kreis statt. Eine Nachbarschafts-Initiative hat hier begonnen, einen Community-Garten anzulegen; offen für alle garteninteressierten Anwohner.

Beeteinfassungen für Gemüsebeete; warum sinnvoll?

Wer neue Beete anlegen möchte, benötigt eine Einfassung oder Umrandung. Ohne Einfassung verunkrauten die Flächen schnell. Gräser und Wildkräuter wachsen hinein und machen sich schnell breit. Eine Beeteinfassung - egal ob aus Stein, Stahlkanten, Holz oder anderen Materialien - sieht außerdem gut aus und gibt dem Gemüsegarten Struktur, ist also mehr als ein Schutzwall gegen denn Wildwuchs.

Solche Beet-Umrandungen lassen sich leicht auch mit gefundenen oder gebrauchten Materialien selber bauen. Man muss also gar kein oder nicht viel Geld ausgeben.

  • Vorteile Steine/Mauerziegel: sie sind lange haltbar, verrotten nicht, müssen einfach zur Hälfte in die Erde eingegraben werden
  • Vorteil Holzbretter: sie sind schnell auf die richtige Länge zurecht gesägt und zusammen geschraubt, alte Regale etwa können dafür recycelt werden, sie erinnern ein wenig an Hochbeete, die Mini-Hochbeete sind allerdings nicht ewig haltbar, geben dem Gemüsegarten aber temporär eine ordentliche Struktur
  • Vorteil Holzstämme: sie vermitteln ein natürliches Aussehen, müssen nur hingelegt und mit Holzpflöcken stabilisiert oder zusammen geschraubt werden, die simpelste Variante. Stämme abgestorbener Fichten etwa sind derzeit überall an den Waldrändern zu finden. Einfach mal den Förster fragen, ob man welche mitnehmen darf.
  • Vorteil Weidenruten: sie sehen als niedriger Zaun sehr dekorativ und natürlich aus, passen perfekt in einen naturnahen Biogarten. Als Pflöcke kann man dicke Aststücke von Haselnuss oder Holunder verwenden. Sie werden auf die gewünschte Höhe des Zaunes zurecht geschnitten und im Abstand von 30-40 cm rund um das Beet mit einem Gummihammer eingeschlagen. Um die Pflöcke herum werden dann die dünnen, frisch geschnittenen Weidenruten in Bündeln eingeflochten. Nach etwa 4-5 Jahren muss das Zäunchen erneuert werden, da das Holz verwittert. Treiben die Ruten wieder aus, sollte man den Austrieb abschneiden, damit der kleine Zaun nicht zu wuchern beginnt. Aber Achtung: Beim Schneiden von Weiden gilt: Der Schnitt langer Triebe ist nur vom 1.10. bis zum 28.2. erlaubt. Im Sommerhalbjahr dürfen keine starken Schnittarbeiten durchgeführt werden, da Vögel die Bäume als Brut- und Nistplätze benötigen. Einfassungen aus Weiden kann man auch fertig kaufen.

Beetvorbereitung im Frühjahr:

  • der Boden sollte für die erste Aussaat nicht zu nass sein
  • alles Unkraut und Steine müssen raus
  • vor allem bei einem lange brachliegenden, nicht beackerten Boden sollte die Erde aufgebessert werden
  • wer schon im Herbst oder Februar tätig werden möchte, kann mit einer Lage Pferdmist den Boden schon für die kommende Aussaat düngen und vorbereiten
  • ansonsten kann die Erde mit sogenanntem Mutterboden verbessert werden. Den bekommt man im Baustoffhandel und kann ihn sich auch anliefern lassen. Die Tonne koste knapp 30 Euro.
  • dieser Mutterboden wird entweder mit Kompost gemischt oder – falls nicht vorhanden – mit nährstoffhaltiger Bio-Gartenerde plus organischem Dünger.
  • vorm Pflanzen oder der Aussaat sollte die oberste Bodenschicht noch mit einem Feinkrümmler gelockert werden.
  • dann ist eine gute Grundlage für den Gemüse-Anbau geschaffen.

Gemüseanbau im Frühjahr:

Erste Salat- und Gemüsepflänzchen, einiges Saatgut (Spinat, Ruccola, Möhren, Zuckerschoten) und auch Kräuter können Anfang/Mitte März schon in die Erde. Aber Vorsicht bei den vorgetriebenen Jungpflanzen. Sie kommen aus dem Gewächshaus und vertragen keinen Frost. Sollte es also noch einmal kalt werden, muss man die früh bestellten Beete - vor allem nachts - mit einem Vlies abdecken. Der Aufwand aber lohnt sich, denn bereits Ende April kann der erste Salat geerntet werden.

Für Anfänger geeignet:

  • Besonders für Anfänger unter den Gemüsegärtnern ist es ratsam, das Beet mit vorgezogenen  Jungpflanzen zu bestellen. So entfällt das Risiko mit der Aussaat, die halbe Kulturzeit für die Pflanzen ist schon in der Gärtnerei erledigt worden. Beim Aussäen wird nämlich oft zu dicht gesät, so dass die Pflänzchen erst wieder vereinzelt/pikiert und umgepflanzt werden müssen.
  • Wer doch aussäen möchte, kann es sich mit sogenannten Saatbändern leichter machen. Da sind die einzelnen Samenkörner schon auf dem richtigen Abstand aufgebracht.
  • Der Garten-Neuling sollte außerdem mit schnell-reifendem Gemüse wie Salat, Radieschen, Rauke, Steckzwiebeln oder Kohlrabi beginnen. Das Gemüse benötigt nicht viel Platz, kann in einem Jahr gleich mehrfach hintereinander angebaut werden und der Ernteerfolg ist recht sicher. Kohl z.B. benötigt dagegen viel Platz und ist häufig auch von Schädlingen befallen.

 Literaturtipp:  Der Biogarten, Marie-Luise Kreuter, blv Verlag

Projekt Nachbarschaftswiese

Die Nachbarschafts-Initiative rund um Lokalzeitzuschauerin und Initiatorin Caroline Schulte-Bisping bespielt seit dem ersten Lockdown im letzten April eine für kleines Geld gepachtete, ungenutzte Wiese von immerhin 10 000 Quadratmetern. Gemeinsam haben die jungen Familien aus Lohmar-Neuhonrath 2020 begonnen, die Fläche in einen charmanten, für alle offenen Do-It-Yourself-Gemeinschaftsgarten mit Abenteuer-Spielplatz, Pumptrail, Fußballplatz, Chill-und Grill-Ecken zu verwandeln. In diesem Jahr soll nun verstärkt eigenes Gemüse angebaut werden.

Weitere Infos zur Nachbarschaftswiese in Lohmar-Neuhonrath:

Caro Schulte-Bisping, Rotdornweg, 53797 Lohmar-Neuhonrath, caro9884@web.de

Stand: 02.03.2021, 15:19