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Gartenzeit: Teichbepflanzung

Gartenzeit Teichbepflanzung Lokalzeit aus Köln 11.06.2019 03:49 Min. Verfügbar bis 11.06.2020 WDR

Lokalzeit aus Köln vom 11.06.2019

Gartenzeit: Teichbepflanzung

Lokalzeitzuschauerin Anja Massing ist gerade mit Mann und Sohn ins neu gebaute Eigenheim gezogen.
Welche Pflanzen sich nun aber im und rund um den Miniteich wohlfühlen könnten, wie man einen Sprudelstein installiert, die Teichrandzone gestaltet und auch welche Technik ein solch kleiner Teich benötigt, dazu wünscht sich die Familie Beratung und Hilfe von Lokalzeitgärtner Rüdiger Ramme.

Teichbepflanzung und Sprudelstein

Lokalzeitzuschauerin Anja Massing ist gerade mit Mann und Sohn ins neu gebaute Eigenheim gezogen. Den Rollrasen haben sie selber verlegt, auch einen kleinen Teich mit Fertigbecken neben der Terrasse eingebaut. Welche Pflanzen sich nun aber im und rund um den Miniteich wohlfühlen könnten, wie man einen Sprudelstein installiert, die Teichrandzone gestaltet und auch welche Technik ein solch kleiner Teich benötigt, dazu wünscht sich die Familie Beratung und Hilfe von Lokalzeitgärtner Rüdiger Ramme.

Wasser zieht Menschen bekanntlich magisch an; vor allem in den heißen Sommermonaten. Dann die Füße im eigenen Teich im Garten baumeln lassen und Seerosen, Schwertlilien, Wasseriris, Sumpfdotterblumen oder die Kuckuckslichtnelke bewundern, das wünschen sich viele Hobbygärtner. Insgesamt - schätzen Experten - gibt es immerhin ca. vier Millionen Teiche in deutschen Gärten.

Pflanzen für den Teich:

Die Auswahl an Wasserpflanzen ist riesengroß. Vor der Bepflanzung ist es wichtig zu wissen, wo genau im Teich die entsprechende Pflanze am besten positioniert wird. Denn man unterscheidet zwischen Unterwasserpflanzen, Schwimmpflanzen sowie Pflanzen für tiefes, seichtes und flaches Wasser.

Achtung: Setzen Sie – gerade bei kleinen Teichen - nicht zu viele Pflanzen ein. Die meisten sind stark wüchsig und am Ende wollen Sie ja auch noch das Wasser sehen. Auf den Etiketten ist in der Regel beschreiben, wie stark die Pflanze wächst.  Nur etwa ein Drittel des Teiches sollte später mit Pflanzen bedeckt sein. Besonders die Seerosen, aber auch die meisten Schwimmpflanzen breiten sich besonders stark aus.

Grade stark wuchernde Seerosen sollten unbedingt in Teichkörbe gepflanzt und dann erst ins Wasser gesetzt werden.

Klärende Wirkung fürs Wasser durch Bepflanzung:

Noch wichtig zu wissen: Wasserpflanzen beziehen ihre Nährstoffe aus dem Wasser und benötigen daher keine nährstoffreiche Erde, sondern ein spezielles Teich-Substrat ohne düngenden Wirkung. Die Pflanzen können das Wasser klar halten und reinigen, indem sie die Nährstoffe aus dem Wasser ziehen und so dem Algenwachstum vorbeugen. Besonders die Schwimm- und die Unterwasserpflanzen leisten da in puncto Filterwirkung einen guten Dienst.

Einzig die Seerosen bilden eine Ausnahme. Sie benötigen hin und wieder etwas Dünger.

Kleine Auswahl an Wasserpflanzen:

Tiefes Wasser: Große Teichmummel, Seekanne, Seerose, Schwimmendes Laichkraut, Wasserknöterich,

Schwimmpflanzen: Froschbiss, Wasserlebermoos, Krebsschere, Wasserhyazinthe (Achtung: Nicht alle Schwimmpflanzen sind winterhart, manche müsse also im Winter abgefischt und rein geholt werden

Unterwasserpflanzen: Hornblatt, Krauses Laichblatt, Nadelkraut, Nadelsimse, Rauhe Alge, Wasserhahnenfuß, Wasserquirl, Wasserstern, Tausendblatt,

Seichtes Wasser: Igelkolben, Kleine Teichrose, Pfeilkaut, Rohrkolbenarten, Seesimse, Tannenwedel, Wasserminze, Zungenhahnenfuß, Blaues Hechtkraut

Flaches Wasser: Blaugrüne Binse, Brennender Hahnenfuß, Fieberklee, Froschlöffel, Kalmus, Kleiner Rohrkolben, Schwanenblume, Strauß-Goldfelberich, Sumpfdotterblume, Sumpfvergissmeinnicht, Wasserfeder, Zwergbinse, Wasserschwertlilie, Kuckuckuslichtnelke,  Kardinalslobelie, Wasseriris, 

So bepflanzen Sie Teichkörbe:

Teichkörbe haben den Vorteil, dass sich vor allem die stark wachsenden Wasserpflanzen wie die Seerosen nicht total ausbreiten können. Ohne Korb würden sie an einem idealen Platz mit viel Sonne und wenig Wind bald mit ihren Blättern die ganze Wasserfläche zudecken. Außerdem benötigt man Pflanzkörbe, wenn schon Wasser im Teich ist.

