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Gartenzeit: Tipps zur Bewässerung

Gartenzeit: Tipps zur Bewässerung Lokalzeit aus Köln 16.07.2019 03:51 Min. Verfügbar bis 16.07.2020 WDR Von Susanne Küppers

Lokalzeit aus Köln vom 16.07.2019

Gartenzeit: Tipps zur Bewässerung

Wie kann man mit einfachen Bewässerungs-Möglichkeiten seine Pflanzen sinnvoll und ohne allzu großen Aufwand einige Tage lang von Freunden oder Nachbarn versorgen lassen, wenn man verreist ist? Und: Wie lässt sich das wassersparend machen? Einige Tipps dazu von Rüdiger Ramme aus dem Lokalzeitgarten.  

Pflanzen automatisch und wassersparend bewässern:

Für alle Topfpflanzen drinnen und draußen: 

  • Einfache Tonkegel: Kannte schon die Großmutter. Sie werden zunächst ins Wasser gelegt und saugen sich voll. Werden dann noch zusätzlich mit Wasser befüllt und anschließend einfach in die Erde der Topfpflanze gesteckt. Der kleine Schlauch am Ende des Kegels wird in ein Gefäß oder auch einen großen Eimer mit Wasser, der daneben steht, gehängt. Der Ton saugt das Wasser automatisch durch den Schlauch an, sobald die Pflanze zu trocken wird und gibt es dann bedarfsgerecht an die Pflanze weiter. Ideal für kleinere Kübel und Töpfe. Reicht - je nach Größe des Gefäßes - bis zu einer Woche. Drei Kegel kosten 10 Euro

Besonders für Balkon- und Terrassenpflanzen:

  • Tröpfchenbewässerung mit Pumpe (Holiday Watering): Das Prinzip stammt aus Israel aus der Wüste und ist sehr wassersparend. Funktioniert ebenfalls über kleine Schläuche, die aber an einem Ende tröpfchenweise Wasser an die Pflanzen abgeben. Am anderen Ende des Schlauches befindet sich eine kleine elektrische Pumpe, die das Wasser aus einem vollen Wassereimer oder wahlweise auch aus einer großen Regentonne zu den Pflanzen pumpt. Dazwischen stecken ein oder auch mehrere Verteiler, an denen viele verschiedene Pflanzen über unterschiedliche, dünne Schläuche angeschlossen werden können. Wie schnell oder langsam das Wasser zugeführt werden soll, kann variabel eingestellt werden. Kosten knapp 70 Euro für 36 Pflanzen.

 

  • Bewässerungskästen: Sie kommen ganz ohne Strom aus und haben unten im Kasten ein großes Wasserreservoir, das die Pflanzen langsam aufsaugen können. Bis zu einer Woche kommen die Pflanzen damit aus.

Bewässerungsmatten sind lange Filzstücke, die unten in Blumenkästen eingelegt werden, bevor sie bepflanzt werden. Sie saugen sich mit einigen Litern Wasser voll, geben es dann nach Bedarf an die Pflanzen ab. Auch bei heißen Temperaturen muss da nur alle drei bis vier Tage nachgegossen werden.

Für Gartenpflanzen: 

Grundsätzlich müssen ausgepflanzte Sträucher, Stauden und Gemüsepflanzen im Garten nur in langen Trockenperioden zusätzlich gewässert werden, da sie mit ihren Saugwurzeln auch in der Tiefe nach Wasser suchen können. Die meisten Pflanzen sind robuster als man denkt, vor allem die Stauden und unter ihnen besonders die Prärie- und Prachtstauden. Bei den meisten Bäumen etwa sind die Wurzeln viele Meter lang. Sie zu gießen ist Wasserverschwendung. 

