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Gartenzeit: Sonnige Dachterasse

GZ: Sonnige Dachterrassen 03:48 Min. Verfügbar bis 13.08.2029

Lokalzeit aus Köln vom 09.07.2019

Gartenzeit: Sonnige Dachterasse

Es gibt solche Orte in vielen Bürogebäuden überall im Land: Triste, gepflasterte, windige Terrassen oder Innenhöfe, die oft nur für Raucherpausen genutzt werden.

Die Mitarbeiter des Institutes ZB Med-Lebenswissenschaften der Kölner Uniklinik haben auch so eine Betonwüste mit Unkraut, die ungenutzt direkt vor ihrem gemeinsamen Aufenthaltsraum liegt. Was wäre aber, wenn es dort grün und bunt wäre, man Kräuter ernten könnte und sogar die Bienen summten oder Vögel zwitscherten, fragten sie sich. Sie gründeten die Arbeitsgruppe „Nachhaltigkeit“, kümmerten sich um einen kleinen Etat für die Bepflanzung und riefen bei unseren Fernsehgärtner Rüdiger Ramme an.

Nachhaltige Bepflanzung einer sonnigen Büro-Terrasse: 

Es gibt Standorte für Pflanzen, die sind durchaus kniffelig. Eine Dach-Terrasse etwa, die voll in der Sonne liegt. Oft ist es dort windig, im Sommer sehr heiß und im Winter sehr kalt. Eine Herausforderung für viele Pflanzen. Soll dann noch nachhaltig, ökologisch ausgerichtet und auch pflegeleicht gepflanzt werden, bedarf es einer guten Planung. Vor allem dann, wenn die Pflanzen im Winter draußen bleiben müssen oder sollen.

  • die Kübel und Töpfe: Sie sollten so groß wie möglich sein, denn dann bieten sie den Pflanzen einen großen Wurzelraum, die Erde trocknet nicht so schnell aus und es muss nicht ständig gewässert werden. Etwa 200 Liter Erde sollten hineinpassen, gerade wenn auch höhere Gehölze zum Sichtschutz gepflanzt werden sollen. Entsprechend große Kübel und Töpfe aus einfachem Kunststoff gibt es ab 100 Euro. Angeboten werden aber auch teurere, stylische Modelle aus leichtem Kunststoff in Betonoptik oder aus Ton, Stein oder auch Edelstahl. Ganz wichtig auch: die Kübel und Töpfen benötigen zwingend Löcher unten und stehen am besten auf kleinen Füßen, damit Wasser auch gut ablaufen kann. Die meisten Pflanzen gehen durch stauende Nässe ein.
  • das Substrat: unten in den Kübel füllen Sie zuerst eine dünne Lage Drainage ein. Das kann Blähton sein, aber auch Kies oder gröbere Steine. Über die Drainageschicht legen Sie ein dünnes Vlies. Das verhindert, dass sich Erde und Steine später vermischen und die Löcher unten, durch die überschüssiges Wasser abfließen soll, verstopfen. Dann füllen sie die Kübel mit Blumenerde auf. Verwenden Sie unbedingt hochwertige Kübelpflanzen-Erde, denn die Pflanzen sollen ja mehrere Jahre in diesem Substrat Wurzeln schlagen.
  • die Pflanzen: Wählen Sie als hohe Gehölze, die viel Grün und auch Sichtschutz bieten, am besten winterharte, heimische, langlebige Sträucher wie Zierapfel oder Kupferfelsenbirne. Sie wachsen mit den Jahren kompakt zusammen und können wie eine Hecke in Form geschnitten werden. Außerdem spenden sie im Frühjahr mit ihren Blüten auch Nektar und Pollen für Insekten und liefern im Herbst Vogelfutter. Im Winter verlieren sie ihr Laub und kommen deshalb auch problemlos über die kalte Jahrszeit. Als Unterpflanzung oder für eigene Kübel bieten sich hitzeverträgliche, insektenfreundliche Stauden (vor allem Präriestauden wie Sonnenhut, Präriekerze, Katzenminze, Monarda, Fetthenne oder Sonnenbraut) und auch mediterrane Kräuter oder auch Lavendel und Rosen an, die jahrelang wieder neu aufblühen und die von ihrem natürlichen Standort her an Hitze und Trockenheit gewöhnt sind.
  • Winterschutz: Im Winter kann alles draußen bleiben. Selbst einpacken ist nicht zwingend nötig, da die Pflanzen alle winterfest sind, die Stauden sich ohnehin zurückziehen und im Frühjahr neu austreiben und die Gehölze ihr Laub verlieren, in Winterruhe gehen und daher kaum Wasser verdunsten.