  • die Teichkörbe sollten mit einen Vlies ausgelegt werden. Das hat den Vorteil, dass beim Einsetzen nicht zuviel Erde ausgeschwemmt wird.
  • dann kommt besonders nährstoffarme Teicherde hinzu.
  • nun wird Pflanze eingesetzt, das Vlies zugeklappt und noch mit Steinen beschwert. So können weder Pflanze noch Erde später aufschwimmen
  • dann setzen Sie die Körbe in die entsprechende Wasserzone. Halten Sie, falls schon Wasser im Teich ist, die Körbe solange fest, bis sie sich ganz mit Wasser vollgesaugt haben. Dann stehen sie stabil.  
  • Pflanzen für die tiefen Zonen wie die Seerosen tauchen zu Beginn erst völlig unter, wachsen dann aber schnell bis zur Wasser-Oberfläche hoch
  • Vergessen Sie nicht auch Unterwasserpflanzen und Schwimmpflanzen mit einzusetzen. Die entziehen dem Wasser Nährstoffe und das ist gut gegen Algen. Befindet sich allerdings ein Skimmer im Teich, sind diese Pflanzen nicht zu empfehlen, da sie vom Skimmer angesaugt werden. 

Teichtechnik:  

Hier sollten Sie sich auf jeden Fall vor dem Kauf beraten lassen, denn das Angebot an Filtern, Skimmern, UV-Lampen und Pumpen ist groß. Aber trübes Wasser und viele Algen sind – besonders im Frühjahr (Stichwort Frühjahrsblüte) - oft ein großes Ärgernis für Teichbesitzer. Gerade ein kleiner Teich gerät – anders als ein großes Gewässer – recht schnell aus dem biologischen Gleichgewicht und benötigt dann sehr viel Pflege. Deshalb raten Experten, einen Teichfilter mit dazugehöriger Pumpe einzubauen, um ohne großen Aufwand eine gute Wasserqualität zu erreichen. Der Einbau ist in der Regel recht einfach. 

Sprudelstein:

Wer sich zusätzlich noch das Geräusch von plätscherndem Wasser für seinen Teich wünscht, kann entweder – wenn genügend Platz vorhanden ist – einen Bachlauf anlegen oder einen sogenannten Sprudelstein oder Quellstein installieren. Mit einer entsprechend leistungsstarken Teichpumpe lässt sich Beides einfach betreiben. Der Sprudelstein – z.B. ein großer Grauwackestein - kann am Rand des Teiches oder – falls der Teich sehr klein ist – auch in einem eigenen Becken am Rande aufgebaut werden.

Gestaltung rund um den Teich:

Für die Arbeit auf dem Trockenen – also im Bereich zwischen Teich und Garten oder Terrasse - brauchen Sie vor allem eines: kübelweise Steine. Den Rand eines Teiches, also den Übergang von nass-feuchter Sumpfzone zur trockenen Zone geschickt und schön zu gestalten, das ist eine ganz besondere Herausforderung für den Teichbauer und da sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Als erstes aber gilt es, ggfs. alle Technik gut darunter zu verstecken. Als Materialien bieten sich unter anderem große Findlinge, Trittsteine, Kieselsteine, Bruchsteine, aber auch Holzlatten oder mit Kies beschichtete Steinmatten an.

Außerdem können auch kleinere Gehölze, Stauden, Gräser und Farne in die trockene Zone rund um den Teich gepflanzt werden. Hier eine kleine Auswahl von Pflanzen, die gut über den Teichrand wachsen können: Blühende Funkie, Taglilie, Pfennigkraut, Wollgras, Bachnelkenwurz, Sibirische Schwertlilie, Gauklerblume, Kardinals-Lobelie, Efeu, Farne,

Die Bepflanzung der Teichrandzone:

Viele Pflanzen, die ihren natürlichen Standort an Seen, Teichrändern und Flußauen haben, eignen sich für die Bepflanzung eines Teichrandes. Denn sie stehen – anders als die meisten anderen Pflanzen – mit ihren Füßen gern im Wasser; benötigen sogar nasse Füße.

  • Mitsamt Teichkorb, in dem man die Pflanzen in der Regel schon kauft, wandern sie nun in das Kiesbeet. 
  • die Steine ein wenig beiseite schieben und die Teichkörbe ins Wasser setzen.
  • Anschließend die Körbe wieder mit den Steinen verdecken.
  • Achtung: Nicht zu viele Pflanzen ins feuchte Beet setzten. Sumpfpflanzen wachsen üppig und schnell.

Literaturtipps:

  •  Teichbau und Teichtechnik, Peter Hagen, Ulmer-Verlag
  • Teichpflege, Peter Hagen, Ulmer-Verlag
  • Teich und Tümpel im Garten, Lothar Seegers, Ulmer-Verlag
  • Der Bach im Garten, Peter Stadelmann, Gräfe und Unzer
  • Teiche und Badeteiche, Ursula Barth, Calwey Verlag

Stand: 11.06.2019, 10:46