  • Poröse Tropfschläuche: Im Gartenbeet bietet sich in langen Trockenzeiten im Sommer eine Bewässerung mit porösen Tropfschläuchen an, die einfach direkt auf die Erde an die Pflanzen gelegt werden. Eine wasser-sparende Methode, weil das Wasser direkt an die Wurzeln geht und deshalb kein Wasser über die Blätter und über den Wind verdunstet. Der Schlauch kann auch noch mit Zeitschaltuhr und Bewässerungscomputer kombiniert werden. Am Computer kann eingestellt werden, wann und wie viel gesprengt werden soll. Zusätzlich angeschlossene  Feuchtigkeitsfühler können darüber hinaus auch feststellen, ob es geregnet und schalten die automatische Bewässerung dann aus. 50 Meter Porösschlauch kosten 40 Euro.

  • Boden lockern oder mulchen: Wer den Boden in seinen Beeten regelmäßig mit einer Unkrauthacke oder Schuffel lockert, entfernt nicht nur Unkraut, sondern spart tatsächlich auch Wasser. Denn es hat zwei Effekte: Wenn es regnet, dringt das Wasser besser in den Boden ein. Und es verdunstet auf der andere Seite auch nicht mehr so schnell. Einen ähnlichen Effekt hat auch das Mulchen mit Rindenmulch, Rasenschnitt oder Kies. 

  • Regentonne oder Zisterne: Fangen Sie – wenn möglich – Regenwasser in einer großen Tonne oder noch besser in einer Zisterne auf und gießen die Pflanzen damit. So sparen Sie nicht nur kostbares Trinkwasser. Für viele Pflanzen ist das Regenwasser auch günstiger als kalkhaltiges Leitungswasser.

  • Der richtige Gießzeitpunkt: Damit die Pflanzen im Sommer gestärkt in einen heißen Tag gehen, sollte am besten morgens gegossen wird. Mittags in der prallen Sonne erleiden viele Pflanzen einen Temperaturschock. Wenn kaltes Leitungswasser auf eine aufgeheizte Pflanze trifft, verbrennen nicht nur die Blätter, es kann auch zu so genannten Wuchsdepressionen führen; die Pflanze wächst und blüht nicht mehr richtig. Am Abend zu gießen ist zwar besser als mittags, aber auch nicht optimal, da nasse Blätter nachts nicht gut abtrocknen und dann sehr anfällig sind für Pilzerkrankungen.

  • Ausgiebig gießen: Giessen Sie nicht oft nur ein bisschen, denn dabei bleibt häufig der Wurzelballen in der Mitte trocken und die Blätter werden erst gelb und fallen dann ab. Besser ist es seltener, dann aber kräftig und durchdringend zu wässern.

  • Durstige Gartenpflanzen: Immergrüne Sträucher wie Rhododendron, Azaleen, Lavendelheide, aber auch Hortensien gelten bekanntlich als durstige Gartenpflanzen. Oft werden sie bei langer Trockenheit direkt am Stamm gegossen und das ist ungünstig. Der Grund: Die Saugwurzeln, die das Wasser hoch in die Pflanze transportieren, liegen nicht im Bereich des Stammes, sondern direkt unterhalb der so genannten Kronentraufe; also unterhalb ihres gesamten Umfangs. Deshalb ist es günstiger, großflächiger um den Strauch herum zu gießen.


  • Tomaten: lieben bekanntlich Sonne und feuchte Füße. Kennen Sie da Großmutters Trick mit dem Tontopf? Einfach einen kleinen Tontopf mit Loch gleich neben die Pflanze einbuddeln und das Gießwasser in diesen Topf geben. Es versickert so viel langsamer und gelangt ganz gezielt an die Tomatenwurzeln.

Rasen wässern nicht nötig!

Es ist eine unberechtigte Sorge: Rasen, der bei langer Trockenheit im Sommer braun wird, geht nicht kaputt! Er sieht höchstens eine Zeitlang nicht mehr so gut aus. Aber Gräser sind Steppenpflanzen und kommen lange Zeit ohne Wasser zurecht. Wenn es nur einmal wieder kräftig regnet, wird der Rasen sofort wieder grün. Also: Tägliches Sprengen ist unnötig und kostet auch erhebliche Mengen wertvolles Trinkwasser.

Stand: 16.07.2019, 13:45